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Rügen Neue B96: Rambiner haben Lärm satt und drohen mit Klage
Vorpommern Rügen Neue B96: Rambiner haben Lärm satt und drohen mit Klage
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05:33 01.03.2016
Der Brüllbeton wird der neuen B 96 aufgebracht. Quelle: Frank Levermann
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Rambin

Die Lärmbelastung durch die neue Bundesstraße 96 ist im Ort Rambin (Landkreis Vorpommern-Rügen) immer noch Gesprächsthema Nummer eins. Auch in der vergangenen Bauausschusssitzung ging es hauptsächlich um den störenden Lärm der Straße. Anwohner aus dem Dorf Rambin und den Ortsteilen Rothenkirchen und Götemitz machten ihrem Ärger Luft.„Wir streben eine vernünftige Einigung an, ansonsten wird die Klage geprüft„, meint auch Bürgermeister Christian Thiede.

Mit dieser Kritik wird sich die Deges, das für den Bau der neuen Schnellstraße verantwortliche Staatsunternehmen, am kommenden Donnerstag bei einer Einwohnerversammlung in Rambin konfrontiert sehen. Vor allem aber mit konkreten Vorschlägen und Forderungen für Nachbesserungen: Da geht es um das Aufbringen von Lärm minderndem „Splitmatrixasphalt“, wie es rechtsverbindlich im Planfeststellungsbeschluss beschrieben wurde. Zudem solle die Geschwindigkeit auf 70 km/h reduziert werden, wie es im Planfeststellungsverfahren ebenfalls erörtert wurde. Außerdem solle eine Schallschutzmauer auf der Strecke zwischen den Brücken nach Kasselvitz und Drammendorf eingebaut werden. Auch das war ebenfalls Thema im Planfeststellungsverfahren.

Ob die Forderungen aus Rambin Erfolg versprechend sind? Das jedenfalls sieht Andreas Klug (CDU), stellvertretender Bürgermeister von Rambin, so: “Der Planfeststellungsbeschluss ist quasi eine Baugenehmigung." Darin stehe, was der Bauherr bauen darf und wie es auszuführen ist. Im Planfeststellungsbeschluss sei festgelegt, dass der Fahrbahnbelag in Asphalt ausgeführt werden muss. Wie es von jedem privaten oder gewerblichen Bauherrn erwartet werde, hätte sich die Deges daran halten müssen.

Hat sie aber nicht, wie Recherchen der OSTSEE-ZEITUNG ergaben. Entgegen allen Spekulationen sei für den Fahrbahnbelag zwar Asphalt und nicht Beton ausgeschrieben worden, versichert ein Insider gegenüber der OZ. Die Krux liege allerdings darin, dass bei der Ausschreibung so genannte Nebenangebote zugelassen worden sind. Das besage, ein Bieter könnte auch einen anderen Fahrbahnbelag als Asphalt anbieten. Dass es auf diese Weise zur Ausführung in Beton gekommen ist, hat Deges-Manager Joachim Rascher der OZ gegenüber bereits eingeräumt. Wörtlich hieß es: „Im Ausschreibungsverfahren gab es ein Nebenangebot zur Bauausführung in Beton, das wirtschaftlich günstiger ausgefallen war.“

In solch einem Fall bliebe der Bauverwaltung keine andere Wahl, als dem günstigeren Angebot den Zuschlag zu erteilen. „Genau das ist der Punkt“, so jetzt ein Planungsexperte gegenüber der OZ. Er hatte Einsicht in die Ausschreibungsunterlagen nehmen können und weiß: „Wie im Planfeststellungsbeschluss festgeschrieben, hätte ,Splitmatrixasphalt’ ohne die Möglichkeiten von Nebenangeboten ausgeschrieben werden müssen.“ Im Falle der Brücken sei so verfahren worden, bei der Fahrbahn bei Rambin aber nicht. Das wird die Deges bei der Einwohnerversammlung am Donnerstag erklären müssen.



Frank Levermann

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