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Rügen Mini-Helikopter scannt das Rathaus
Vorpommern Rügen Mini-Helikopter scannt das Rathaus
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00:00 16.03.2016

Geschichte trifft auf Science-Fiction: Die Schaufassade des traditionsreichen Stralsunder Rathauses ist gestern von einem sogenannten Kopter vermessen worden.

Das ist eine Art ferngesteuerter Mini-Helikopter — eine hochmoderne Maschine, ausgestattet mit sechs Rotoren und einer hochauflösenden Kamera. Die macht bei jedem Flug dutzende Bilder von der Fassade, die später am Computer zu einem fotorealistischen und enorm detailreichen 3D-Modell zusammengesetzt werden.

Das Projekt wird betreut vom Stralsunder „Ingenieurteam Nord“. Die Firma verwendete zum ersten Mal die neue Technik. Der Vorteil liege in der enormen Zeitersparnis, erklärte Ingenieur Dirk Schönemann. Statt zwei Wochen benötigten die Experten für die Vermessung nur einen halben Tag. „Früher hätte man ein Gerüst aufgestellt und wäre mit dem Zollstock losgezogen“, sagte Schönemann.

Ein Kopter ist ein teures Gerät. Je nach Ausstattung kann der Preis auf mehr als 40000 Euro steigen. Um die Kosten gering zu halten, hat das Ingenieurteam Nord die Firma Zimmermann-Optik engagiert. Das Unternehmen vermietete in diesem Fall das Fluggerät und übernahm auch die Steuerung. „Das ist kein Spielzeug. Wer damit gewerblich fliegen will, braucht einen Flugschein und eine Genehmigung von den Behörden“, sagte Ingenieur Martin John.

Mithilfe der durch den Kopter gewonnenen Daten soll die Komplettsanierung der Rathausfassade vorbereitet werden. Auf den detaillierten Aufnahmen lässt sich genau erkennen, wo sich Schäden befinden und wo nachgebessert werden muss. Nach Angaben von Stadtspecher Peter Koslik sollen die Arbeiten voraussichtlich noch dieses Jahr durchgeführt werden, wahrscheinlich von Frühjahr bis Herbst. Der Nachteil für Fotografen ist, dass in dieser Zeit die Front des Gebäudes eingerüstet sein wird. „Der genaue Zeitraum steht noch nicht endgültig fest. Es wird aber rechtzeitig eine offizielle Information dazu geben“, sagte Koslik. Bevor es soweit ist, müssen die Vermessungsexperten vom Ingenieurteam Nord die Fotos und Daten zu einem 3D-Modell zusammensetzen. Einen Vorgeschmack davon, was damit möglich sein wird, konnte Dirk Schönemann schon gestern auf seinem Laptop geben. Als würde er selbst in einem Kopter sitzen, klickte sich der Ingenieur mit der Maus durch eine dreidimensionale Aufnahme des Alten Markts. In dem Programm kann er jede beliebige Entfernung zwischen zwei Punkten genau bestimmen. Für alle, die es immer schon mal wissen wollten: Der Abstand zwischen Rathaus und Haus der Gewerkschaft beträgt exakt 58,6 Meter.

Von Alexander Müller

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