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OZ-Serie Fit und Gesund: Auf den Zahn gefühlt

Bergen/Stralsund OZ-Serie Fit und Gesund: Auf den Zahn gefühlt

Sabine Szuwart und ihre Kolleginnen schauen jedes Jahr in die Münder von etwa 26000 Kindern in ganz Vorpommern-Rügen.

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Sabine Szuwart ist eine von drei Zahnärzten beim Gesundheitsamt des Kreises Vorpommern-Rügen, die die Zähne von Kita-Kindern und Schülern kontrollieren.

Quelle: Foto: Alexander Müller

Bergen/Stralsund. Sabine Szuwart und ihre Kolleginnen schauen jedes Jahr in die Münder von etwa 26000 Kindern in ganz Vorpommern-Rügen. Die Stralsunderin ist seit 16 Jahren eine von drei Zahnärztinnen im Fachdienst Gesundheit des Landkreises Vorpommern-Rügen, die in Schulen und Kitas die Zahngesundheit kontrollieren.

OZ: Frau Szuwart, wie oft putzen Sie sich am Tag die Zähne?

Sabine Szuwart: Ich putze mir zweimal am Tag die Zähne, manchmal auch dreimal. Zweimal putzen sollte jeder. Morgens nach dem Frühstück und abends bevor man ins Bett geht. Auch nach dem Mittagessen wäre es gut. Ich habe mein Putzzeug hier auf Arbeit, schaffe es aber auch nicht jeden Tag.

Auf welche Probleme stoßen Sie in den Mündern der Kinder?

Es gibt Kinder, bei denen wir schon im Milchgebiss kariöse, also kaputte Zähne finden. Das Milchgebiss hat 20 Zähne und oft sind bei erst Dreijährigen schon mehr als zehn Zähne kaputt. Das ist etwas, was man vermeiden kann, wenn im Elternhaus zum Beispiel auf regelmäßige Zahnpflege und zahngesunde Ernährung geachtet wird.

Hat das etwas mit sozialen Unterschieden zu tun?

Geringes Einkommen führt zu schlechteren Zähnen, diesen Zusammenhang gibt es. Es gibt Kitas, in denen viele Kinder mit gesunden Gebissen sind . Und es gibt Kitas, in denen Kinder mit primär gesunden Zähnen in der Unterzahl sind.

Wer ist dafür verantwortlich?

Bei den Kindergartenkindern sind in erster Linie die Eltern verpflichtet, zu kontrollieren und auch nachzuputzen. Die Zahnpflege soll mit dem ersten Milchzahn beginnen, also etwa mit sechs Monaten.

Schon der erste Zahn muss geputzt werden. Man kann eine Zahnbürste mit Wasser verwenden oder mit einem kleinen Klecks Zahncreme. Mit zwei Jahren wollen die Kinder meist selbst die Bürste in die Hand nehmen, sie machen die Eltern nach. Sie bekommen die Zähne aber nicht sauber genug. Eltern sollten deswegen nachputzen, bis die Kinder richtig schreiben können. Das hängt mit der Motorik der Hände zusammen.

Welche Hilfsmittel empfehlen Sie?

Ich bevorzuge die klassische Handzahnbürste. Man kann auch eine elektronische Zahnbürste nehmen. Die muss aber trotzdem noch im Mund bewegt werden, denn sie nimmt einem das Putzen nicht komplett ab.

Auch Zahnseide kann schon bei Kindern benutzt werden. Ebenfalls wichtig sind Zahnzwischenraumbürsten, insbesondere bei Kindern mit festen Spangen.

Haben Sie in Ihrem Beruf eine Veränderung beim Zustand der Zähne festgestellt?

Die Befunde, die wir erheben, werden anonymisiert an verschiedene Institutionen weitergeleitet und dort statistisch ausgewertet. Generell hat sich die Zahngesundheit seit der Wendezeit verbessert.

Das gilt deutschlandweit, aber auch für Vorpommern-Rügen. Bei den Elf- bis Zwölfjährigen, die ihre bleibenden Gebisse haben, sieht es in der Regel sehr gut aus. Es gibt allerdings eine Ausnahme: Die Befunde in den Kitas haben sich bundesweit nicht verbessert.

Was sind die Ursachen dafür?

Die Kinder werden zum einen zu lange mit der Flasche ernährt. Ab dem ersten Geburtstag sollte man dem Kind beibringen, aus der Tasse zu trinken. Auch der Nuckel führt fast immer zu Zahnfehlstellungen. Es wird empfohlen, den Schnuller nach dem zweiten Geburtstag abzugewöhnen. Das wird in den Kitas auch so praktiziert. Oft höre ich jedoch von dort, dass die Eltern nicht mitziehen.

Das zweite Problem ist die falsche Ernährung. Die Kinder bekommen zu viel Zucker. Der ist in vielen Lebensmitteln enthalten, nicht nur im Bonbon, sondern auch im Joghurt.

Also komplettes Süßigkeitenverbot?

Ich bin der Meinung, dass man es nicht ganz und gar verbieten kann. Man sollte es aber steuern. Etwa die Schokolade oder die Gummibärchen nach dem Mittagessen. Ich persönlich habe bei meinen Kindern darauf geachtet.

Ist es möglich, bis zum Lebensende mit Putzen und richtiger Ernährung alle Zähne zu erhalten?

Ich würde sagen, ja.

Interview: Alexander Müller

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