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Natur bewahren: Wildnis im Wald und Wasserbüffel in der Ebene

Prora Natur bewahren: Wildnis im Wald und Wasserbüffel in der Ebene

DBU Naturerbe stellt Planungen für das Gebiet zwischen Prora und Kleinem Jasmunder Bodden für die nächsten Jahre vor

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Marco Matuschak lässt Wasserbüffel auf den Naturerbeflächen in Prora weiden.

Quelle: Fiedje Herold/tzr

Prora. Ohne Pflege keine sichtbaren Feuersteinfelder: Wenn nicht kontinuierlich in die Offenhaltung der rund 4000 Jahre alten, geologischen Besonderheit auf Rügen investiert würde, dann würde das europaweit bedeutsame Erscheinungsbild einfach zuwuchern. Insbesondere viele Reptilienarten würden einen sehr wertvollen Lebensraum verlieren.

Die Feuersteinfelder sind nicht nur ein beliebtes Ausflugsziel von Touristen. Sie sind Teil des so genannten Nationalen Naturerbes. Gestern stellte Dr. Heike Culmsee von der gemeinnützigen Tochter der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) den ersten Naturerbe-Entwicklungsplan vor. Die DBU Naturerbe GmbH hat die insgesamt rund 1900 Hektar große Naturerbefläche Prora am Kleinen Jasmunder Bodden mit den Feuersteinfeldern und der Insel Pulitz vom Bund übernommen, um die Natur langfristig zu bewahren. Die Eigentümerin will die geologische Besonderheit auch in den kommenden zehn Jahren offen halten, aber auch andere Heideflächen erhalten und optimieren. Für die DBU-Tochter ist der Plan wichtig. Nicht nur, weil er für Revierleiter Frank Bölke vom Bundesforstbetrieb Vorpommern-Strelitz den Handlungsrahmen der nächsten Jahre beschreibt. So will die DBU-Tochter bis April 2019 insgesamt etwa 1012 Hektar und damit bereits über die Hälfte des Waldes der Liegenschaft aus der Nutzung nehmen und der natürlichen Entwicklung überlassen. Schafe und Ziegen sollen am Ginsterberg und in der Lubkower Niederung helfen, die weitläufige und strukturreiche Hütelandschaft mit ihrer hohen biologischen Vielfalt zu erhalten.

Es ist zudem der erste Managementplan überhaupt, den die Gesellschaft den relevanten Behörden und dem Beirat zur Abstimmung vorgelegt hatte. "Für uns ist die Methode nun wegweisend. Ich möchte allen Beteiligten für ihre Rückmeldungen danken", freut sich Culmsee über die gelungene Einigung. Schon bald will das Naturerbeteam Pläne für weitere DBU-Naturerbeflächen in MV zur Abstimmung vorlegen.

Insgesamt hat die Osnabrücker Gesellschaft bislang 47 größtenteils ehemals militärisch genutzte Flächen mit knapp 60000 Hektar in neun Bundesländern vom Bund übernommen.

Als die Experten bei ihrer gestrigen Exkursion schließlich die Feuersteinfelder erreichten, erläuterte Culmsee hier die geplanten Maßnahmen: Schafe und Ziegen sollen zum Einsatz kommen, aber nur phasenweise. Revierleiter Bölke wird die Waldränder auflichten, damit der Wind nicht zu viele Samen der umliegenden Bäume auf den Feldern verteilen kann. Doch Culmsee ist sich sicher: „Bei den Feuersteinfeldern werden wir nicht drum herum kommen, immer wieder maschinell und händisch den Birken- und Kiefernaufwuchs zwischen den Steinen aufzuhalten.“

Von den Feuersteinfeldern ist es nicht weit bis in die Seesandebene. Dort grast eine Wasserbüffelherde. Die Calluna-Heide soll sich hier entwickeln und ausbreiten. Schließlich hat das Land MV die Größe der Heidefläche der Europäischen Union gemeldet. Als besonders geschützter Lebensraum liegt nun viel daran, dass die Heide gut gedeiht. Die Wasserbüffel sind dabei die größten Naturschützer:

Sie halten die Seesandebene offen.

Was für ein Naturschatz vor den Toren des Ostseebades Binz liegt, das zeigten auch Kartierungen. Biologen und Förster nahmen auf, was für Pflanzen und Bäume auf der Fläche wachsen, oder welche seltenen Vogelarten wie beispielsweise der Neuntöter hier ihren Lebensraum haben. So ermittelten die Experten den Ist-Zustand der Fläche. Darauf basierend leiteten sie die Maßnahmenplanungen ab und kontrollieren erhoffte Erfolge.

OZ

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