Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Rügen Neuer Platz für alten Trödel
Vorpommern Rügen Neuer Platz für alten Trödel
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:01 23.03.2016

Ein wenig Wehmut liegt im Blick von Ute Jasmann, den sie über die Bundesstraße durch die noch kahlen Äste der Birken und Pappeln auf den Selliner See wirft. „Das war immer schön nach dem Aufbau eine Tasse Kaffee bei dieser Aussicht zu genießen und dabei das glitzernde Blau des Wassers in der Morgensonne zu beobachten“, schwärmt die 58-Jährige von den wunderbaren Momenten, die sie und ihre Trödelfreunde am Selliner Bollwerk erleben durften. Seit sechs Jahren trafen sie sich hier jeden Sonntag von Ostern bis Ende Oktober zum Flohmarkt. Doch dieses Jahr nehmen Baumaschinen den Platz der Camping- und Tapeziertische ein, die Arbeiten für den geplanten Wasserwanderrastplatz beginnen. „Wir sind zwar etwas traurig, dass uns die urige Kulisse am Bollwerk verloren gegangen ist, freuen uns dafür aber sehr, dass die Gemeinde eine Alternative für uns gefunden hat“, sagt Ute Jasmann. „Unser Bürgermeister kam uns sehr entgegen.“

Zur Galerie
Am Ostersonntag beginnt die Saison des beliebten Selliner Flohmarktes auf dem Großparkplatz im Seepark

Wir sind sehr froh einen neuen Standort gefunden zu haben.“Trödlerin Ute Jasmann

Dabei war die Standortsuche gar nicht so einfach. Zunächst prüfte Reinhard Liedtke die Möglichkeit, den Flohmarkt auf das Areal der Eisbahn umzusiedeln. „Dort finden aber gerade im Sommer an Sonntagen Events statt, die wir nicht blockieren können“, so das Gemeindeoberhaupt. Auf der Gemeindevertretersitzung Ende Februar wurde der Antrag von Ute Jasmann, den Flohmarkt künftig im hinteren Bereich des Großparkplatzes zu veranstalten, einstimmig durch die Abgeordneten angenommen.

Angefangen hatte die Freude mit dem Krimskrams am Ostersonntag 2009. Die Sellinerin Ursula Knospe ergriff damals die Initiative, luchste Ferdinand Schwanz, dem einstigen Eigentümer der Fläche am Bollwerk, die Nutzungsgenehmigung ab und begann mit sechs Gleichgesinnnten das Feilschen. „Der Flohmarkt wuchs von Jahr zu Jahr. Immer mehr Händler zeigten Interesse. Das Bild veränderte sich mit der Anzahl und Vielfalt“, erzählt Siegfried Schälke, der jeden Sonntag aus dem Selliner Ortsteil Altensien in das Ostseebad pendelt, um seine Fische aus Stein auf dem Flohmarkt anzubieten.

Zu den ausrangierten Gegenständen aus Haushalt und Garten gesellten sich nach und nach Handwerk und Handarbeit, Schmuck und Spielzeug, Schallplatten und Bücher. Und aus den sechs Flohmarkt-Pionieren wurde ein Stamm aus 14 Händlern, die u. a. aus Sassnitz, Parchtitz oder auch vom Festland aus Stralsund und Greifswald anreisen. „In der Hauptsaison mieteten in den vergangenen Jahren auch Urlauber einen Stand an, weil sie unseren Flohmarkt so schön fanden, uns dafür lobten, liebevolle Herrichtung und einen übersichtlichen und ordentlichen Aufbau bescheinigten“, berichtet Ute Jasmann, die von ihrem verstorbenen Mann Klaus 2010 zum Mittrödeln überredet wurde. „Unser Flohmarkt ist aus Sellin einfach nicht mehr wegzudenken. Er ist Kult.“ Ab dem 27. März darf nun also wieder gehandelt werden — und zwar jeden Sonntag von 9 bis 17 Uhr auf dem Großparkplatz im Seepark. Interessierte Händler sind herzlich willkommen.

Von Steffi Besch

Morgen wird im Dokumentationszentrum Prora die Ausstellung „Unersetzbar“ eröffnet.

23.03.2016

Die Stadtvertreter wollen damit das Ehrenamt der Kameraden würdigen

23.03.2016

Dann ist Ostern wohl gerettet!

23.03.2016
Anzeige