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Standortdebatte beendet: Aldi soll an die Tanke

Sellin Standortdebatte beendet: Aldi soll an die Tanke

Der Gemeinderat stimmt dem Einzelhandelskonzept Sellin/Baabe zu, ebenso der Erweiterung von Kaufhaus Stolz. Rewe ist vom Tisch.

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Für Rewe mit Parkhaus im Ort ist kein Investor da.“Bürgermeister Reinhard Liedtke

Quelle: AJAEKEL

Sellin. Die Frage nach dem geeigneten Platz für einen Aldi-Markt in Sellin ist beantwortet. Der soll nun doch oberhalb der Tankstelle an der Ortsgrenze zwischen Sellin und Baabe sein — vorausgesetzt, für die verkehrlichen Probleme an diesem neuralgischen Verkehrsknotenpunkt an B 196 findet sich eine Lösung. Dieser Passus wurde dem Einzelhandelsgutachten für die gesamte Region Sellin/Mönchgut angefügt, dem die Gemeindevertreter auf ihrer jüngsten Sitzung zugestimmt haben. Damit geht das ins Stocken geratene B-Planverfahren zur Ansiedlung von Aldi in dem Ostseebad in die nächste Runde.

Boris Böhm von der Dr. Lademann & Partner Gesellschaft für Unternehmens- und Kommunalberatung mbH Hamburg hat sich mit den „Perspektiven der Einzelhandelsentwicklung in Sellin und Baabe“

(Fortschreibung des Einzelhandelsentwicklungskonzeptes aus dem Jahre 2003) intensiv beschäftigt. Und dabei die drei Standorte unter die Lupe genommen: die Tankstelle, das Gelände des ehemaligen Kaufhauses „rationell“ und jetzigen Parkplatzes Ecke Kirchstraße/August-Bebel- Straße und den Seepark (Eisbahn). Das Fazit: An der Tankstelle ist der Aldi-Markt am besten aufgehoben. „Der überzeugt aus Betreiberperspektive, liegt günstig zwischen den beiden Ostseebädern, wo derartige Großmärkte anzusiedeln sind“, sagte Boris Böhm.

Aber braucht man neben Netto und Lidl überhaupt noch einen neuen Aldi? „Quantitativ besteht keine Versorgungslücke im Lebensmittelbereich, aber Aldi hat auch keine wesentlichen Auswirkungen auf die bestehende Struktur“, erläuterte Böhm. Der Discounter könnte Kaufkraftabflüsse nach Binz und Bergen zurückholen.

Das Thema Rewe- Markt mit Parkhaus am Standort 2 ist nun endgültig vom Tisch. Momentan gibt es keinen Investor, informierte Bürgermeister Reinhard Liedtke. Rewe als Mieter habe wegen der fehlenden direkten Anbindung an die B 196 kein Interesse. Auch spreche der daraus resultierende Anstieg der Verkehrsströme im Ortskern dagegen, obwohl die Gemeinde die städtebauliche Lücke gern schließen möchte und mit einem fußläufig zu erreichenden Markt geliebäugelt hatte. Rewes Vorschlag, mit Aldi zusammen einen Verbrauchermarkt an der Tanke zu errichten, fand keine Zustimmung. Aldi möchte neben der Tankstelle einen 800 Quadratmeter großen Markt errichten, Rewe wollte sich mit 1200 Quadratmetern dazugesellen. Zu viel in diesem Segment, befand Böhm, außer, die Tourismuszahlen würden künftig exorbitant steigen. Außerdem gefährde das die Existenz des Edeka-Marktes.

Böhm kam zu dem Schluss, dass sich der Einzelhandel in den Zentren und an der Peripherie der Orte gut entwickelt hat und die Mischung der Angebote stimmt. Ein Supermarkt wäre noch verträglich, aber darüber hinaus sei nicht mehr viel möglich. Für das Grundzentrum Sellin/Baabe errechnet sich bis zum Jahre 2020 ein begrenzter Expansionsrahmen von maximal 2300 Quadratmetern Verkaufsfläche.

Den will auch Kaufhaus Stolz nutzen. Die beiden separaten Märkte an der B 196 sollen miteinander verbunden, die Zeltüberdachungen durch feste Baukonstruktionen ersetzt werden. 400 Quadratmeter groß

soll die Erweiterung werden, allerdings sei dies keine reine Verkaufsfläche.

Während der entsprechende Bebauungsplan „Sportplatz Baabe“ für die Aldi-Ansiedlung bereits auf den Weg gebracht wurde (das Grundstück liegt auf Baaber Territorium, aber Sellin hat die Planungshoheit), wird das Verfahren für Stolz jetzt angeschoben. Beide Investoren tragen die jeweiligen Kosten für die separaten Bebauungspläne.

Mischung der Verkaufsangebote stimmt
2300 Quadratmeter Verkaufsfläche ist der Expansionsrahmen bis 2020 für das Grundzentrum Sellin/Baabe. Das Gutachten kommt zu dem Schluss, dass sich der Einzelhandel in beiden Orten gut entwickelt hat und die Mischung der Angebote stimme. Die Ortszentren seien schützenswerte Einzelhandelsstandorte, die auf serviceorientierte und hochwertige Angebote (auf Touristen orientiert) setzen sollten. Ergänzende Nahversorgung solle im Seepark angesiedelt werden, an der B 196 großflächige Märkte mit mittlerem Preischarakter.

Gerit Herold

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