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Rügen Neuer Anlauf für Hafen am Südstrand
Vorpommern Rügen Neuer Anlauf für Hafen am Südstrand
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18:56 08.06.2018
Der Südstrand von Göhren mit Blick auf die „ Schwedenbrücke“ und zum Lobber Hövt und weiter bis zum Südperd. Quelle: D. Lindemann
Göhren

Bringt ein Hafen am Südstrand von Göhren Vorteile für das Ostseebad und wo wäre er dort realisierbar? Diesen Fragen wollen die Göhrener Gemeindeväter aktualisierend auf den Grund gehen. Denn die Idee für eine Marina ist nicht neu, doch die Unterlagen zu den Hafenplänen liegen seit Jahren in der Schublade.

„Unsere vorhandenen Unterlagen aus dem Jahre 2010 haben wir zu einem Planungsbüro gesandt, um Machbarkeit und Synergieeffekte eines Hafens am Südstrand zu prüfen“, informierte Bürgermeister Wolfgang Pester. Und zwar an das Ingenieurbüro ITT Port Consult aus Laboe, das auch in die Planungen für den Inselhafen in Prerow auf der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst (Kreis Vorpommern-Rügen) als Ersatzhafen für den Nothafen Darßer Ort involviert ist. Vorausgegangen war ein Vorort-Termin in Göhren mit dem Planungsbüro und allen Gemeindevertretern.Eines sei jetzt schon klar: Von der ursprünglichen Variante einer Marina am Göhrener Südstrand mit hunderten von Liegeplätzen wird Abstand genommen.

„Wir reden nicht von 500 Liegeplätzen. Es geht um eine deutlich abgespeckte Variante ohne Hotel, aber mit Hütten für alles, was mit Booten zu tun hat“, so Pester. Es müsste erörtert werden, ob ein Wasserwanderrastplatz, ein Nothafen oder ein Seglerhafen gebaut werden sollte – auch in Hinblick auf einen Sportboothafen mit 250 Liegeplätzen in Prora, den das Ostseebad Binz in Erwägung zieht und gerade prüfen lässt.

„Das Problem ist, dass wir am Südstrand keine Flächen haben“, weiß Pester. Zudem gehe es auch um die Beantwortung der Frage, ob es Sinn machen würde, die alte „Schwedenbrücke“ wieder zu installieren oder den Steinwall in diesem Bereich zu verlängern, so dass vielleicht der Abbruch des Hochufers am Südstrand gestoppt beziehungsweise verlangsamt werden könne. Die ehemalige „Schwedenbrücke“ wurde 1813 errichtet und diente im frühen 19. Jahrhundert als Anlegestelle für Schiffe. Heute sind nur noch Reste des einstigen Bauwerkes erhalten.Noch völlig offen ist die Investoren- und Betreiberfrage für eine Marina in Göhren. „Selbst betreiben kann die Gemeinde den Hafen nicht“, betont Pester. Auf die Suche nach einem Investor werde sich aber erst gemacht, wenn die Planer ein positives Signal gegeben haben und ein Hafenbau auch Volkes Wille sei. Zum Hafen soll es nämlich einen Bürgerentscheid geben, kündigt das Gemeindeoberhaupt in diesem Zusammenhang an. Diese Abstimmung sollte es eigentlich bereits zur Landratswahl geben.

Rückblick: Schon seit 1995 strebt die Gemeinde Göhren an, am Südstrand einen Sportboot- und Fischereihafen zu etablieren. Die ersten Planungen sahen vor, rund 400 Liegeplätze, darunter acht für die Fischerei, zu schaffen. Neben dem 400 Meter langen, befahrbaren Steg zum Inselhafen war an Land Bebauung für Beherbergungen vorgesehen. Für das Vorhaben erteilte das Amt für Raumordnung und Landesplanung im Jahre 2006 eine Absage, da Umweltschützer befürchten, dass die Bebauung in Strandnähe das Landschaftsbild erheblich beeinträchtigen würde. Auch im Ort und unter den Gemeindevertretern war und ist das Projekt umstritten – aus Naturschutzgründen und auch hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit.

Hafenbefürworter verwiesen unter anderem auf das „Standortkonzept für Sportboothäfen an der Ostseeküste“ des Landes MV aus dem Jahre 2004, in dem Göhren für ein Netzlückenschluss zwischen Sassnitz und Thiessow auf der Hälfte der 22 Seemeilen langen Strecke ganz oben stehe. Den Bedürfnissen der Wassersportler entsprechend sollte die Distanz zwischen zwei benachbarten Häfen eine Wegstrecke von 15 bis 20 Seemeilen nicht überschreiten. Im Jahr 2009 startete die Gemeinde einen neuen Versuch, den Port zu verwirklichen und wollte Marina-Betreiber Jaich aus Lauterbach mit ins Boot holen – mit nun abgespeckter Variante mit 200 bis 250 Liegeplätzen, 100 Meter kürzerem Steg und Verzicht auf ein Hotel. Die Gebäudeeinheiten für den Hafenmeister und sanitäre Anlagen, ein Fachgeschäft für Segler sowie ein Restaurant mit Terrasse waren auf einer Hafen-Insel vorgesehen.

Dann verebbte das Thema wieder, bis es vor zwei Jahren wieder aufploppte, als Binz eine 104720Euro teure Machbarkeitsstudie für eine Marina in Prora in Auftrag gab, die das Land mit 78540 Euro bezuschusste. Die besagte Studie von 2004 hatte Prora noch eine klare Absage erteilt, wegen der „potenziellen küstenschutzfachlichen Nichtgenehmigungsfähigkeit“ und der „schlechteren Lage im Hafennetz gegenüber Binz und Göhren“ (die OZ berichtete).

Herold Gerit

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