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Rügen Olympiasieger Christian Schenk wieder ohne Arbeit
Vorpommern Rügen Olympiasieger Christian Schenk wieder ohne Arbeit
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07:34 05.04.2018
Vorschusslorbeeren gab es bei der Anstellung im Bergener Rathaus einige. Jetzt lief Christian Schenks Vertrag fristgerecht aus. Quelle: Ove Arscholl
Bergen

Was vor einem halben Jahr so hoffnungsvoll begann, fand jetzt ein abruptes Ende: Der einstige Zehnkampf-Olympiasieger der DDR, Christian Schenk, ist nicht mehr Mitarbeiter der Bergener Stadtverwaltung. Am 31. März endete sein Arbeitsvertrag fristgemäß. Ein Weiteranstellung scheint unwahrscheinlich.

Haushalt noch nicht bestätigt

Schenk, der einen Teil seiner Kindheit und Jugend auf Rügen verbrachte und der sich zweimal (1988 und 2013) in das „Goldene Buch“ der Stadt Bergen einschreiben durfte, war im vergangenen Jahr auf die Insel zurückgekehrt und am 1. Oktober 2017 von Bürgermeisterin Anja ratzke (parteilos) als Mitarbeiter für Kultur- und Stadtmarketing eingestellt worden (die OZ berichtete). Da Ratzke ohne Mandat der Stadtvertreter Arbeitsverträge nur für ein halbes Jahr befristet abschließen kann, war die Stelle von Christian Schenk mehrfach Diskussionsinhalt in verschiedenen Ausschüssen und in der Stadtvertretung. Letztere beschloss schließlich auf ihrer jüngsten Sitzung, die Stelle des Kultur- und Stadtvermarkters vorerst zu halten, sie aber bis zum 31. Dezember 2018 zu befristen. Eine Garantie für Schenks Weiterbschäftigung war das allerdings nicht, denn mit dem 1. April 2018 wurde alles auf Anfang gesetzt. „Leider konnten wir die Stelle noch nicht wieder ausschreiben, da unser Haushalt, der dem Landkreis seit dem 7. Dezember 2017 zur Bestätigung vorliegt, noch kein Okay bekommen hat“, sagt Anja Ratzke. „Diese Verzögerung behindert uns in der Arbeit.“

Umstrittene Personalie

Die Personalie Schenk war unter den Stadtvertretern – vor allem der CDU/FDP- und SPD-Fraktion – von Anfang an sehr umstritten gewesen. Einigen Lokalpolitikern bemängelten die Möglichkeit, die für die Stadt erbrachten Leistungen des ehemaligen Spitzensportlers abrechnen zu können. Anja Ratzke meint allerdings, dass der Mann für die kurze Zeit seiner Mitarbeit durchaus etwas voweisen könne. „Er hat mit uns ein Vier-Jahreszeiten-Programm erstellt, das wir ,Vivaldi’ nennen“, sagt Ratzke. „Es beinhaltet sportliche Veranstaltungen zu jeder Zeit im Jahr, die auf die jeweiligen Witterungsbedingungen zugeschnitten sind. So werden wir im Juni im Zittwitzer Ruderstützpunkt einen Sportnachmittag veranstalten, bei dem die Besucher die unterschiedlichsten Sportarten einfach mal ausprobieren können.“ Durchgeführt wird das Ganze mit der Sana-Sportgemeinschaft, mitfinanziert von der IHK. Der Fackellauf, von Schenk mitiniziiert, erfährt im Herbst ein Wiederauflage, und auch im Winter gebe es Jahreszeiten-spezifische Veranstaltungen unter freiem Himmel.„Leider können wir das von Herrn Schenk angestrebte Public Viewing zur Fußballweltmeisterschaft nicht realisieren“, erklärt die Bürgermeisterin weiter. Ohne bestätigten Haushalt fehle es an den nötigen Finanzen, kostenintensive Verträge abzuschließen, sagt sie. Christian Schenk konnte sich zum Ende seines Arbeitsverhältnisses wegen einer Erkrankung nicht äußern.

Berndt Jens-Uwe

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