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Ortsumgehungen und Bahnstrecken fehlen

Rügen/Stralsund Ortsumgehungen und Bahnstrecken fehlen

Der Landkreis wendet sich gegen die Diskriminierung dünn besiedelter Regionen durch das Land

Rügen/Stralsund. Es ist wieder einmal nur vollbeschriebenes Papier, das den Namen Integrierter Landesverkehrsplan (LVP) erhalten hat. Der Inhalt kann die Entwicklung Rügens allerdings maßgeblich beeinflussen. „Auf Grund der besonderen Bedeutung“ gab Landrat Ralf Drescher (CDU) dem Kreistag in dessen Sitzung von Anfang Mai deshalb auch seine Stellungnahme zum Entwurf des LVP zur Kenntnis.

Der auf der Grundlage des Landesverkehrskonzepts von 2002 erstellte Plan „enthält die mittel- und langfristigen verkehrspolitischen Grundsätze und Ziele der Landesregierung und hat deshalb programmatischen Charakter“, hieß es in der Begründung. Zwar habe der LVP „kaum rechtliche Bindungswirkung, er entfaltet aber faktische Wirkungen, indem er das Handeln der Landesregierung im Verkehrsbereich bestimmt und deshalb auch für die Ausreichung von Fördermitteln maßgeblich ist“.

Grund genug also, das Planwerk genau zu prüfen. In Hinblick auf die Insel Rügen monierte der Landkreis in seiner Stellungnahme fehlende Ortsumgehungen wie jene von Bergen, aber auch die schlechte Erreichbarkeit von Grundzentren. Namentlich im Nordwesten der Insel um Gingst und Wittow könnten die angestrebten Erreichbarkeitszeiten nicht eingehalten werden. „Der gesamte Nordwesten weist keinen einzigen Zentralen Ort auf. Seit langem setzt sich der Landkreis Vorpommern-Rügen für die Bildung eines gemeinsamen Grundzentrums Altenkirchen/Wiek für die Region ,Halbinsel Wittow’ ein“, heißt es in der Stellungnahme. Es sei indes „nicht erkennbar, dass die Landesregierung offen für eine Regulierung erkennbarer Defizite des bisher praktizierten Verfahrens zur Bestimmung von Grundzentren und zur Anpassung der Kriterien ist“, so der Landrat. Er fordert daher eine Überprüfung des Netzes der Zentralen Orte, so dass die gesetzlichen Zielgrößen für die Erreichbarkeit in einer bestimmten Zeit auch erfüllt werden können.

Wo das nicht der Fall ist, weil größere Lücken im Netz der Zentralen Orte vorhanden sind, sollten weitere Gemeinden als Grundzentrum bestimmt werden können. Bei kaum besiedelten Regionen, wie dem Darßer Wald, seien längere Zeiten sicherlich verkraftbar, „nicht jedoch in Regionen mit mehreren tausend Einwohnern und einer besonderen Bedeutung für den Tourismus, wie der Halbinsel Wittow“, heißt es weiter.

Die Lücken im Zentrale-Orte- Netz sind auch im Radverkehr schmerzlich zu spüren. „Orte wie Gingst, die keine zentralörtliche Funktion aufweisen, aber als Schul- und Versorgungsstandort erhebliche Bedeutung für das Umland haben und zentralörtliche Funktionen übernehmen müssen, da die nächsten zentralen Orte in erheblicher Entfernung liegen, sind in das Hauptradnetz entsprechend einzubinden“, fordert der Landkreis.

Auch verdienten die touristischen Radfernwege und Radrouten besondere Aufmerksamkeit. Teilbereiche würden aber auch immer noch über stark befahrene Landesstraßen oder unattraktive Fahrbahnoberflächen führen. Zum Beispiel der Ostseeküstenradweg/ Rügenrundweg über die L 30 am Abzweig Silenz nach Trent.

Schließlich wendet sich der Landkreis auch gegen Rosinenpickerei privater Bus-Unternehmen im Verkehr zwischen Mönchgut und Stralsund. Die Verkehrsgesellschaft Vorpommern-Rügen (VVR) und die Deutsche Bahn hätten mit dem Bernsteinticket eine attraktiv getaktete Verbindung über den ganzen Tag geschaffen. Die private Konkurrenz könne den Tarif jedoch unterbieten, indem sie sich auf touristisch attraktive Zeiten beschränke. „Hier gehen den Nahverkehrsunternehmen wichtige Einnahmen verloren, indem die Fernbusunternehmen nur die für sie lukrativen Fahrten übernehmen“, so Ralf Drescher weiter.

Schließlich dürfe auch die Bahn-Verbindung Bergen auf Rügen-Putbus-Lauterbach Mole nicht in Frage gestellt werden. „Diese Verbindung ist für die Region als Standortfaktor sowie als Übergang zur Rügenschen Bäderbahn ,Rasender Roland’ wichtig und nicht nur von touristischer Bedeutung.“

Der Landesverkehrsplan stünde vor drei großen Herausforderungen, so Verkehrsminister Christian Pegel (SPD): „Dem demografischen Wandel in einem dünn besiedelten Flächenland, den zurückgehenden Finanzmitteln für die Verkehrsinfrastruktur und schließlich den Anforderungen an ein ressourcenschonendes Verkehrssystem.“

Bei der Lösung möchte Pegel – und dies ist gegenüber vergleichbaren Konzepten und Plänen neu – „wichtige mobilitätsrelevante Lebensbereiche wie die Mobilität in ländlichen Räumen oder das Thema Mobilität und Tourismus losgelöst von der traditionellen Aufteilung nach Verkehrsträgern beleuchten“.

Uwe Driest

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