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Sellin: Kritik an illegalen Ferienbetten

Sellin Sellin: Kritik an illegalen Ferienbetten

Im Neuen Weg will die Gemeinde gegen Nutzungsmissbrauch vorgehen.

Sellin. Riesenknatsch um das Wohngebiet am Neuen Weg in Sellin. Das verdiene seinen Namen nicht, schimpften einige Anlieger auf der jüngsten Sitzung der Selliner Gemeindevertretung. Statt Eigenheime für Dauerwohner seien auf dem Areal an der Kliffkante fast ausschließlich Ferienwohnungen entstanden. „Hätten wir das gewusst, wären wir nie hierher gezogen“, ist ein Berliner Pärchen sauer. „Ich habe einen Vertrag mit der Gemeinde, dass ich in ein Wohngebiet ziehe. Aber es ist nicht so“, ist auch ein Selliner Gewerbetreibender enttäuscht. Von den errichteten 15 Häusern sollen gerade einmal drei dauerhaft von Eigentümern bewohnt sein. Diese hätten mit Lärm, ständigen An- und Abreisen von Gästen und Parkplatzproblemen zu kämpfen. Zudem seien die Straßen dafür auch gar nicht ausgelegt.

„Dort hat keiner so gebaut, wie wir es wollten“, kritisierte auch Gemeinderatsmitglied Daniel Adler. Im Jahre 2007 hatten die Gemeindeväter für den Bebauungsplan Nr. 2D „Neuer Weg“ grünes Licht gegeben. Der hatte zum Ziel, dass auf dem rund zwei Hektar großen gemeindeeigenen Grundstück ein Allgemeines Wohngebiet entsteht. Auf einer Fläche von einem Hektar wurden Parzellen für 20 Eigenheime veräußert. Damit wollte man auch Einwanderungspolitik betreiben. Familien mit Kindern brauchten für den Quadratmeter zehn Euro weniger bezahlen. Die Preise der 400 bis 1000 Quadratmeter großen Grundstücke lagen bei 130 bis 160 Euro pro Quadratmeter. Gebaut werden sollten nur Einzelhäuser. Private Ferienwohnungen waren zulässig, wobei die eigene Wohnnutzung 50 Prozent betragen sollte.

Beherbungsbetriebe aber waren generell nicht zulässig. Im Jahre 2009 — mit aufkommender Kritik an der wachsenden Zahl von touristischen Betten im Ort — untermauerte der Gemeinderat dies mit einem sogenannten Klarstellungsbeschluss, dass pro Grundstück und Haus maximal zwei Ferienwohnungen zulässig seien.

Doch das Konzept ist — wie vielerorts auf der Insel — nicht aufgegangen. Mittlerweile sind ganze Häuser am Neuen Weg ausschließlich für Ferienzwecke hergerichtet worden. Um dem Missbrauch nun entgegenzuwirken und die Ferienwohnungen zu reduzieren, hat der Gemeinderat auf seiner Sitzung am Dienstagabend einen Änderungsbeschluss zum entsprechenden B-Plan auf den Weg gebracht. Auch, weil der Landkreis Vorpommern-Rügen die bereits gefassten Beschlüsse ankreidete wegen der Regelung mit zwei zulässigen Ferienwohnungen und dem fehlenden Änderungsverfahren nach dem Klarstellungsbeschluss von 2009. Letzteres wird nun nachgeholt. Alle Bauanträge seien bereits gecheckt worden vom Amt. „Alle Anlieger haben bereits Anhörungsbögen bekommen“, so Stadtplaner Heinrich Vulter.

Gerit Herold

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