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Rügen Nestbau mal anders: Schwalben nisten „indoor“
Vorpommern Rügen Nestbau mal anders: Schwalben nisten „indoor“
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00:00 21.07.2016
Warm, trocken und geschützt: Ein Schwalbenpaar hat sich bereits zum zweiten Mal für eine Brut im Geschäft von Stefan Gebler entschieden. Das Nest ist kunstvoll an einem Ölbild gebaut. Quelle: Fotos: Anne Ziebarth

Die Besucher eines Papierwaren- und Kunstgeschäft auf dem Rügen-Hof in Putgarten staunen nicht schlecht. Dicht über ihren Köpfen segeln zwei erwachsene Rauchschwalben im Geschäft umher und steuern zielgerichtet ihr Nest an, das die Tiere an einem Ölbild befestigt haben. Dass Schwalben in Schuppen oder Ställen nisten, ist nicht ungewöhnlich – in einem geschlossenen Laden ist das allerdings eine Seltenheit.

Stefan Gebler ist Inhaber des Geschäftes in Putgarten, in dem man seit 2008 neben selbstgefertigten Drucken auch Bilder, Schmuck und Papierkunst aus handgeschöpftem Papier kaufen kann. „Schwalben bringen bekanntlich Glück“, sagt der 58-Jährige gelassen. „Dagegen sollte man sich nicht wehren.“

Begonnen hat seine persönliche Schwalbengeschichte im vergangenen Jahr. „Damals hatte ich eine Art Fadenvorhang vor der Tür“, erzählt er. Die stand bei schönem Wetter häufig offen. „Und ruck-zuck hatte ich die Schwalben hier drin“, erinnert er sich. „Zuerst haben sie sich einen Nistplatz bei den Aquarellpostkarten gesucht. Das fand ich gar nicht gut und habe versucht, sie davon abzubringen.“ Doch die Hartnäckigkeit der Tiere habe den gelernten Setzmeister schließlich überzeugt. „Ich habe ja sogar einen Bambusvorhang eingezogen, um die Schwalben am Einflug zu hindern“, berichtet er. „Aber dann haben sie nur die Einflughöhe und den Winkel verändert und im Nu waren sie wieder drin.“ Wenig später war ein anderer Nistplatz gefunden, direkt am Rahmen eines Ölbildes, das an einem Deckenbalken befestigt ist. Das Gemälde ist von Gebler gemalt und zeigt die Landschaft am Kap Arkona.

Der Künstler zuckt die Schultern. Mit dem Verlust des Bildes hat er sich abgefunden und sogar noch Äste als Anflugstationen installiert. Auch der Dreck halte sich in Grenzen, sagt er.

„Der Bereich des Nestes wird mit Pappen unterlegt, die ich regelmäßig austausche“, so der Schwalbenfreund. „In der ersten Zeit bringen die Schwalben die Kotbällchen der Jungen auch noch nach draußen.“

In dieser behüteten Umgebung zogen die Schwalben 2015 eine erfolgreiche Brut mit vier Jungen groß. „Auch die ersten Flugübungen fanden im Laden statt“, erzählt er. „Irgendwann waren sie dann soweit und haben Nest und Haus verlassen.“ In diesem Jahr war Familie Schwalbe bereits zeitiger vor Ort und nahm schon im April den angestammten Platz am Ölbild in Beschlag und brütete drei Eier aus.

„Ich vermute mal, dass es in diesem Jahr auch mit der Aufzucht von zwei Bruten klappt“, so Gebler. Scheu vor den Kunden des Geschäfts hätten die Schwalben nicht. Der Bruttrieb überlagere offenbar den Fluchttrieb vermutet Gebler.

Eine Frage aber hört er von seinen staunenden Kunden täglich: „Was machen sie denn nachts? Bleibt die Tür offen?“ Darauf hat Stefan Gebler eine probate Antwort: „Die Schwalben haben einen Schlüssel!“

Anne Ziebarth

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