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Die Kunst, einen Einklang zu schaffen

Sellin Die Kunst, einen Einklang zu schaffen

Galerist Knut Hartwich führt seit Jahren Künstler zusammen. Im Juni treffen 19 internationale aufeinander.

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In fast jeder Ausstellung in der Galerie Hartwich kommunizieren die Arbeiten verschiedener K�nstler miteinander. Hier die von Axel Anklam (vorne) und Jan Muche (hinten).

Quelle: Gerit Herold

Sellin. Manchmal sind es die kleinen Zufälle, aus denen die Sternstunden des Lebens entstehen. Als Galerist Knut Hartwich vor zwei Jahren zur Biennale nach Venedig aufbrach, legte er auf seinem Weg zum Berliner Flughafen einen kurzen Zwischenstopp in der Burg Klempenow ein. In der Kunstausstellung hing eine Arbeit von Axel Anklam, die ihn sofort elektrisierte.

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In fast jeder Ausstellung in der Galerie Hartwich kommunizieren die Arbeiten verschiedener K�nstler miteinander. Hier die von Axel Anklam (vorne) und Jan Muche (hinten).

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„Orange“, so der Titel dieses Werks — mit Latex überzogener Edelstahl. „Das wollte ich unbedingt auch in meiner Ausstellung haben“, erinnert sich Galerist Knut Hartwich, der die Arbeit und den Künstler bereits kannte. Er versuchte sofort, mit ihm Kontakt aufzunehmen. Kurios: Auch Axel Anklam zog es zu diesem Zeitpunkt in die italienische Lagunenstadt. „Einen Tag später trafen wir uns in einem Café in Venedig“, so Hartwich.

Jetzt hängt die großflächige, knallige Arbeit in seiner Galerie in der Selliner Schulstraße. Zusammen mit Werken von Karsten Konrad und Jan Muche in der Ausstellung „Differenz und Wiederholung — Skulptur, Relief, Malerei“. Alle drei Künstler haben in der Vergangenheit schon in der Galerie Hartwich ausgestellt, aber noch nie zusammen. Die Idee für den künstlerischen Dreiklang hatte Maler Jan Muche. „Ich konnte mir das sofort vorstellen, das ist ja meine Krankheit“, schmunzelt Knut Hartwich. Der 50-Jährige hat wie kein anderer ein Händchen dafür, unterschiedlichste Künstler zusammenzuführen und aus ihren Arbeiten einen ästhetischen Einklang zu schaffen. Er liebt die Herausforderung den roten Faden zu suchen und zu entdecken. Und den Moment, wenn bei den Künstlern beim Anblick des Endresultats der Daumen nach oben geht.

Und sie kommen seit Jahren alle in die kleine Galerie zeitgenössischer Kunst in der rügenschen Provinz. Abseits vom großen Kulturbetrieb und der Künstlerszene in den Metropolen des In- und Auslandes finden sie in der zur Galerie umgebauten Alten Feuerwache in Sellin, in der Knut Hartwich auch wohnt, einen einmaligen, unverwechselbaren, ja familiären Ort für besondere Begegnungen. Und einen rastlos Suchenden und Sammelnden, der ihnen diese Plattform schafft. Inzwischen sind Hartwichs Netzwerke und seine Erfahrung gefragt. „Ich mache das ja auch schon seit zwanzig Jahren“, sagt er fast ein bisschen entschuldigend. Er wird für zahlreiche Ausstellungen als Kurator geworben. Obwohl er dieses Wort nicht besonders mag. Ausstellungsmacher ist ihm lieber. Denn er ist ein Macher, akribisch im Detail und voller Leidenschaft im Ganzen.

Derzeit bereitet er für die Stadtgalerie Kiel die große Foto-Ausstellung „Fassade und Landschaft“ vor, bei der ab 28. September neben Arbeiten von Joachim Thode auch die des Rügener Fotografen Lutz Grünke zu sehen sein werden. Ebenso arbeitet er mit an dessen großer Werkschau in der Orangerie Putbus, die am 20. April eröffnet wird und Fotografien (Porträts und Landschaften) von Lutz Grünke aus den Jahren 1985 bis 2013 zeigt. „Es sind viele, ungesehene Arbeiten dabei“, freut sich Knut Hartwich. Bereits im Jahre 2010 hatte der Galerist Einblicke in das umfangreiche Schaffen des Binzer Fotografen gewährt und knapp 100 Schwarz-Weiß-Fotografien aus den Jahren 1985 bis ‘89 präsentiert.

Daneben pendelt Knut Hartwich derzeit zwischen Dresden und Rügen. Er ist Jurymitglied bei der „Ostrale“, an der jährlich hunderte von Künstlern teilnehmen. Auf Interesse stößt immer wieder sein „skandinavisches Programm“, wie er es nennt — Künstler aus Norddeutschland, Schweden und Dänemark zusammenzubringen.

Richtig international wird es auch wieder bei der diesjährigen Sommerausstellung „Heimsuchung“ (ab 28. Juni), bei der 19 Künstler aus Deutschland, Italien, Frankreich und Dänemark ausstellen. „Es ist wie gehabt ein Mix aus jungen, noch relativ unbekannten Künstlern und Stars“, verrät Hartwich. Mit dabei sind unter anderen Sven Drühl, der die Künstler zusammentrommelt, Maik Wolf, Robert Lucander, Valérie Favre und Mike Strauch. Doch zuvor erwartet der Galerist eine Damentrio. Jana Gunstheimer, Julia Kissina und Caro Suerkemper zeigen ab dem 3. Mai ihre gemeinsame auf die Galerieräume abgestimmte Installation „Willkommen in einer besseren Welt“ mit Malerei, Zeichnung, Plastik und Skulptur.

Im Herbst gibt es in der Galerie traditionsgemäß eine Solo-Ausstellung. „Mit der ist es immer schön, von einem Künstler sehr viel zu zeigen und in die Tiefe zu gehen“, so Hartwich. Wer kommt, verrät er noch nicht, nur so viel: „Es werden neue Positionen aus Skandinavien sein.“ Zum Jahresabschluss soll es dann wieder etwas „Leuchtendes“ geben — wie im letzten Jahr die drei Quadratmeter große pinkfarbene Neonarbeit von Sven Drühl.

Dem Herren- folgt ein Damentrio
Die Dreieraussstellung „Differenz und Wiederholung“ mit Werken von Axel Anklam, Jan Muche und Karsten Konrad ist noch bis zum 27. April zu sehen.

Im Anschluss kommt ein Damentrio: Jana Gunstheimer, Julia Kissina und Caro Suerkemper zeigen ab dem 3. Mai ihre gemeinsame Installation „Willkommen in einer besseren Welt“ mit Malerei, Zeichnung, Plastik und Skulptur in der Galerie Hartwich Sellin (Alte Feuerwehr in der Schulstraße 5) Info: Öffnungszeiten nach Vereinbarung, ☎ 01 74/9 47 54 24,

www.galerie-hartwich.de

Gerit Herold

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