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Rügen Mit dem alten „Panther“ vom Kap zum Oktoberfest
Vorpommern Rügen Mit dem alten „Panther“ vom Kap zum Oktoberfest
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00:05 13.09.2016

„Ich will Flagge zeigen“ sagt Sven Pukowski. Die Minute nimmt sich der 30-Jährige noch und befestigt am Fahrrad-Gepäckträger eine blau-weiße Fahne mit dem Wappen der nordrügenschen Gemeinde Breege-Juliusruh. „Auf geht’s nach München.“ Er tritt unterhalb der beiden Leuchttürme an Rügens Nordspitze in die Pedale. Punkt 7 Uhr brach der 30-Jährige gestern Morgen am Kap Arkona zu einer Radtour quer durch die Republik auf. Sein Ziel: „Ich will rechtzeitig zum Oktoberfest in der bayrischen Metropole sein.“ Das Außergewöhnliche der Tour: „Der Drahtesel ist mehr als doppelt so alt wie ich.“ Sven Pukowski sitzt auf keinem Rennrad oder Mountainbike. Er ist mit einem Oldtimer-Rad unterwegs.

Auf nach München: Punkt 7 Uhr trat Sven Pukowski gestern Morgen vor den beiden Leuchttürmen in die Pedale und startete am Kap Arkona zu einer Deutschlandtour mit einem Rad-Oldtimer. Quelle: Udo Burwitz

Der springende Panther als Markenzeichen

1300 Kilometer sind es etwa, die Sven Pukowski auf seiner Tour vom Kap Arkona nach München mit dem Zweirad-Oldtimer zurücklegen wird.

1,2 Millionen Fahrräder wurden in der Panther Fahrradwerke AG in Braunschweig bis zur Einstellung der Produktion im März 1963 gebaut. Markenzeichen war ein springender Panther.

Gangschaltung, Scheibenbremsen? Sven Pukowski winkt lächelnd ab. „Die waren damals, als das Rad gebaut wurde bestimmt noch Fremdwörter.“ „Panther“ steht auf der Original-Klingel und der Name für eine einst renommierte Fahrrad-Marke, die in Braunschweig bis Anfang der 1960er Jahre produziert wurde. Selbst die Klingeln sind heute begehrte Objekte, nach denen Sammler auf Antik- und Trödelmärkten suchen. Der Zweirad-Oldtimer, mit dem er seine Tour unternehme, sei 75 bis 80 Jahre alt, sagt der gebürtige Insulaner, der inzwischen in Altentreptow wohnt. „Den Sommer über bin ich aber auf der Insel. In der Saison arbeite ich als gelernter Restaurantfachmann seit Jahren im Strandhotel Dünenhaus in Juliusruh“, freut sich Sven Pukowski, dass ihm der örtliche Fahrradverleiher Schröder den „Drahtesel“ zur Verfügung gestellt hat.

„Diese Räder verkörpern Geschichte.“ Die wolle er quer durch die Republik in Erinnerung rufen, beschreibt Sven Pukowski ein Anliegen seiner Tour. Dessen Hauptbeweggrund ist aber ein anderer: „Mit geht es vor allem darum, den Kopf frei zu bekommen.“ Zum einen sei der Job doch ganz schön stressig. Zum anderen hält er sein Alter, die 30, für den richtigen Zeitpunkt „um über das Wie weiter nachzudenken“. „Und dafür brauche ich keine Gangschaltung.“

Seine Tour hat der Insulaner auf Zeit nicht etwa nach seiner Fitness geplant. „Sondern nach Visitenkarten“, erklärt er. Und zwar von Gästen, die bei ihrem Rügen-Urlaub in der Dünenresidenz in Juliusruh Quartier bezogen haben. Viele hätten ihm angeboten, dass er bei ihnen übernachten kann, als sie von seinem Vorhaben erfahren haben. „Das hilft sparen.“ Fit fühlt er sich aber auch.

Schließlich sei er aktiver Fußballer. Außerdem liebe er das Radfahren. „An die 150 Kilometer in der Woche habe ich abgestrampelt.“ Das liege allerdings schon einige Zeit zurück, räumt er ein. Dennoch hat er sich vorgenommen, täglich zehn Stunden bei seiner Tour in die Pedale zu treten.

„Auf geht’s nach München!“ Vom Kap Arkona aus nahm Sven Pukowski gestern Morgen die erste Etappe in Angriff. Bis Neubrandenburg wollte er kommen. Weitere Stationen sind Berlin, Leipzig, Thüringen, Nürnberg und schließlich München. „Wenn mein Plan aufgeht, werde ich das Oktoberfest auf der Wies’n mitfeiern können.“ Das beginnt am kommenden Sonnabend und endet am 3. Oktober.

Udo Burwitz

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