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Schrägaufzug am Nordhang: Göhren ist in den Startlöchern

Göhren Schrägaufzug am Nordhang: Göhren ist in den Startlöchern

Der Baubeginn verschiebt sich in den Oktober. Mit dem geplanten Parkhaus könnte der Ort verkehrliches Pilotprojekt werden, meint Europa-Abgeordneter Werner Kuhn (CDU).

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Wilfried Horst und Jörn Fenske zeigen Werner Kuhn (v.r.) vor Ort die Pläne für den Nordhang.

Quelle: Gerit Herold

Göhren. Eigentlich sollte mit Bau des geplanten Schrägaufzugs am Göhrener Nordhang am 15. September begonnen werden. Doch bevor Geld für das rund 1,5 Millionen schwere Vorhaben aus dem Schweriner Wirtschaftsministerium fließt, musste das Ostseebad bei den Unterlagen noch nachbessern. Schwerin pochte auf einen Nachweis über die Hangstabilisierung. Das entsprechende Gutachten soll jetzt vorliegen, informierte Hotelier Wilfried Horst vom Akzent Waldhotel. Das hatte vor Jahren den Hangbereich erworben und steht hinter dem Projekt. Bauherr ist der Kommunale Eigenbetrieb Kurverwaltung des Ostseebades, um die nötigen Fördermittel für die Maßnahme einzuwerben. Die Gemeinde wird den Bau des Schrägaufzuges zwischenfinanzieren und nicht betreiben. „Wir stehen Gewehr bei Fuß“, sieht Kurdirektor Jörn Fenske alle Hausaufgaben gemacht. „Am 15. Oktober soll es losgehen. Wir haben mit dem Hersteller, von dem es nur zwei in Europa gibt, vertraglich festgelegt, dass der Aufzug am 1. Mai nächsten Jahres in Betrieb geht“, kündigte Wilfried Horst gestern an.

Seit Monaten arbeitet eine Arbeitsgruppe, die aus dem Göhrener Hotelier, vier Gemeindevertretern und dem Bauamtsleiter des Amtes Mönchgut-Granitz besteht, an dem Projekt. Das ist der erste Schritt auf dem Weg der Gemeinde zur Umsetzung ihres Verkehrskonzeptes. Das sieht auch ein rund fünf Millionen Euro teures Parkhaus mit 250 Stellplätzen am Fuße des Hangs vor, das ebenfalls privatwirtschaftlich betrieben werden soll. Denn Göhren hat riesige verkehrliche Probleme und langfristig ein kühnes Ziel: Autofreiheit. Zumindest sind erst einmal Verkehrsberuhigung und Elektro-Autos im Blick.

Göhren sei wegen seiner bergigen und fast inselhaften Lage gut geeignet, als Pilotprojekt gefördert zu werden, sagte Werner Kuhn (CDU), Mitglied des Europäischen Parlaments und dort im Tourismus-Ausschuss tätig, bei seinem Göhren-Besuch am Donnerstag. Der Politiker war eingeladen worden, um sich vor Ort ein Bild zu machen und sich für die Erschließung weiterer Fördermittel aus der EU stark zu machen. Kuhn zeigte sich von den Ideen in Göhren angetan. Schließlich seien die 148 Stufen der Treppe von der Bahnhofstraße hoch zum Zentrum für Rollstuhlfahrer und die ältere Gästeklientel eine Hürde, die mit dem Schrägaufzug genommen würde. Um den Individualverkehr aus dem Ort zu holen, hält er es zudem für sinnvoll, einen zentralen Anlaufpunkt für den Lieferverkehr zu schaffen. „Dabei müssten sich natürlich alle Unternehmer einig sein“, so Kuhn. „Man sollte mit kleinen Schritten anfangen und das Konzept über mehrere Jahre entwickeln.“

Ohne Auto in den Ort
250 Stellplätze sind für das Parkhaus am Fuße des Nordhanges geplant. Von dort sollen die Gäste mit einem Schrägaufzug hoch in den Ort transportiert werden. Die Kabine bietet 12 Personen Platz. Beides soll privat betrieben werden.

 

 

Gerit Herold

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