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Rügen Nationalparkamt zieht nach Sassnitz um
Vorpommern Rügen Nationalparkamt zieht nach Sassnitz um
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12:37 05.11.2018
Fliesenleger Dieter Marquart gestaltet den Fußboden im Flur des Nebeneingangs am neuen Sitz des Nationalparkamtes in Sassnitz. Quelle: Maik Trettin
Sassnitz

„Wo soll der Fahrradständer hin?“ Siegfried Adelsberger, Geschäftsführer der kommunalen Unternehmensgruppe Sassnitz, nickt mit dem Kopf erst in Richtung Hauswand neben dem Hintereingang, dann zur gegenüberliegenden Garage. Dr. Ingolf Stodian, dem die Frage galt, lässt den Blick über den Hof der einstigen Schule an der Stubbenkammerstraße schweifen und denkt kurz nach. Vielleicht lieber an den Eingang, befindet der für Jasmund zuständige Dezernatsleiter des Nationalparkamtes. Er und seine Kollegen bereiten sich auf den Umzug vor. Ende des Jahres werden ihre Schreibtische dann nicht mehr am jetzigen Standort, dem einstigen Wohnhaus der Wärter der Nebelsignalanlage in der Stubbenkammer stehen, sondern in den zu Büros umgebauten Klassenzimmern der Oberschule I und späteren Förderschule an der Stubbenkammerstraße. Am 7. Dezember wird Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus (SPD) als oberster Dienstherr der Behörde deren neues Domizil symbolisch in Besitz nehmen. Vertreter des Ministeriums, des Nationalparkamtes und des landeseigenen Betriebes für Bau und Liegenschaften (BBL) haben die Räume in dieser Woche besichtigt.

Dort wird an verschiedenen Stellen noch eifrig gearbeitet. „Eigentlich wollten wir schon weiter sein“, sagt Adelsberger. Aber bei der Sanierung eines Altbaus könne man nicht nach Schema F vorgehen. Nach und nach gab das alte Gemäuer einen Teil seiner Geheimnisse preis, wieder und wieder musste entschieden werden, wie man damit umgeht und die historische Substanz bewahrt, ohne modernen Komfort oder Bauvorschriften zu vernachlässigen. Der Chef der kommunalen Wärmeversorgung Rügen, die zur Unternehmensgruppe gehört, zeigt auf eine breite Türöffnung. In dem großen Raum dahinter sollen sich künftig die Mitarbeiter zu Besprechungen treffen. In dieses ehemalige Klassenzimmer führte früher eine ganz normale Tür. „Erst bei den Bauarbeiten haben wir entdeckt, dass sich hier ursprünglich ein Gewölbemauerwerk befand.“ Diesen historischen Durchgang wollten Vermieter und Nutzer gern erhalten und änderten den Plan. Statt einer rechteckigen Tür gibt es an dieser Stelle nun wieder eine mit Gewölbebogen.

Solche Hinweise auf die Geschichte des Gebäudes wurden an vielen Stellen erhalten – in Absprache und auf Wunsch der Denkmalschutzbehörde, die sich hier in der kommenden Woche ebenfalls ein Bild von der Umsetzung der Pläne machen wird. Im zukünftigen Sekretariat ist auf einem kleinen Ausschnitt auf dem Innenputz zu erkennen, wie aufwändig einst die Wände gestaltet waren. Ein Fachmann aus Stralsund hat die Bemalung unter mehreren Farbschichten gefunden, sorgsam freigelegt und restauriert. „Vielleicht muss nicht gerade an dieser Stelle ein großer Schrank stehen“, gab Adelsberger den neuen Mietern augenzwinkernd einen Tipp zur Inneneinrichtung. Hergerichtet wurden auch die Kellergewölbe. Ein gemauertes, halbkreisförmiges Becken auf dem Boden gibt noch Rätsel auf. War es ein einfacher Ausguss? Oder diente es zur Stiefelwäsche? Siegfried Adelsberger zuckt die Schultern. „Wir wollten es trotzdem erhalten und haben es wieder hergerichtet.“ Wo es möglich war, wurden auch die dicken hölzernen Türzargen wieder hergerichtet und eingebaut. Die aufwendig gearbeiteten Außentüren wurden fachgerecht restauriert.

Die mittlere auf der Straßenseite wird der künftige Besuchereingang sein. Im Erdgeschoss, dass gehbehinderte Gäste über den Seiteneingang erreichen, wird eine Ausstellung zum Nationalpark gezeigt. Dort sind außerdem Räume für die Umweltbildung. Die, sagt Dr. Ingolf Stodian, sollen nicht zuletzt durch die Mädchen und Jungen der Nationalpark-Grundschule „Ostseeblick“ und die Arbeitsgemeinschaft der Junior-Ranger möglichst rege genutzt werden.

Die Büros der Mitarbeiter des Amtes und des Leiters befinden sich in der darüberliegenden Etage. Das Treppenhaus soll von den Fluren dieses Stockwerks durch eine 24 Millimeter dicke, feuerfeste Glaswand voneinander getrennt werden. „Der Hersteller hat aber Lieferschwierigkeiten angemeldet“, musste Siegfried Adelsberger mitteilen. Vermutlich werde dieses Bauteil erst kurz vor der offiziellen Übernahme durch die Mieter installiert werden können.

Ingolf Stodian und seine Kollegen werden in den nächsten Wochen die Umzugskartons packen. Was dann aus ihrem bisherigen Domizil am Königsstuhl wird, ist unklar. Das Land möchte das Gebäude gern loswerden, am liebsten an die Stadt. Allerdings müsste ein neuer Eigentümer für die Nationalparkwächter weiterhin einen Aufenthaltsraum und Sanitäranlagen vorhalten. Einen Raum für die Ranger, Platz für die Umweltbildung des benachbarten Nationalparkzentrums und Toiletten – das könnte sich auch Bürgermeister Frank Kracht vorstellen. Das könne allerdings auch durch das Land realisiert werden, sagt er. Ein offizielles Kaufangebot habe Schwerin den Sassnitzern noch nicht unterbreitet.

Maik Trettin

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