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Rügen Neue Pläne: Lohme will Paradies für Senioren werden
Vorpommern Rügen Neue Pläne: Lohme will Paradies für Senioren werden
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09:21 31.08.2018
Die Gärten am Ostseeblick in Lohme sollen bebaut werden. Nachdem das Projekt eines Gesundheitshotels im Gemeinderat scheiterte, wollen die Eigentümer jetzt ein Altersheim und Häuser mit seniorengerechten Wohnungen errichten. Quelle: Karsten Bartel
Lohme

Wird Lohme zum Senioren-Paradies? Nachdem der Gemeinderat zu Jahresbeginn den Bau einer Hotelanlage auf mehreren Grundstücken an der Straße „Ostseeblick“ abgelehnt hatte, präsentierten die Eigentümer auf einer Einwohnerversammlung eine Alternative: Auf dem Areal zwischen der Pferdekoppel an der Dorfstraße und dem „Ostseeblick“ sollen ein Altersheim und mehrere Häuser mit seniorengerechten Wohnungen entstehen. Diesen Vorschlag unterbreitete Detlef Paul, pensionierter Landschaftsarchitekt aus dem bayerischen Schwabach und einer der Grundbesitzer, den Lohmern.Nicht bombastisch, sondern überschaubar soll es werden, versichert er. Das zweigeschossige Pflegeheim könnte demnach auf dem Areal an der Dorfstraße entstehen. Hier sollen 60 Bewohner ausschließlich in Einzelzimmern untergebracht werden. Das, so Paul, sei laut Angaben potentieller Betreiber die unterste Kapazitätsgrenze. Neben der Vollzeit- soll es hier auch die Möglichkeit einer Tages- und Teilzeitpflege geben. Auf den Flächen am „Ostseeblick“ sind mehrere Einzelhäuser mit zwei bis drei Stockwerken vorgesehen. Diese sollen durch Gänge miteinander verbunden werden und seniorengerechte Wohnungen vorhalten. Die Nutzer sollen diese kaufen oder mieten können. Rund 20 Vollzeit-Arbeitskräfte würden für den Betrieb der Anlage benötigt. Für einen Teil der Mitarbeiter sind zwei separate Häuser mit acht Wohnungen vorgesehen. Zufahrten würde es sowohl von der Dorfstraße als auch vom „Ostseeblick“ geben. In einer Tiefgarage sollen 20 Stellplätze entstehen.Diese Idee kommt bei vielen Lohmern offenbar besser an als die des Gesundheitshotels. Viele Einwohner müssten nach Sassnitz, wenn sie auf einen Heimplatz angewiesen seien, beklagte die Gemeindevertreterin Joyce Klöckner. Gäbe es Seniorenwohnungen im Ort, könnten die älteren Einwohner hier ihren Lebensabend verbringen. Und vielleicht würden sich in dem Zuge sogar ein Arzt und eine Apotheke ansiedeln, gab sie sich euphorisch. Der Vorschlag für die Ansiedlung sei gut, lobte auch Ilona Burwitz und mahnte, beim eventuellen Bau die Balkone an den Pflegezimmern nicht zu vergessen.

Bebauung wirkt zu massig

Inhaltlich ein schönes Projekt – doch auch das könnte scheitern, wenn die jetzt präsentierten Entwürfe nicht gründlich überarbeitet würden, sagte sinngemäß der Lohmer Udo Hoffmann. „Die von Ihnen geplanten Häuser am Ostseeblick sind mindestens drei bis vier Meter höher als die jetzige Bebauung“, kritisierte er und mahnte, sich an der Höhe der Häuser in der Nachbarschaft zu orientieren. Mache man jetzt die gleichen Fehler wie die Vorgänger, werde „ein schönes Projekt durch die Massigkeit der Bebauung kaputtgemacht“.Neben der äußeren Hülle befindet sich auch der Inhalt noch in einer „Entwurfsphase“. Denn so sehr sich die meisten Lohmer eine solche Einrichtung auch in ihrem Dorf wünschen: Detlef Paul muss erst noch bei den potentiellen Betreibern Überzeugungsarbeit leisten. Zum einen ist die Zahl der geplanten Plätze an der unteren Grenze der Wirtschaftlichkeit, zum anderen muss für den Betrieb erst einmal Pflegepersonal gefunden werden, das allerorten Mangelware ist. Dazu kommt noch die in der Regel eher dürftige Infrastruktur eines Dorfes. Aus diesem Grund, weiß auch Detlef Paul, gehe der Trend im Alter derzeit eher dahin, vom Land in die Stadt zu ziehen. Dennoch könne Lohme auch für Senioren von außerhalb ein attraktiver Wohnort werden, und zwar nicht nur wegen der ruhigen Lage am Meer. Die Mieten und Betreuungskosten in der Anlage müssten aber erschwinglich sein.

Maik Trettin

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