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Patzig feiert seine Retter: Mit 15 „Pflichtmännern“ fing alles an

Patzig Patzig feiert seine Retter: Mit 15 „Pflichtmännern“ fing alles an

Freiwillige Feuerwehr feierte mit Einwohnern und Gästen am Sonnabend ihr 80. Jubiläum / Retter der Nachbargemeinde Ralswiek veranstalteten Kinderfest

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Angeführt vom Spielmannszug Stralsund ziehen die Patziger Retter zum 80. Jubiläum der Wehr am Sonnabend durch ihr Heimatdorf. Fotos (6): Susanna Gilbert

Patzig. /Ralswiek. Mit Pauken und Trompeten ziehen die Retter durch das Dorf. Zahlreiche Schaulustige säumen die Straßenränder. Und sie lassen die Retter hoch leben. Die standen am Sonnabend bei Kaiserwetter im Rampenlicht. Die Gemeinde Patzig feierte das 80. Jubiläum ihrer Freiwilligen Feuerwehr.

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Freiwillige Feuerwehr feierte mit Einwohnern und Gästen am Sonnabend ihr 80. Jubiläum / Retter der Nachbargemeinde Ralswiek veranstalteten Kinderfest

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Trommelwirbel und Fanfarenklänge: Mit einem Umzug der Feuerwehr mit historischen Fahrzeugen startete das große Jubiläumsfest nach der Begrüßung. Angeführt wurde der Zug vom Spielmannszug Stralsund, dessen Mitglieder musikalisch den Takt vorgaben. Die Patziger Bürgermeisterin Irit Vollbrecht erinnerte an die Anfänge der Freiwilligen Feuerwehr: In Sorge um den Brandschutz hatte der damalige Bürgermeister Friedrich Timm am 5. Juni 1936 alle löschfähigen Männer eingeladen. Neun Patziger meldeten sich freiwillig. Zu wenig, wie Timm fand. Deshalb wurden 15 „Pflichtmänner" der Feuerwehr zugeteilt.

Zunächst stand den Männern nur eine Handdruckspritze zur Verfügung, doch schon drei Jahre später wurde ein Fahrzeug und eine leistungsfähige mobile Spritze angeschafft, die im Weltkrieg allerdings wieder abgegeben werden musste. Eine neue wurde nach Kriegsende besorgt und mit Naturalien bezahlt. Der Patziger Müller Arthur Herrmann hatte dafür einen Zentner Weizenmehl und drei Zentner Weizen gespendet. Der ursprüngliche Holzschuppen für die Gerätschaften wurde nach dem Bau eines massiven Hauses 1959 überflüssig. 2004 erhielt Patzig sein neues Feuerwehrhaus.

Hoch sollen sie leben! Zahlreiche Redner würdigten im Beisein vieler Festgäste und Abordnungen anderer Feuerwehren den Einsatz der freiwilligen Helfer für Hab und Gut, Leib und Leben ihrer Mitmenschen. Allerdings schwang auch Sorge um den Nachwuchs mit. „Ich wünsche mir mehr junge Kameradinnen und Kameraden, die Mut und Zeit finden, sich uns anzuschließen", sagte der Patziger Wehrführer Harry Hanne auf dem Jubiläumsfest. Der 58-jährige Elektriker ist seit über 30 Jahren Mitglied der Patziger Feuerwehr, die er seit 21 Jahren leitet. „Bei den Jüngeren ändern sich die Interessen“, bemerkte er. Auch Bürgermeisterin Vollbrecht machte sich Sorgen um den Feuerwehr-Nachwuchs: Seit der Wiedervereinigung sei die Freistellung der Kameraden durch ihre Arbeitgeber schwieriger geworden. Oft befinde sich der Arbeitsplatz auch zu weit weg vom Einsatzort. „Deshalb kann die ehrenamtliche Tätigkeit jedes einzelnen Kameraden nicht genug geehrt werden“, betonte Vollbrecht. Anschließend bot sich bei Kaffee, Kuchen, Bratwurst und Bier die Gelegenheit zum Austausch. Am Abend schwangen die Patziger bei Disco-Klängen das Tanzbein.

In Ralswiek bot die Freiwillige Feuerwehr währenddessen dem Nachwuchs die Gelegenheit, spielerisch „Tuchfühlung“ mit den Rettern aufzunehmen. Sie veranstaltete am Sonnabend ein Kinderfest, bei dem sich die Kleinen beim Sackhüpfen, in einer Hüpfburg und bei Wettkämpfen austoben konnten. Die Eltern sahen dem Treiben entspannt zu.

Sogar Katze gerettet

17 Aktive Brandschützer und -bekämpfer zählt die Einsatztruppe der Freiwilligen Feuerwehr Patzig aktuell. Außerdem gehören ihr sechs Ehrenmitglieder an. 6 Mal rückten die Retter der Wehr im vergangenen Jahr: zwei Mal zur Löschung von Bränden in Ralswiek, ein Mal wegen eines Brandalarms in Bergen und zwei Mal zur Beseitigung von umgestürzten Bäumen. Bei einem weiteren Einsatz wurde eine Katze gerettet, die allein nicht mehr von einer Eiche bei Woorke herunter kam.

Susanna Gilbert

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