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Rügen Nach Hangrutsch: Abstieg am Königsstuhl bleibt 2016 gesperrt
Vorpommern Rügen Nach Hangrutsch: Abstieg am Königsstuhl bleibt 2016 gesperrt
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00:01 30.06.2016

Die fantastische Aussicht vom Königsstuhl werden Rügen- Urlauber auch in diesem Sommer genießen können. Auf einen Abstieg am markantesten Kreidefelsen der Insel müssen die Gäste aber verzichten. Die bei einem Hangrutsch im Mai teilweise zerstörte Treppe, die direkt am Königsstuhl zum Strand hinunter und von dort hinauf führt, „wird in diesem Jahr nicht repariert“, teilt das Umweltministerium mit. Der Abstieg bleibt 2016 gesperrt.

Seit fast acht Wochen stehen Königsstuhl-Besucher vor einem Holzzaun, der ihnen den Zugang zum Abstieg versperrt. „Abbruchgefahr! Betreten verboten!“, lesen sie auf einem am Zaun angebrachten Schild.

Der Abstieg musste nach einem kleineren Hangrutsch im unteren Bereich des Kliffs Anfang Mai gesperrt werden. Dabei war eine etwa 120 Jahre alte Buche auf die Treppe gestürzt und hat die hölzerne Konstruktion zerstört (die OZ berichtete). Seit Wochen ist der Abstieg tabu – und nichts passiert. „Eine Reparatur ist aus Sicherheitsgründen an der Stelle auch nicht möglich“, begründet Dr. Ingolf Stodian, zuständiger Dezernent für den Nationalpark Jasmund. Dessen Ranger sind Jahr für Jahr ohnehin an der Treppe im Einsatz. Sie müssen ständig Teile der hölzernen Konstruktion erneuern, weil der so genannte Schütthang, an dem der Abstieg vor einem Jahrzehnt fertiggestellt wurde, ständig in Bewegung ist. Diese Instandhaltung ist personal-, material- und kostenintensiv. „Wir haben schon vor rund vier Jahren darauf hingewiesen, dass die Treppe nicht ewig halten und ein Ersatz notwendig wird“, so Ingolf Stodian. Für eine kurzfristige Lösung käme nur ein so genannter Ersatzneubau in Frage.

Ein paar Meter hinter dem zerstörten Treppenteil müsste am Ende des letzten Bogens ein neues Treppenstück angepasst werden, mit dem zehn Höhenmeter zum Strand überwunden werden könnten. Doch auch das sei nicht unproblematisch, weil der Strand dort nur wenige Meter breit ist und an mindestens 20 Tagen im Jahr überflutet werde, erläutert er. „Für eine Reparatur brauchen wir keine Genehmigung. Für eine Erneuerung schon. Deshalb ist es eine politische Entscheidung.“

Die wurde in Schwerin gefällt. „Die Alternative wurde geprüft. Die Kosten für ein Provisorium, das an den vorhandenen Abstieg anknüpft, belaufen sich auf etwa 310000 Euro, ohne dass auf Grund der schwierigen Lage Gewährleistung durch das ausführende Unternehmen gegeben wird“, so Florian Tessenow, Sprecher im Umweltministerium. Aus diesem Grund werde auf eine Reparatur verzichtet.

Das Ministerium orientiert auf einen kompletten Neubau. Die Fördermittel aus dem EU-Programm Eler sollen noch in diesem Jahr zur Verfügung stehen. Angestrebt werde darüber hinaus eine Beteiligung des Wirtschaftsministeriums, teilt er mit. Als erster Schritt sei eine Machbarkeitsstudie erforderlich. Die soll unter Berücksichtigung der Sicherheit für die Besucher und des Eingriffs in die geschützte Natur Aufschluss bringen, wo genau ein neuer Abstieg am Königsstuhl gebaut werden kann und wie teuer das Vorhaben ganz genau wird. „Diese Studie wird vom Minister kurzfristig in Auftrag gegeben“, kündigt Tessenow an.

Udo Burwitz

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