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Rügen Neue Verhandlungen über Schließung von Molkerei
Vorpommern Rügen Neue Verhandlungen über Schließung von Molkerei
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00:13 15.05.2018
Seit 1953 wird der beliebte Camembert „Rügener Badejunge“ im Bergener Werk produziert. Quelle: Foto: Stefan Sauer/dpa
Bergen

Nächste Runde im Ringen um den Erhalt der Bergener Molkerei: Am Donnerstag werden Arbeitnehmervertreter mit Unterstützung der Gewerkschaft Nahrung Genuss Gaststätten (NGG) und des Hamburger Rechtsanwaltes Dr. Klaus Bertelsmann zum zweiten Mal mit Vertretern des Deutschen Milchkontors (DMK) über eine mögliche Perspektive des von der Schließung bedrohten Werks verhandeln. Dies kündigte NGG-Landesgeschäftsführer Jörg Dahms gestern an.

Vorab kritisierten Gewerkschaft und Betriebsrat die Vorgehensweise und „die damit bewusste Zerstörung von Arbeitsplätzen“, wie es hieß. Das DMK habe bisher keine Anstrengungen unternommen, das Unternehmen auf dem Markt zum Verkauf anzubieten. Damit würden die Verantwortlichen vorsätzlich mit der Existenz der Arbeitnehmer spielen. „Jetzt darf die Landes- und Bundespolitik nicht einfach zuschauen, wie rund 60 langjährige Beschäftigte einfach und nur aus Angst vor neuer Konkurrenz entsorgt werden“, forderte Dahms. „Wir als Arbeitnehmervertreter fordern das Eingreifen, zumal es Interessenten gibt und das DMK die Milch als Verarbeitungsprodukt auf der Insel verloren hat.“

Spürbare Unterstützung würden die Beschäftigten derzeit einzig von der Bürgermeisterin der Stadt Bergen, Anja Ratzke (parteilos), erhalten, die einen Antrag in die Stadtvertretung einbrachte, um für einen neuen Investor gegebenenfalls ein Grundstück für den Neubau einer Molkerei zur Verfügung zu stellen.

Die Beschäftigten produzieren seit 1953 die Marke „Rügener Badejunge“, zuletzt für die Rotkäppchen Peter Jülich GmbH mit Sitz in Dortmund. Das Unternehmen will den deutschlandweit beliebten Camembert nach eigenen Angaben künftig in seinem Werk in Lumpzig in Thüringen produzieren, nachdem DMK den Vertrag über die Herstellung des Käses gekündigt hatte.

Die Produktion des „Rügener Badejungen“ läuft bis Mitte 2019 vertraglich gesichert am Standort Bergen. Danach soll das Werk geschlossen werden. Der Markeninhaber – die Rotkäppchen Peter Jülich GmbH – sieht früheren Angaben zufolge in der Produktions-Verlagerung des Käses nach Thüringen keine markenrechtlichen Probleme. Der neue Herstellungsort werde auf der Verpackung ausgewiesen. Nachdem bekannt geworden war, dass der Badejunge künftig nicht mehr auf der Insel produziert werden soll, die ihm seinen Namen gibt, hatte es große Kritik gegeben.

OZ

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