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Rügen Neuer Anlauf für Schwimmhalle
Vorpommern Rügen Neuer Anlauf für Schwimmhalle
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00:00 04.04.2017
Bergen

Bekommt Bergen bald eine eigene Schwimmhalle? Diese seit Jahren in der Stadt diskutierte Idee könnte bald Wirklichkeit werden. Am kommenden Mittwoch stimmen die Stadtverordneten darüber ab, ob die Verwaltung eine Kostenrechnung für eine Sportschwimmhalle erstellen soll.

Stadtvertreter entscheiden, ob Kosten für Bau eines Sportbades in Bergen geprüft werden

Angestoßen hatte das Projekt die Verwaltung. „Im Rahmen des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes haben wir 2015 die Einwohner Bergens gefragt, was sie sich von ihrer Stadt wünschen“, erzählt Bergens Bürgermeisterin Anja Ratzke (parteilos). „Ein Schwimmbad stand ganz oben auf der Wunschliste, egal ob es sich um Senioren oder Schüler handelt.“

Aber noch ein anderer Grund ist für die Bürgermeisterin entscheidend: „Es kann nicht sein, dass wir auf Deutschlands größter Insel unseren Schülern nicht das Schwimmabzeichen abnehmen können“, meint sie. „Derzeit können diese Prüfungen nur im Hansedom Stralsund stattfinden, weil auf der Insel die Bedingungen nicht stimmen. Einen Sprungturm zum Beispiel gibt es nicht.“

Schulschwimmen nur in Samtens

Im Moment findet der gesetzlich vorgeschriebene Schwimmunterricht der Rügener Schulen in Samtens statt. Im einzigen Schwimmbad der Insel, in dem Schulschwimmen möglich ist, trainieren auch die Wassersportler und Rettungsschwimmer des Deutschen Roten Kreuzes (DRK). „Diese Schwimmhalle ist wegen ihrer geringen Wassertiefe aber für Rettungsübungen nur bedingt geeignet, ein Sportschwimmbecken wäre wesentlich besser“, meint Burkhard Päschke vom DRK. „Außerdem sehen wir schon, dass es für die Kinder unserer Schwimmkurse kaum möglich ist, jedes Mal extra zum Beispiel aus Sassnitz anzureisen.“

In den Ausschüssen der Stadt wurde das Thema kontrovers diskutiert. „Ich stehe grundsätzlich sehr positiv dazu, ich bin stellvertretender Vorsitzender bei der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft und würde mich über eine Schwimmanlage sehr freuen“, sagt Axel Thiede (CDU) im Sozialausschuss. „Aber wenn wir nicht einen Sponsor wie eine Bank oder Versicherung finden, die mit einsteigen, dürften uns die Kosten auf die Füße fallen.“ Die einzige Schwimmanlage, die seines Wissens nach kostendeckend arbeite, sei das Wonnemar in Wismar.

Schwimmbad für alle – und nicht nur für Schüler

„Die Wünsche der Einwohner dürfen aber auch nicht vergessen werden“, betont Torsten Zink (CDU), Vorsitzender des Bauausschusses. „Wenn ich sehe, dass in der Rostocker Neptunhalle ein Schwimmbetrieb nur zwischen 6 und 7.30 Uhr morgens und dann erst wieder nach 20 Uhr möglich ist, weil der Rest der Zeit für Vereine und Schulen geblockt ist, geht das ja auch am Bedarf der Menschen vorbei.“

Trotzdem gaben die Ausschüsse „grünes Licht“ für die Abstimmung des Vorschlags in der Stadtvertretung. „Ich bin skeptisch, ob die Unterhaltskosten für Bergen tragbar sind.

Ein Schwimmbad ist immer ein Zuschussgeschäft“, fasst Torsten Zink zusammen. „Aber prüfen lassen kann man das ja mal.“

Unterhaltskosten stehen im Fokus der Berechnungen

Bergen würde sich wegen seiner Lage als Inselzentrum hervorragend für den Standort des Schwimmbades eignen, sagte Ratzke, auch ein Grundstück in städtischem Besitz käme für einen Bau in Frage. „Es gibt eine Fläche in der Ruschvitzstraße in Rotensee, die groß genug wäre, darauf sowohl das Feuerwehr-Gerätehaus als auch die Schwimmhalle zu bauen“,berichtet Anja Ratzke. „Für die Altstadtschule wär sie dann sogar fußläufig zu erreichen.“

Die Baukosten wären nicht das übergeordnete Problem, die Unterhaltskosten stünden im Fokus der Berechnungen. „Es lagen der Stadt nie zuverlässige Zahlen über die Kosten eines Schwimmbades vor“, so Ratzke. „Es müssten jetzt erstmal die verschiedenen Betreibermodelle untersucht werden.

Was die Energie- und Wärmetechnik angeht, hat sich zum Glück einiges getan, wir suchen nach modernen Möglichkeiten, die Kosten möglichst gering zu halten.“ Mit gegengerechnet werden müssten nach Angaben Ratzkes allerdings auch die Kosten, die die Stadt derzeit für den Transport der Schüler nach Samtens oder Stralsund zahle sowie die Kosten, die sie für die Bahnbelegung dort trage.

Positive Resonanz von Jugendlichen

Bei der jüngeren Bevölkerung kommt die Idee an. „Ich finde die Idee gut“, sagt Malte Peters (16) aus Renz. „Dann könnte man hier auch mal mehr mit Freunden unternehmen, zum Beispiel erst Schwimmen gehen und dann ins Kino.“

William Zobler aus Binz stellt sich die Bergener Schwimmhalle wie ein Spaßbad mit Sportbecken vor – ähnlich dem Hansedom in Stralsund. „Bergen ist ein guter Standort für so eine Halle, denn Bergen ist für jeden gut erreichbar“, sagt der 17-Jährige.

Anni Arendt sieht das Vorhaben kritischer.„Meiner Meinung nach ist eine Schwimmhalle in Bergen unnötig, da die meisten Schwimmhallen auf Rügen schon jetzt nicht gut laufen“, sagt die 17-Jährige. „Die bestehenden Anlagen in Neddesitz und und Samtens würden weiter Besucher verlieren.“

Bäder der Insel

5

Schwimmhallen

gibt es derzeit auf der Insel Rügen. Neben dem Inselparadies in Sellin können Besucher auch in der Erlebniswelt „Splash“ in

Neddesitz bei Sagard rutschen und baden. Auch im Erlebnisbad

Vitamar in Binz,

im Störtebeker

Sporthotel in Samtens und in der Therme im Seehotel Binz können sich Außer-Haus-

Gäste im Wasser

betätigen.

Anne Ziebarth

Rügen OZ-Schulnavigator – Heute: Die Regionale Schule in Binz - Tourismus als Unterrichtsfach

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