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Rügen Mit Fallada an der „ollen Ostsee“
Vorpommern Rügen Mit Fallada an der „ollen Ostsee“
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00:00 23.06.2018
Hiddensee

Die Ostsee hat unzählige Fans – nicht nur, weil im Gegensatz zur Nordsee das Wasser immer da ist. An ihren Ufern baumelt die Seele wunderbar – wie die Hans Falladas. „Wir fuhren an die olle Ostsee und hausen nun schon ein Weilchen hier und fangen langsam an, aufzuatmen und uns zu erholen“, schrieb der Schriftsteller 1932 aus Kölpinsee auf Usedom an seinen Freund Johannes Kagelmacher.

Titelbild: Brigitte Horney 1940 auf Hiddensee in „Das Mädchen von Farö“. Quelle: Foto: Ullstein-Bild
Herausgeberin Ute Fritsch

Der, 1930 mittellos in Leipzig gestrandet, war zuvor noch Herr auf Gut Gudderitz auf Wittow gewesen, und Fallada hatte ihn in den Zwanzigerjahren oft besucht und wurde so zu einem Fan der Ostsee – wie andere Künstler auch. Und deren Reisewegen entlang des baltischen Meeres kann man nach 2017 und 2018 auch im nächsten Jahr folgen: im Wochenkalender „Literarische Ostsee 2019“. Ute Fritsch hat ihn herausgegeben, und im Verlag Ebersbach & Simon Berlin ist er erschienen.

Die literarische Ostseereise auf 56 Seiten führt weit in den Norden. Man durchstreift mit Dostojewski St. Petersburg, trifft in Helsinki Bo Carpelan Elche, guckt Thomas Mann in Nidden über die Schulter oder sammelt Flaschenpost an der schwedischen Küste.

In alte Seebäder geht es mit Eichendorff, Kerr und Christ. In den Hansestädten Stralsund, Rostock und Lübeck ist man mit Elizabeth von Arnim, Erich Kästner und Franziska zu Reventlow unterwegs.

Trauminselsommer auf Hiddensee lassen sich mit Benno Pludra, Friedrich Hollaender, Christoph Hein, Erich Arendt, Ringelnatz und natürlich Asta Nielsen erleben.

Die Jahres-Reise rund ums Baltikum hat Ute Fritsch quasi im Zeitraffer erlebt. „Hinter dem Kalender stecken eine dreimonatige Recherche und viel Arbeit – auch bei der Bildauswahl. Aber es hat trotzdem wieder viel Spaß gemacht“, bekennt sie.

Einst in Jena geboren, verlässt die Verlegerin, Autorin und Reiseleiterin aus Berlin seit 2003 Sommer für Sommer die Großstadt und „strandet“ auf Hiddensee. Von Juni bis September führt sie Gäste über das Eiland zwischen Ostsee und Bodden. Lädt sie ein zu den Schauplätzen bekannter Künstler und zeigt, wo sie dichteten, malten, musizierten, zum Essen und Trinken einkehrten, liebten oder badeten, wie sie Fans der Ostsee wurden und die Sommerfrische genossen.

Aber Ute Fritsch hat auch zeitgenössische Autoren besucht und beispielsweise „herrliche Flaschenpostgeschichten“ gefunden. Sie entdeckt mit der Hilfe von Heinz Kahlau mit Gummlin am Stettiner Haff einen Geheimtipp. Einst Bauern- und Fischerdorf, ist die Ansiedlung mit ihren etwa 100 Einwohnern heute noch von Wiesen und Feldern umgeben.

In ihre 18. Saison auf Hiddensee ist Ute Fritsch längst gestartet. Und dort stellt sie in der nächsten Woche ihre „Literarische Ostsee 2019“ vor. Die Lesung am Dienstag, dem 26. Juni, beginnt um 19 Uhr im Henni-Lehmann- Haus in Vitte. Einem Besuch sollte nichts im Wege stehen. Die deutsche Elf betritt erst am 27. Juni wieder den Fußball-WM-Rasen.

Chris Herold

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