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Rügen Landrat Kerth: „Inselhauptstadt im Fokus“
Vorpommern Rügen Landrat Kerth: „Inselhauptstadt im Fokus“
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18:39 14.01.2019
Quelle: Jens-Uwe Berndt
Bergen

Es waren durchaus gewagte Ansichten, und es ging deshalb beim diesjährigen Neujahrsempfang von Bergen nicht selten ein Raunen durch den Saal der Altstadtgrundschule: Landrat Stefan Kerth (SPD) sieht die einstige Kreisstadt nicht nur klar als Inselhauptstadt, sondern nannte Mukran gar die „Werkbank“ Bergens. Das wirtschaftliche Potenzial möge man hier erkennen und daraus Nutzen ziehen. Auch habe Bergen Strandlage – das liege nämlich immer im Auge des Betrachters, komme man doch aus dem Ort in alle Richtungen in nur kurzer Zeit an eine der Küsten Rügens. Auch sei Bergen nicht ohne Binz oder Prora zu denken.

Was Kerth zu diesen Theorien veranlasste, lässt sich mit der idealistischen Vorstellung eines Schulterschlusses der Inselgemeinden erklären. Daher vielleicht auch sein Satz „Insellagen erfordern Insellösungen“. Auf jeden Fall versicherte er am Sonnabend auf dem Empfang, dass er Bergen im Fokus habe. Für das Vorhaben Sportschwimmhalle lobte die Stadt. „Es ist weitreichend und ein mutiger Gedanke“, sagte Kerth. Das Problem mit dem Nonnenseeparkplatz, der erst kürzlich gesperrt worden war (die OZ berichtete), habe er auf dem Zettel. „Dieses Problem kriegen wir in den Griff.“ Der erste Beifall während seiner Rede brandete allerdings auf, als er in Aussicht stellte, dass es für den Verbleib des Schaproder Silberschatzes – er wurde Anfang 2018 entdeckt – nicht ausgeschlossen sei, dass Rügen oder sogar Bergen ins Rennen gebracht werden könnten.

Die Schwimmhalle spielte natürlich auch bei der Rede von Bürgermeisterin Anja Ratzke eine wichtige Rolle. Von Daseinsfürsorge und die Pflicht, den Kindern der Insel einen angemessenen Schwimmunterricht zu bieten, sprach sie und endete mit einem Zitat: „Wer etwas will, findet Wege. Wer etwas nicht will, findet Gründe.“

Es waren aber vor allem die scheinbaren Nebensächlichkeiten, die diesen zehnten Neujahrsempfang zu einem besonderen machten. Das begann schon am Eingang, wo ein Buch auslag, in dem sich die Besucher mit ihrer Unterschrift verewigen konnten. Und es war nicht mehr – wie in den Jahren zuvor – das so genannte „Goldene Buch“ der Stadt, wo sich eigentlich Ehrenbürger und prominente Gäste eintragen, sondern ein neues – eigens für Neujahrsempfänge angelegtes. Die Dekoration mit „römischen Säulen“ und Blumengestecken, die das Lob des Leiters des Arndt-Gymnasiums, Christoph Racky, fand, war ein Produkt der Bürgermeistersekretärin Sabine Essner. Bis Freitag in die Abendstunden hatte sie an der optischen Verschönerung der Aula gearbeitet.

Kerstin Kassner, Bundestagsabgeordnete der Linken und in diesem Jahr für ihre Partei auf der Kommunalwahlliste für die Bergener Stadtvertretretung, war etwas sorgenvoll zum Empfang gekommen. In der Einwohnerschaft glaube man, dass sie in Bergen Verwaltungs-Chefin werden wolle, sagte sie gegenüber der OSTSEE-ZEITUNG. Grund, so Kassner, sei ein Zeitungsbeitrag gewesen, in dem neben ihrem Namen auch der von Ex-Bürgermeisterin Andrea Köster für die Kandidatur zur Stadtvertretung genannt worden war. „Die Leute denken jetzt, Frau Köster und ich wollen Bürgermeister werden“, sagte Kassner. Die Ambitionen habe sie aber auf keinen Fall, versicherte sie.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen Auszeichnungen. Mit der Ehrenmedaille der Stadt Bergen in Gold im Bereich Kultur wurde Heike Grawwert geehrt, die die „Jasmunder Plattdänzer“ seit über 30 Jahren im Ehrenamt leitet. Im Bereich Soziales empfingen Nicole Thesenvitz und Maria Elsner diese Auszeichnung für ihre Arbeit bei der Tafel. Gabriele Viola erhielt die Medaille in Abwesenheit für ihre selbstlose Unterstützung einer alten Dame in der Nachbarschaft. Schließlich gab es noch Blumen für Matthias Rohloff von Feuerwehrförderverein, der erst kürzlich von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) als Ehrenamtler ausgezeichnet worden war, und einen Getränkegutschein für Martin Handschug, der mit seinem VfL Bergen Sonntag vor einer Woche zum sechsten Mal in Folge den Rügenpokal gewonnen hatte.

Jens-Uwe Berndt

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