Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Rügen Neuer Standort für Lohmer Gesundheits-Resort?
Vorpommern Rügen Neuer Standort für Lohmer Gesundheits-Resort?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:00 11.01.2018
U-förmig soll das dreigeschossige Hotel mit 120 Zimmern auf den jetzt als Gärten genutzten Grundstücken errichtet werden. Quelle: Fotos: Privat
Lohme

Es ist seit Monaten das Streitthema schlechthin in Lohme: die Bebauung des Telekom-Geländes mit einem Gesundheits-Hotel und weiteren Urlauberquartieren. Gerade erst war es ruhig geworden um das Projekt. Jetzt beschäftigt es die Einwohner erneut. Heute Abend wollen Stefan Kiefer von der Mori GmbH und Planer Frank Bertolt Raith öffentlich eine neue Variante präsentieren: Das 240-Betten-Hotel soll auf einer bislang weitgehend grünen Fläche an der Straße „Ostseeblick“ entstehen. Die Grundsatzentscheidung soll ruckzuck gefällt werden. Erst kurz vor Weihnachten waren die Planunterlagen beim Bauamt eingereicht worden. Schon für heute Abend ist eine Sitzung der Gemeindevertreter angesetzt, um über die Aufstellung eines Bebauungsplans für das „Gesundheitsresort LohmeOstseeblick“ zu befinden.

Mori GmbH will dreistöckiges Hotel nicht mehr auf dem Telekom-Gelände, sondern am Ostseeblick bauen

Der potentielle Bauherr hat es offenbar eilig. Ursprünglich habe die Telekom ihm einen Teil des Areals auf dem Rügen-Radio-Gelände übertragen wollen, damit er dort sein Hotel bauen könne, sagt Matthias Ogilvie. Doch seit einigen Monaten herrscht unter den früheren Funktürmen offenbar Funkstille. „Die Telekom steht jetzt etwas auf der Bremse und will die Flächen erst übertragen, wenn das gesamte Planungsverfahren durch ist“, gibt der Bürgermeister den derzeitigen Stand wieder. Darauf wollen Kiefer und seine Mitstreiter offenbar nicht warten. Deshalb habe man nach Alternativen zum Telekom-Gelände gesucht. „Dabei wurden verschiedene Standorte in Betracht gezogen. Der jetzt gewählte am Ostseeblick ist der schönste.“

Ob das die Lohmer auch so sehen, bleibt abzuwarten. Der „Ostseeblick“ ist eine eher beschauliche Anwohnerstraße. Infolge des Hangrutsches im Jahre 2005 ist sie eine Sackgasse. Um das Hochufer nicht weiter zu belasten, sollten möglichst wenig Fahrzeuge die schmale Straße benutzen; der Verkehr wird über die neue Ortstangente umgeleitet. Auch der Planer kommt nicht umhin zuzugeben, dass mit einem Hotel eine „deutliche Verkehrszunahme“ zu erwarten ist. Doch er relativiert: Weil derzeit nur sehr wenig Autos dort langfahren, komme es auch bei einer Steigerung der Verkehrszahlen „zu keiner erheblichen Belastung“.

Marion Prager-Wiehn und Christian Schmidt wohnen am Ostseeblick und sind fassungslos: „Das ist eine Anwohnerstraße oberhalb des Hangs, der noch nicht gänzlich stabilisiert ist!“ Das ohnehin umstrittene Projekt nun auch noch an dieser Stelle verwirklichen zu wollen, widerspreche nicht zuletzt dem Flächennutzungsplan. Demnach sollte das rund 4000 Quadratmeter große Areal, auf dem sich jetzt fünf Gärten mit Gartenhäuschen befinden, zu Wohnzwecken genutzt werden. Für einen Hotelbau müsste der Plan geändert werden.

Die Bedenken der Nachbarn sieht Planer Raith offenbar nicht. Ganz im Gegenteil. Während einige Lohmer und auch Baufachleute angesichts der Ausmaße des geplanten dreigeschossigen Baus in U-Form und mit einem Schwimmbad im Keller bereits jetzt den Kopf schütteln, halten Bauherr und Planer das Gebäude offenbar eher für pittoresk: „. . . angesichts der geringen Größe sowie der Vornutzung und Lage“ sei der Eingriff in die Landschaft durch den Dreigeschosser, für den die Gärten weitgehend geopfert werden müssten, „nicht erheblich“, wie es im Entwurf zum Bebauungsplan heißt.

Für das Hotel müssten vermutlich weitere Flächen versiegelt werden. In der geplanten Tiefgarage würden maximal rund 30 Autos Platz finden. Um die restlichen Stellflächen soll sich nach dem Willen der Mori GmbH die Gemeinde kümmern. Der will das Unternehmen gemäß der geltenden Satzung Geld zukommen lassen, damit diese Parkplätze für die Gäste des Hotels baut und unterhält.

Ob die Kommune sich darauf einlässt und ob sie überhaupt an dieser Stelle ein Gesundheits-Resort entstehen lassen möchte, darüber wollen die Gemeindevertreter heute Abend diskutieren und gegebenenfalls beschließen. Um 19 Uhr beginnt die öffentliche Sitzung im Haus „Linde“. Zwei Stunden zuvor wird es an gleicher Stelle eine öffentliche Präsentation des Vorhabens geben, zu dem alle Einwohner und Interessenten herzlich eingeladen sind.

Maik Trettin

Erster Brennschnitt für Crystal Yacht / Schwesig nicht dabei

11.01.2018

Ein 90 Jahre alter Rüganer ist bei einem Unfall bei Neuenkirchen schwer verletzt worden.

11.01.2018

Landesoffene Rassegeflügel- und Kaninchenschau mit mehr als 500 Tieren am Sonnabend und Sonntag in Gingst

11.01.2018