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Mutter will im Koma liegende Tochter nach Hause holen

Mutter will im Koma liegende Tochter nach Hause holen

Die seit fünf Jahren in Binz lebende Frau braucht für Überführung aus London 30000 Euro Dort verunglückte die 21-jährige Amanda schwer / Jetzt soll sie nach Greifswald kommen

Binz . Eine hübsche, blonde junge Frau mit einer Kaffeetasse in der Hand, strahlendes Lächeln. Es ist Amanda, 21 Jahre alt, aufgenommen in London. Sie hat das Bild von sich auf ihrer Facebook-Seite gepostet. „Das Leben ist zu kurz für schlechten Kaffee“, hat sie darunter geschrieben.

 

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Amanda in ihrem Krankenbett im Peterborough City Hospital. Viele Freunde drücken ihre Anteilnahme mit Briefen und Karten aus.

Quelle:
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Anetta Zienkiewicz mit einem Bild ihrer Tochter.

Quelle: Gerit Herold
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Amanda in ihrem Krankenbett im Peterborough City Hospital. Viele Freunde drücken ihre Anteilnahme mit Briefen und Karten aus.

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Spendenkonto

Spendenlauf am 18. Mai um 17 Uhr im Stadion der Einheit Binz Spendenkonto:

Spende für Amanda

Sparkasse Vorpommern

IBAN: DE40150505001102496991

BIC: NOLADE21GRW

„Sie hat immer gesagt, das Leben ist nicht ewig“, sagt ihre Mutter Anetta (44), die vor fünf Jahren aus beruflichen Gründen nach Binz kam. Ihre Tochter sei ein lebenslustiger, offenherziger Mensch mit vielen Freunden, jungen und älteren, eine, die alle gern haben, ein Sonnenschein. Eine junge Frau, die gerne tanzen geht, aber auch zielstrebig ist, ihre Berufsausbildung mit Abitur (Ökonomie) mit Bestnoten abschloss und zuletzt als zuverlässige Kollegin geschätzt wurde.

Doch der 27. Dezember 2015 veränderte alles. Als Amanda, die seit einiger Zeit in London lebte und arbeitete, abends von der Arbeit heimfuhr, kam sie mit ihrem Auto von der nassen Straße ab und landete in einem Fluss. „Sie war 25 Minuten tot“, erzählt ihre Mutter. Die junge Polin wurde reanimiert, und ihr Herz fing tatsächlich wieder an zu schlagen. Amanda kam in die Klinik. Seitdem liegt sie im Koma, seitdem gibt es ein Leben vor dem Unfall und ein Leben danach. Für Amanda, für ihre ganze Familie. Zu der gehören auch die Geschwister: Artur (26), Eva (25), Justina (23) und die kleine Amanda (16).

Anetta Zienkiewicz war 2011 mit ihrer jüngsten Tochter aus Polen auf die Insel gezogen. Ihren Kindern zuliebe. Die wollten nicht, dass ihre Mutter weiter in der Autopsie arbeitete. Anetta Zienkiewicz suchte daraufhin eine neue Tätigkeit im Bereich der Gastronomie, schickte 50 Bewerbungen los — und bekam prompt von Rügen die einzige Zusage. Seither arbeitet sie in Binz als Kellnerin. Nach ihrer Ausbildung kam auch Amanda hierher. Sohn Artur lebt seit acht Jahren in London. Nach etlichen Besuchen wollte auch Amanda dort arbeiten. Sie fand einen guten Job in einer Zwiebelfabrik, war glücklich. Dennoch, das Heimweh war groß. Zu Weihnachten hatte sich die ganze Familie wieder in Polen getroffen. „Ich war leider krank und musste in Binz bleiben“, erinnert sich Anetta. Amanda war am 27. Dezember erst nach Berlin und dann weiter nach London geflogen, weil sie zur Arbeit musste. Vom Heimweg kam sie nicht mehr zu Hause an.

Dreimal war Anetta Zienkiewicz bei ihrer Tochter, die in Peterborough im Hospital liegt, das erste Mal gleich nach dem schrecklichen Unfall. Einen ganzen Monat lang hatte die Mutter am Bett ihrer Tochter gewacht und sie gepflegt. Das letzte Mal war sie im März dort. England ist weit weg, zu weit für eine Mutter, die bei ihrem kranken Kind sein und die beste medizinische Versorgung haben möchte. „Amanda muss eine Rehabilitation haben, aber es gibt dort keine Klinik, die einen Platz für sie hat. Ihr rechter Arm ist bereits verloren, die Muskeln sind weg“, sagt Anetta und wischt sich die Tränen mit einem Taschentuch von den Augen. „Ich weiß, dass Amanda nie wieder sein wird, wie sie war. In ein paar Sekunden hat sich alles geändert.“

Anetta Zienkiewicz will ihre Tochter nach Hause holen. Sie war bereits in der Universitätsklinik in Greifswald mit der Bitte um Unterstützung. Eine Überführung nach Deutschland ist aufwendig und vor allem teuer — rund 30000 Euro. Weil sie keine Auslandsunfallversicherung abgeschlossen hatte, muss die Familie dafür selbst aufkommen. Deshalb will die Mutter nun einen Aufruf starten. Sie hat bei der Sparkasse ein Spendenkonto für Amanda eingerichtet und will eine Facebook-Seite erstellen lassen.

An der Uni-Klinik Greifswald drückt man Anetta Zienkiewicz für ihr Vorhaben die Daumen. „Wir wünschen der Familie viel Erfolg bei ihrer Aktion und der Rückführung der jungen Patientin aus England“, so Professor Klaus Hahnenkamp, Direktor der Klinik für Anästhesiologie. „Wir hoffen sehr, dass dieses bald klappt und wir mit unseren modernen medizinischen Möglichkeiten dem Unfallopfer schnell helfen können.“ Die Mutter hat bereits erste Unterstützer gefunden. „Der Schul- und Sportverein veranstaltet am 18. Mai für Amanda einen Spendenlauf“, kündigt Peter Werner, Leiter der Regionalen Schule Binz, an. „Ihre kleine Schwester Amanda ist seit der 6. Klasse bei uns und hat sich sehr gut eingelebt. Sie ist jetzt in der 9. Klasse. Natürlich wollen wir der Familie helfen. Amandas ganze Klasse will mitlaufen und wir wollen noch bei Vereinen anfragen.“ Damit nicht genug: Am 28. April findet der traditionelle Sponsorenlauf der Schule statt. „Dabei werden wir auch eine Summe für Amanda spenden“, so Werner.

Auch die OSTSEE-ZEITUNG möchte helfen, und veröffentlicht deshalb an dieser Stelle das eigens für die Sammlung eingerichtete Konto. Spender können namentlich genannt werden.

Von Gerit Herold

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