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Nach seinem Rapshonig leckte sich Jedermann die Finger

Dumsevitz Nach seinem Rapshonig leckte sich Jedermann die Finger

Horst Knoll lebt schon immer in Dumsevitz und ist der älteste Einwohner

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Horst Knoll ist heute der älteste Einwohner von Dumsevitz. Er wohnt seit 1937 im Ort.

Dumsevitz. Horst Knoll ist mit 83 Jahren der älteste Einwohner von Dumsevitz. 1931 hatte sein Vater die Schäferstelle im Ort übernommen und die Familie war in das alte Backhaus gezogen, das 1937 abbrannte. „Noch im selben Jahr konnten wir das für uns neu gebaute Haus beziehen“, erzählt der alte Herr. Darin wohnt Horst Knoll noch heute mit seiner Irmgard.

Nach der Einschulung 1939 in die Schule von Schabernack sollte der kleine Horst es mit 20 Lehrern zu tun bekommen, weil die ständig wechselten. Gleich der erste Pädagoge „hatte so viel Saufschulden, dass sie ihn in Garz verprügeln wollten“, hatte Horst damals gehört. Nach einem Suizidversuch sei der versetzt worden. 1943 kam die erste weibliche Lehrkraft ins Dorf, die sich den Respekt der zehnjährigen Jungs erst verschaffen musste. Das gelang ihr, indem sie einem ungezogenen Mitschüler befahl, sich über die Schulbank zu legen und ihm den Hintern mit ihrem Rohrstock versohlte. „Weil mein Mitschüler unter den Schmerzen das Gesicht derart verzog, dass ich lachen musste, war ich prompt als nächster dran“, erinnert sich Knoll. Der war der Liebling von Gutsherr Erich Putzier und spielte oft mit dessen Neffen. „Der Junge wurde jeden Morgen mit der Kutsche zur Kleinbahn gefahren, die ihn zur Schule nach Putbus brachte.“

Zu DDR-Zeiten arbeitete Horst Knoll in der LPG. Zum Nebenerwerb hatte er sich einen Bienenwagen gekauft. „Nach meinem Rapshonig leckte sich Jedermann die Finger“, sagt er stolz. Weil er einmal Honig schleuderte, statt Rüben zu ziehen, wurde er wegen Arbeitsbummelei zu einer Geldstrafe von 150 Mark verdonnert.

Als es Anfang der 50-er Jahre in der Bäuerlichen Handelsgesellschaft von Groß Schoritz Obstbäume gab, „holte sich fast jeder Einwohner welche“ und so prägen hübsche Apfelbäume noch heute das Bild des Dorfes. Drei Söhne und zwei Töchter bekamen Irmgard und Horst Knoll.

Uwe Driest

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