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Patricia Schäfer liebt das „söte Länneken“

Ralswiek Patricia Schäfer liebt das „söte Länneken“

Für die Berliner Schauspielerin gehört bei jeder Störti-Saison ein Abstecher nach Hiddensee dazu

Ralswiek. Hoch zu Ross wirkt die Schauspielerin Patricia Schäfer in ihrem prächtigen Gewand als machtbewusste Herzogin Sophia von Pommern Wolgast sehr erhaben und irgendwie mächtig groß auf der Ralswieker Naturbühne. Trifft man die Mimin dagegen in außerhalb des Theaters, wirkt sie eher zierlich und angenehm zurückhaltend. In ihrer Rolle als blaublütige Herrscherin im aktuellen Störtbeker-Stück „Auf Leben und Tod“ lebt sie eine andere Seite aus und lässt schon mal lautstark brüllend ihrer Wut freien Lauf. Diese Wandlungsfähigkeit muss es sein, die der 48-jährigen in Berlin lebenden Darstellerin schon zu vielen Auftritten in Filmen, TV-Serien und auf diversen Theaterbühnen verholfen hat.

Als Ingeborg von Mecklenburg feierte die in Bielefeld geborene und in Bad Salzufflen aufgewachsene Schauspielerin im Jahr 2008 ihr Debüt bei den Störtebeker-Festspielen. In der damaligen Episode „Der Seewolf“ ging es feuchtfröhlich zu, erinnert sich die Frau mit den fein geschnittenen Gesichtszügen und den blitzenden blauen Augen an ihre Anfangszeit auf der Insel zurück. „Mein Ritter Georg und der ganze viele Alkohol auf der Bühne waren damals schon ein lustiger Einstand“, meint Patricia Schäfer, die im gleichen Atemzug die nach ihrem Empfinden wunderbare Zusammenarbeit mit Charles Lemming für erwähnenswert hält. Als Priester und Pirat übernahm Lemming in dem von Holger Malich geschriebenen Stück eine viel bejubelte Doppelrolle. Nach der Störti-Saison 2008 verabschiedete sich Schäfer für sechs Jahre aus Ralswiek und übernahm in der Zwischenzeit am Stadttheater Koblenz tragende Rollen. Von 2011 bis 2013 wirkte sie in der Serie „Verbotene Liebe“ mit und wird heute noch auf der Straße wegen ihrer Rolle als Viktoria Wolf angesprochen.

Erst im Jahre 2014 war die Schauspielerin dann wieder auf der Ralswieker Naturbühne zu sehen, abermals als Ingeborg von Mecklenburg. „Meine beiden noch schulpflichtigen Kinder freuen sich immer, wenn ich bei den Störtbeker-Festspielen engagiert bin, weil sie mich dann gerne auf Rügen besuchen kommen“, so die Wahl-Berlinerin und fügt hinzu, dass dann jedes Mal ein Hiddensee-Besuch zum Pflichtprogramm gehört. „Ich liebe Hiddensee wegen der Abgeschiedenheit und Stille, weil man dort die Batterien wieder so gut aufladen kann“, schwärmt sie von dem „söten Länneken“. Bei den 67 Auftritten während einer Störti-Saison ist der Akku stark beansprucht. Entspannung findet die Schauspielerin auch bei sportlicher Betätigung. „Ich spiele unter anderem viel Tennis. Wir haben hier in kleines Team aus Schauspielkollegen, die regelmäßig zusammen auf den Platz gehen.“ Den spielfreien Sonntag brauche sie natürlich auch zum Ausspannen, obgleich sie sich an diesem einzigen freien Tag in der Woche schon zu einem kleinen Auftritt hinreißen ließ. In Sellin stellte sie kürzlich ihr großes komödiantisches Talent während einer szenischen Lesung zusammen mit einer Kollegin aus München unter Beweis. Doch in der Spielzeit ist das eher die Ausnahme, weil die Rolle physisch und psychisch allen Schauspielern viel abverlangt.

„Auf den herkömmlichen Theaterbühnen stehe ich ja nicht 67 mal hinter einander im selben Stück in derselben Rolle auf der Bühne“, so Schäfer. Es darf nach ihrer Ansicht „ja nicht wie eine Kassette ablaufen, was man da auf der Bühne darstellt. Je länger das Stück läuft, desto konzentrierter und fokussierter muss man sein“, lautet ihre Devise gegen Routine, die zu Fehlern führen kann. Die Anspannung ist also permanent existent, vor jeder Aufführung. „Wenn ich während der Spieltage um 16 Uhr noch nicht auf dem Ralswieker Theatergelände bin, werde ich nervös – das ist mir gerade passiert, als ich auf der Schaabe zum Baden war und auf der Rückfahrt in einen Stau geraten bin“, gibt Patricia Schäfer unumwunden zu. Ab 18.30 Uhr geht es in die Maske und anderthalb Stunden später auf die Bühne. Auf die Frage, was sie am liebsten nach der anstrengenden Störti-Saison machen möchte, lautet die spontane Antwort: „Mit Freunden von Bozen über Verona und Padua nach Venedig wandern.“

Der Zeitpunkt steht noch nicht ganz konkret fest, aber es muss etwas werden, da ist sie sich sicher. „Höchstwahrscheinlich mache ich zuvor noch bei einem Projekt der Ludwigsburger Filmhochschule mit“, freut sie sich schon jetzt auf die Arbeit mit jungen Filmemachern, denn dieses Metier ist ihr ebenfalls bestens vertraut. Was aber schon jetzt fest steht, ist ihre Lesung am zweiten Weihnachtsfeiertag im Selliner Cliff-Hotel. Am 26. Dezember wird Patricia Schäfer um 19.30 Uhr im großen Kristall-Saal der Nobelherberge aus Elke Heidenreichs Buch „Kolonien der Liebe“ die wunderbare Weihnachtsgeschichte „Erika“ lesen, in der es um ein überdimensionales Plüschschwein geht.

Christian Rödel

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