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Nach Ausraster verletzte sich Pferd und musste eingeschläfert werden

Vitt Nach Ausraster verletzte sich Pferd und musste eingeschläfert werden

Stute von Jürgen Münzner ging durch und zerschnitt sich Beinsehnen / Der Kutscher zog sich Blessuren zu

Vitt. e. Eine Kutschfahrt auf der Insel Hiddensee nahm Dienstagnachmittag ein tragisches Ende. Nicht nur, dass Jürgen Münzner, Inhaber des auf der Insel ansässigen Pferdefuhrbetriebs, schwer verletzt wurde. Auch eine seiner Mecklenburger-Kaltblutstuten zog sich derart schwere Verletzungen zu, dass sie eingeschläfert werden musste.

Passiert war das Ganze gegen 16.40 Uhr in Vitte. Münzner wollte seine Kunden vor deren Zuhause absetzen, als das elf Jahre alte Pferd offenbar wegen zweier auf dem Nachbargrundstück abgelegter Bausäcke unruhig wurde. „Als meine Fahrgäste ausgestiegen waren und ich die Kutsche wendete, ging die Stute durch“, sagt Münzner, der derzeit mit zahlreichen Blessuren im Krankenhaus liegt. „Warum sie plötzlich außer Kontrolle geriet, kann ich aber gar nicht so recht sagen.“ Münzner stürzte vom Kutschwagen, und das Pferd raste davon. Gestoppt wurde die wilde Flucht erst an einem Baum, gegen den die Kutsche krachte. Dabei wurde die Schere (Deichsel) beschädigt.

Viel schlimmer allerdings: Die Stute zerschnitt sich die Sehnen am rechten Hinterlauf. „Das Tier litt unendliche Schmerzen“, sagt Münzner. Die herbeigerufene Tierärztin soll zwar eine Operation für möglich gehalten haben, konnte eine Genesung aber nicht zusichern. „Wir haben uns in Anbetracht der Schmerzen, die das Pferd durchlitt, entschlossen, es einzuschläfern“, sagt der Inhaber des Hiddenseer Fuhrbetriebs.

Den materiellen Schaden kann Münzner derzeit nicht beziffern. Er kann sich nur erinnern, das Tier vor rund fünf Jahren für 2500 Euro gekauft zu haben. „Der Sommer ist für mich erst einmal gelaufen“, sagt Jürgen Münzner, der vermutlich erst in zehn Tagen das Krankenhaus wieder verlassen darf. „Wie es dann im nächsten Jahr weitergeht, kann ich noch nicht sagen.“

Entmutigen lässt er sich nicht, gehöre es doch zu seinem Berufsrisiko, dass Pferde auch mal durchgingen. Die besagte Stute hatte zum Beispiel schon mal bei durch heftigen Wind herumwirbelnden Mülltonnen Fersengeld gegeben, konnte damals im Gegensatz zu Dienstag aber schnell wieder beruhigt werden.

Jens-Uwe Berndt

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