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Rügen Junior-Ranger nehmen Robben ins Visier
Vorpommern Rügen Junior-Ranger nehmen Robben ins Visier
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03:54 28.05.2013
Die Kegelrobbe, die zu den heimischen Säugetieren gehört, ist ein Wildtier, deren Beobachtung in hiesigen Breiten eine Besonderheit ist. Quelle: Rico Nestmann
Seedorf

Schüler der Insel Rügen sind als so genannte Robbenbotschafter im Auftrag des Biosphärenreservates Südost-Rügen in der Region unterwegs. Schon seit September 2011 wird dieses Projekt in Kooperation mit der Umweltschutzorganisation WWF durchgeführt.

Im Rahmen des Projektes lernen Kinder im Alter von elf bis 13 Jahren die Kegelrobbe als wieder heimisch werdendes Tier kennen, beobachten die Robben im Greifswalder Bodden, dokumentieren die Anzahl der Tiere sowie Störungen in diesem Gebiet und informieren die Öffentlichkeit über den Schutz dieser Meeressäuger.

Die Kegelrobbe, die früher auf Rügen heimisch war und hier um 1900 ausgerottet wurde, erobert seit einigen Jahren ihre früheren Lebensräume in der südlichen Ostsee zurück. Die Tiere vermehren sich derzeit überwiegend in der nördlichen Ostsee und unternehmen von hier aus ausgedehnte Wanderungen. Ostseeweite Zählungen verzeichnen heute wieder mehr als 28 000 Kegelrobben.

Robbensichtungen häufen sich seit einigen Jahren auch entlang der deutschen Ostseestrände und auf den -inseln. Laut Bestandserfassung des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) wurden in den vergangenen Wochen in den Gewässern um Rügen 60 Kegelrobben — davon 30 im Greifswalder Bodden — beobachtet und registriert. „Vor mehr als zehn Jahren haben wir in den Wintermonaten lediglich drei bis vier Tiere gesehen“, sagt Henning von Nordheim vom BfN.

Die Rückkehr der Kegelrobben bedarf einer ausführlichen Information der Öffentlichkeit, um die Wiederansiedlung dieser in der südlichen Ostsee stark bedrohten Tierart zu fördern. Dazu gehört in erster Linie ein konfliktloses Zusammenleben zwischen Mensch und Tier. Genau hier setzt das Projekt der Junior-Ranger an.

Dass mit der 47-jährigen Umweltaktivistin Cathrin Münster, die Anfang Mai auf dem Chefsessel des Biosphärenreservates Südost-Rügen Platz genommen hat, ausgerechnet eine Robbenexpertin an der Verwaltungsspitze des 22 800 Hektar großen Schutzgebietes steht, mag für die bedrohten Meeressäuger ein gutes Omen sein. Als Mitarbeiterin des WWF-Ostseebüros in Stralsund hatte Cathrin Münster maßgeblichen Anteil am erfolgreichen Projekt der Robbenbotschafter im Biosphärenreservat Südost-Rügen.

„Derzeit sind 25 Kinder als Robbenbotschafter unterwegs. Allein im vergangenen Jahr haben wir 19 Ausfahrten auf dem Greifswalder Bodden unternommen, bei denen minimal zwei Kegelrobben, maximal 25 Tiere gesehen wurden“, so Lioba Schwarzer, Referentin für Umweltbildung beim WWF und Projektleiterin der Robbenbotschafter. Im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit wurden von den Junior-Rangern im vergangenen Jahr 14 Infostände auf Rügen, in Stralsund und auf dem Darß sowie zwei Umfragen auf der Selliner Seebrücke durchgeführt. Dabei kamen die Mädchen und Jungen als Robbenbotschafter vorrangig mit Urlaubern ins Gespräch und konnten direkt für den Schutz der bedrohten Meeressäuger auf Deutschlands größter Insel werben.

Obwohl das Projekt der Robbenbotschafter zunächst zeitlich befristet war, soll es mit finanzieller Unterstützung der Norddeutschen Stiftung für Umwelt und Entwicklung (NUE) auch in diesem Jahr fortgeführt werden. Geplant sind mindestens zehn Ausfahrten zu den Kegelrobben im Greifswalder Bodden sowie zehn Stände zur Information der Öffentlichkeit in der Region. Außerdem planen die Junior-Ranger die Erstellung von Materialien zur Umweltbildung, um die Öffentlichkeitsarbeit in Sachen Kegelrobben an der Bäderküste noch anschaulicher und nachhaltiger durchführen zu können.

Richtiges Verhalten

60 Kegelrobben wurden in den letzten Wochen in den Gewässern um Rügen gezählt. Um Störungen von Robben zu vermeiden, sollten einige Regeln beachtet werden. Menschen, denen Robben an Stränden begegnen, sollten den Tieren niemals den Fluchtweg ins Wasser versperren und einen Mindestabstand von 100 Metern einhalten. Kegelrobben gehören zur Ordnung der Raubtiere, die über ein entsprechendes Gebiss verfügen. Auf keinen Fall sollten Robben berührt oder gefüttert werden. Robbensichtungen oder Todfunde sollten umgehend dem Stralsunder Meeresmuseum gemeldet werden.
Info ☎ 0 38 31/26 50 33 33

Rico Nestmann

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