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Öffentlicher Dienst: 400 Beschäftigte streiken

Stralsund Öffentlicher Dienst: 400 Beschäftigte streiken

Angestellte von Verwaltungen demonstrieren in Stralsund für mehr Geld

Stralsund. Mehr Geld, mehr Personal, mehr Entlastung: Rund 400 Beschäftigte des öffentlichen Dienstes haben gestern in Stralsund für bessere Arbeitsbedingungen demonstriert. Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hatte zu dem Warnstreik auf dem Alten Markt aufgerufen. Es versammelten sich Vertreter der Stadtverwaltungen von Stralsund, Greifswald, Wolgast und Neubrandenburg sowie der Kreisverwaltungen von Vorpommern-Rügen und der Mecklenburgischen Seenplatte. Aber auch Mitarbeiter der Sparkasse Neubrandenburg, des Wasser- und Schifffahrtsamts Stralsund, mehrerer Bundeswehrstandorte und der Deutschen Rentenversicherung in Stralsund legten ihre Arbeit nieder.

Grund für den Protest sind die aktuellen Tarifverhandlungen in Potsdam. Die Gewerkschaften hatten sechs Prozent mehr Gehalt für ein Jahr verlangt. Die Arbeitgeber boten hingegen drei Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit von zwei Jahren an. „Wir sind hier, um zu zeigen, dass wir das Angebot für unannehmbar halten. Das nächste muss besser werden, sonst gibt es Ärger“, sagte Verdi-Gewerkschaftssekretärin Simone Wolf. Sollte es bei der nächsten Verhandlungsrunde am 28. April keine Einigung geben, sei die Gewerkschaft bereit, die Proteste auszudehnen. Vielen Teilnehmern des Streiks in Stralsund ging es jedoch nicht nur um mehr Geld in der Tasche, sondern um ein generelles Umdenken bei den Arbeitgebern. Christoph Wallusch, der seit 23 Jahren im Stralsunder Wasser- und Schifffahrtsamt arbeitet, forderte eine bessere Personalpolitik. „Neue Kollegen werden zu deutlich schlechteren Konditionen eingestellt. Heraus kommt, dass sie nicht mehr die Leute bekommen, die sie haben wollen“, sagte er.

Andreas Königstein, seit 1993 Zivilangestellter bei der Marine in Rostock, stört der Abbau von Personal bei steigender Arbeitsbelastung. Doch natürlich geht es auch für ihn ums Geld. „Wer uns jetzt Gier vorwirft, dem sage ich: Oh, wie schön ist Panama, ich will auch ein Konto da“, meinte er ironisch.

Stralsunds Oberbürgermeister Alexander Badrow (CDU) sagte auf OZ-Anfrage, dass er die Forderung seiner Mitarbeiter nach angemessener Entlohnung ausdrücklich unterstützt. „Wir erwarten viel von unseren Leuten. Jahrelange Sparmaßnahmen und damit einhergehender Personalabbau bei gleichzeitiger Aufrechterhaltung bzw. Ausdehnung der vielseitigen Angebote und Leistungen für die Stralsunder verlangen immer mehr Einsatz von jedem Einzelnen“, sagte er. Etwas reservierter äußerte sich Vorpommern-Rügens Landrat Ralf Drescher (CDU). „Wir sollten die Tariferhöhung moderat angehen“, sagte er.

Er sei für einen Inflationsausgleich, so dass die Mitarbeiter „tariflich nicht abgehängt werden.“

Sowohl Redner als auch Teilnehmer berichteten, dass manche Arbeitgeber im Vorfeld Druck auf Beschäftigte ausgeübt haben, nicht an der Demo teilzunehmen. „Ein Hinweis an die Bürgermeister und Landräte: Das Streikrecht ist zu achten“, sagte Jens Mahler von der Gewerkschaft Verdi. A. Müller

OZ

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