Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Rügen Noch 142 Stunden bis zur Jagdprüfung
Vorpommern Rügen Noch 142 Stunden bis zur Jagdprüfung
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:00 07.12.2018
Waffenkunde in Kasnevitz: Revierjagdmeister Sascha Klären (42) erklärt dem Teilnehmer Mathias Otto (36) besondere Bauformen von Patronen. Quelle: Jan Steinfurth
Kasnevitz

Ausgestopfte Vögel, Kleintiere, Schädel, Knochen: Wenn man den großen Schulungsraum in der Jagdschule Rügen in Kasnevitz betritt, weiß man sofort, was einem erwartet. Jedes dieser Objekte ist Bestandteil des Unterrichts, der in diesem Bundesland mindestens 142 Stunden beträgt. Hier werden die Jagdschüler im Halbjahreskurs für die Prüfung vorbereitet, die durch eine Schießprüfung sowie schriftlich und mündlich-praktisch absolviert wird.

Vor mir und elf weiteren Männern liegen also spannende Monate. Alle haben sich entschieden, das sogenannte „Grüne Abitur“ auf der Insel Rügen abzulegen. In den nächsten Wochen werde ich regelmäßig über den Alltag als Jagdschüler – von der Anmeldung über den Unterricht und der Praxis bis hin zur Prüfung – berichten.

Jeder hat eine andere Motivation

Jeder hat eine andere Motivation, diesen Kurs zu besuchen. Ich bin neugierig und naturverbunden. Dies sind schon mal zwei elementare Gründe, warum ich mich entschieden habe, das „Grüne Abitur“ abzulegen. Ich möchte den Wald mit all seinen Facetten entdecken und mehr über diesen Lebensraum studieren. Aber es gibt so viele Dinge, die mit der Jagd verbunden sind und die ich unbedingt lernen möchte. Für mich ist die Jagd wichtig, denn Jäger sind verpflichtet, einen gesunden und artenreichen Wildbestand zu erhalten. Das ist einer ihrer wichtigsten Aufgaben. Und darauf freue ich mich. Jäger gehören im Übrigen neben Fischern zu den einzigen ehrenamtlich tätigen Naturschützern, die einerseits eine umfangreiche Ausbildung und zum anderen eine staatliche Prüfung absolvieren müssen.

Lernen, lernen, lernen

Der erste Schritt ist getan: Der Vertrag wurde unterschrieben und die Unterlagen für den Unterricht liegen bereit. Erste Stunde: Revierjagdmeister Sascha Klären zählt die Lehrinhalte auf: Waffen und Munition, Waffenrecht, Jagdrecht, Wildkrankheiten, Wildbrethygiene, Hunde, Federwild, Haarwild, Naturschutz, Land und Waldbau sowie die jagdliche Praxis. Es klingt, wie man es sich bereits denken kann: sehr kompliziert. Sascha Klären gibt aber Entwarnung. „Jedes einzelne Themengebiet werden wir intensiv behandeln. Viele ungeklärte Fragen erledigen sich auch, wenn wir sie in der Praxis anwenden“, sagt er. „Wir werden zwischendurch immer wieder Tests schreiben, um zu erfahren, wie weit jeder einzelne Teilnehmer im Stoff steht. Sollte es bei dem ein oder anderen noch weiteren Schulungsbedarf geben, gibt es immer noch die Möglichkeit, zu diesem Themenschwerpunkt einen Parallel-Kurs zu besuchen“, sagt Sascha Klären.

Einsatz einer Waffe setzt in der Praxis viel Wissen voraus

Mit einem der schwersten Themenbereiche beginnt er auch seinen Halbjahreskurs. Verschiedene Büchsenpatronen stehen auf seinem Lehrtisch. In den ersten Stunden lernen wir die verschiedenen Kaliber kennen, die für unterschiedliche Jagden benutzt werden sollen. Etwa die Schonzeitpatronen „.22 lr“ und „.22 Hornet“ für Raubwild. Oder die „.222 Remington“ für Rehwild. Was sind Schonzeitpatronen, was ein Kugelfang? Was verbirgt sich hinter den Begriffen Flintenlaufgeschosse, Kugelfang, Saufeder, Hirschfänger, Waldläuferdrilling, Blitzschloss oder Doppelzüngelstecher? Wer vorher noch nie etwas mit der Jagd zu tun hatte, muss hier besonders gut aufpassen. „Ich setze voraus, dass sich die Jagdschüler auch nach den Unterrichtseinheiten intensiv mit ihren Lehrbüchern auseinandersetzen. Nur so können sie sich nicht nur bestmöglich auf die Prüfung vorbereiten. Der Einsatz einer Waffe setzt in der Praxis viel Wissen voraus. Einher geht die große Verantwortung, die ein Mensch beim Umgang mit einem Gewehr oder einer Pistole hat“, so Sascha Klären.

Im Laufe des Jägerabiturs ist deshalb auch der praktische Teil in Form von Schießübungen vorgesehen. „Wir werden zuerst auf dem Schießstand mit dem Luftgewehr die Atemtechnik und die Waffenhandhabung üben. Danach geht es zur weiteren Ausbildung auf den Schießstand“, erklärt der Revierjagdmeister.

Mathias Otto

Der 24-Jährige geht in seiner Freizeit regelmäßig laufen

07.12.2018

Die diesjährige Weihnachtsaktion der OZ legt den Finger in die Wunde: OZ-Leser finden, dass durch den Staat Opfern von Gewalt viel zu wenig Unterstützung gewährt wird.

06.12.2018
Rügen Hundestaffel erfolgreich - Schnüffelnasen können Leben retten

Die „Rettungshundestaffel Jasmund Rügen“ gibt es seit drei Jahren. Jetzt bestanden drei weitere Hunde die Eignungsprüfung

06.12.2018