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Rügen Ziel verfehlt: Binz feuert den Stadtplaner
Vorpommern Rügen Ziel verfehlt: Binz feuert den Stadtplaner
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03:43 07.09.2013
Er spricht nicht unsere Sprache.“Ralf Reinbold (SPD), Bauausschussmitglied

Bettenboom, Abriss von historischer Bausubstanz, zu viel Verdichtung im Ortskern — seit Monaten wird im größten Ostseebad der Insel erbittert gestritten. Es hagelt Kritik, die Gemeindeväter sollen die ungezügelte Bauwut endlich stoppen.

Auf der Gemeinderatssitzung am Donnerstagabend kam dann ein Paukenschlag aus den Reihen der Volksvertreter: Für eine „verfehlte Stadtplanung“ machen die Fraktionen von CDU und SPD nun den Stadtplaner der Gemeinde verantwortlich. Auf ihren Antrag hin wurde die Zusammenarbeit mit ihm aufgekündigt. 14 von 16 anwesenden Gemeindevertretern stimmten dem zu. Gleichzeitig wurde Bürgermeister Karsten Schneider (parteilos) beauftragt, einem neuen Stadtplaner für Binz zu suchen.

Die städtebauliche Entwicklung sei besorgniserregend, die Vorgaben der Gemeinde würden vom Planer nicht umgesetzt, zudem sei dieser auch für viele Investoren beratend tätig, das Vertrauen sei nicht mehr gegeben, hieß es unter anderem in der Begründung.

„Er spricht unsere Sprache nicht, die Sprache von Bäderarchitektur und kleinteiliger Bebauung“, erklärte Bauausschussmitglied Ralf Reinbold (SPD). So wie er sahen sich die Mitglieder des Bauausschusses in der Vergangenheit und auch auf der Sitzung wiederholt harscher Kritik ausgesetzt. „Aber wir sitzen nicht nur rum und lassen alle Bauvorhaben zu“, so Reinbold.

Dr. Frank-Bertolt Raith, der seit Jahren für die Gemeinde als Bauleitplaner beratend tätig ist und auch für einige Bebauungspläne im Ort Aufträge hat, zeigte sich gestern über die Entscheidung in Binz überrascht. „Das ist schade, wir haben gern für Binz gearbeitet, es gab hier viele spannende Aufgaben.“

Der freie Stadtplaner und Architekt aus Karlsruhe, der für viele Gemeinden der Insel tätig ist und etliche Großprojekte betreut, sieht sich allerdings zum Sündenbock gemacht. „Das ist aus meiner Sicht unfair. Ein Stadtplaner ist nicht allein für die Stadtplanung verantwortlich“, verwies er auf das Mitwirken von Gemeinderat und Verwaltung. Zudem seien einige Bebauungspläne schon älter, also von anderen Planern und würden von der Gemeinde mitgetragen. Die Fehler seien schon viel früher gemacht worden. „Man hätte viel früher gegensteuern müssen“, sagte Raith. Auch dass er die Rechte von Investoren einseitig vertrete, wies er von sich: „Ich kann eine Gemeinde nicht ins offene Messer laufen lassen und muss sie warnen.“

Zu den derzeit im Ort mit am meisten umstrittenen Bauvorhaben zählt der Heinrich-Heine- Park, wo derzeit drei Villen entstehen. Zuvor wurde an diesem Standort das Gebäude der mehr als 80 Jahre alten Kinderkurklinik, eine der ältesten im Land Mecklenburg-Vorpommern, samt Nebengebäuden abgerissen. Bauherr ist die Heinrich-Heine-Garten Binz GmbH, Planer Frank-Bertolt Raith.

Gerit Herold

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