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Rügen Grüße aus dem All? – Rätselraten um Objekt am Strand von Rügen
Vorpommern Rügen Grüße aus dem All? – Rätselraten um Objekt am Strand von Rügen
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16:50 27.11.2018
Am Strand von Kap Arkona wurde ein mysteriöses Objekt gefunden. Quelle: Wiebke Dresel
Putgarten

Wurde der Klumpen von einem Schiff verklappt? Transportierte ihn ein Aktionskünstler ans Ostseeufer? Oder fiel er womöglich aus der Einstiegsklappe eine Ufos beim Überfliegen der Insel Rügen hinab zur Erde? Der am Blockstrand vor Fernlüttkevitz am Kap Arkona entdeckte Klumpen gibt viele Rätsel auf.

Gefunden wurde das Objekt mit gut einem Meter Durchmesser von Wiebke Dresel aus Putbus bei einer Strandwanderung. Sie nahm Kontakt zur Wasserschutzpolizei und dem Naturschutzbund auf und erhoffte sich durchaus Antworten. Die können die Sassnitzer Beamten aber bis heute nicht geben. „Wir sind komplett überfragt“, sagt der Leiter der Wasserschutzpolizei in der Hafenstadt, Alexander Diekmann. „So etwas hatten wir noch nie. Ich habe darüber mit älteren Kollegen gesprochen, die schon sehr lange bei uns sind. Aber auch denen ist so etwas noch nicht untergekommen. Das Ding war wirklich sehr mysteriös.“ Das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt (Stalu) sei ebenso informiert worden wie das Amt Nord-Rügen.

Klicken Sie hier, um zahlreiche Vorschläge unserer Leser auf Facebook zu sehen, worum es sich bei dem mysteriösen Klumpen handeln könnte, der an einem Strand auf Rügen gefunden wurde.

Drei Fragezeichen

Dort interessierte man sich natürlich für den Fund, seiner an nahm sich allerdings zuständigkeitshalber das Umweltamt des Landkreises Vorpommern-Rügen. „Wir wollten natürlich erst einmal herausbekommen, um was es sich da überhaupt handelte“, schildert Bodenschutzverantwortlicher Andreas Gräulich den Recherchebeginn. „Wir haben alte Seefahrer befragt, mit Kollegen aus anderen Ostseelandkreisen gesprochen, ein Ingenieurbüro angerufen, einen Hersteller solch brauner Kugeln ausgemacht und die Umweltgruppe der Altenkirchener Schule zu Rate gezogen. Niemand hatte eine passende Antwort. Es bleiben drei dicke Fragezeichen.“ Allein die weiße Masse, in der sich die Kugeln befanden, konnte nicht eindeutig zugeordnet werden. „Irgendwie Styropor oder Polystyrol“, sagt Gräulich. „Eine Art Klebstoffgemisch, das ziemlich leicht war“, ergänzt seine Kollegin Ute Fährmann, im Umweltamt für die Abfallüberwachung zuständig.

Gefährlicher Brocken?

Die Mitarbeiter des kreislichen Umweltamtes hatten bei aller Lust an der Spurensuche allerdings eine elementare Frage zu klären: Geht von dem Brocken eine Gefahr aus? „Wir sind schließlich zu dem Schluss gekommen, dass dem nicht so ist“, sagt Andreas Gräulich. „Wir haben eingeschätzt, dass es sich um normalen Abfall handelte, der keine Giftstoffe beinhaltete.“ Auch der Inhalt der Kugeln, die nach dem Aufbrechen zweier Kunststoffummantelungen so etwas wie eine Styropormasse freigaben, sei ungefährlich gewesen. „Also haben wir Ende letzter Woche die Beseitigung des Objektes veranlasst.“

Der Brocken vom Kap Arkona bleibt auch nach seiner Entsorgung ein Rätsel. Weder die weiße Masse, noch die braunen Kugeln konnten wirklich erklärt werden.

Das erwies sich dann doch als etwas schwieriger als anfangs gedacht. War die weiße Masse an sich zwar leicht und schwimmfähig, hatte das Objekt vor allem wegen der braunen Kugeln doch ein ziemlich hohes Gesamtgewicht. In mühseliger Kleinarbeit sei der Brocken zerkrümelt und in Eimern auf ein Entsorgungsfahrzeug transportiert worden. Erste Beräumungsversuche hatten bereits die Schüler des Altenkirchener Umweltprojektes unternommen, die regelmäßig die Strände ablaufen, um angetriebenen Müll zu beseitigen. Sie waren wegen des hohen Gewichts des Objektes aber nicht sehr weit gekommen. Zum Glück, wie Ute Fährmann findet. „Sie haben es bestimmt gut gemeint“, sagt sie. „Allerdings hätten sie uns in diesem Fall erst einmal informieren sollen. Denn wie sich ja herausstellte, hatten wir es hier mit einem wirklich mysteriösen Fund zu tun.“

Ganz entsorgt wurde der Findling allerdings nicht. „Wir haben noch ein paar Reste eingelagert“, sagt Andreas Gräulich. Auch, weil man sich bei einem ähnlich gearteten Fund in der Zukunft dann doch noch Antworten erhofft. Und wie ist es mit möglichen Grüßen aus dem All? „Wir hatten über die braunen Kugeln schon Witze gemacht“, sagt Gräulich. „Was wäre wohl gewesen, wenn wir am nächsten Morgen in unser Büro gekommen wären, und kleine Alien hätten dort herumgesessen?“

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