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Ostermarsch verbindet Parteien

Sassnitz Ostermarsch verbindet Parteien

Mehr als 150 Menschen nahmen am diesjährigen Osterspaziergang im Stadthafen von Sassnitz teil. Aufgerufen zum traditionellen Marsch über die Mole am Ostermontag hatte das Rügener Friedensbündnis.

Sassnitz. Mehr als 150 Menschen nahmen am diesjährigen Osterspaziergang im Stadthafen von Sassnitz teil. Aufgerufen zum traditionellen Marsch über die Mole am Ostermontag hatte das Rügener Friedensbündnis. Dessen Ruf waren neben Gästen der Friedensbündnisse aus Greifswald, Stralsund und Rostock sowie der Bewegung „Afghanistan nicht sicher“ auch betroffene Asylbewerber gefolgt. Als „Zeichen dafür, dass sich viele Menschen Sorgen um den Zustand der Welt und die Zunahme von Konflikten und Militarisierung machen“, wollten die Organisatoren die Aussage ihres Marsches verstanden wissen.

Der Bergener Künstler Walter G. Goes empfand ein Gefühl der Ohnmacht, das ihn angesichts weltweiter Konflikte ergreife. „Es bringt mich in Rage, wie viel menschliches Glück, wie viel Liebe durch Kriege gnadenlos zerstört wird – wieder und wieder“, beklagte Goes.

Der Sassnitzer Bürgermeister Frank Kracht berichtete von der Arbeit des weltweiten Bündnisses „Mayors for Peace“ (Bürgermeister für den Frieden), zu dem inzwischen auch das Ostseebad Binz mit seinem Bürgermeister Karsten Schneider gestoßen sei. Die internationale Organisation von Städten, die sich der Friedensarbeit, insbesondere der atomaren Abrüstung, verschrieben hat, wurde 1982 auf Initiative des damaligen Bürgermeisters von Hiroshima, Takeshi Araki, gegründet.

Auch weitere Redner wie Thomas Würdisch (SPD), Christine Zillmer (CDU) und Sebastian van Schie forderten, mehr Energie in den politischen Dialog und die friedliche Lösung von Konflikten zu investieren. Noch nie seit den fünfziger Jahren sei die Gefahr eines atomaren Weltbrands größer gewesen als heute, mahnte Ernst Ludwig Iskenius von „Internationale Ärzte für die Verhütung eines Atomkriegs“ (IPPNW). Iskenius rief rief zum Widerstand gegen Pläne zur weiteren atomaren Aufrüstung und Modernisierung von Atomwaffen auf und erklärte jeder Absicht nach einem deutschen Atomwaffenbesitz eine Absage.

Der Sassnitzer Pastor Peter Nieber forderte angesichts der großen Zahl an Flüchtlingen, statt Waffen mehr Wissen zu exportieren, damit sich bedrängte Menschen in ihrer Heimat ein gutes Leben aufbauen können.

Nach dem Gang auf die Mole kritisierte die Bundestagsabgeordnete Kerstin Kassner (Linke) die Pervertierung des Begriffs „Mutter“ durch die US-Administration. Die hatte ihre kürzlich über einem Versteck von IS-Terroristen in Afghanistan abgeworfene Riesenbombe in Anlehnung an ein Wort des irakischen Diktators Saddam Hussein als „Mutter aller Bomben“ bezeichnet. Der Begriff „Mutter“ sei aber Inbegriff für Liebe und die Entstehung neuen Lebens, so Kassner, die sodann weiße Tauben fliegen ließ.

OZ

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