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Rügen Personalmangel: MIZ macht kurzzeitig dicht
Vorpommern Rügen Personalmangel: MIZ macht kurzzeitig dicht
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00:00 12.12.2017
Bergen

Um das Medien- und Informationszentrum Bergen (MIZ) scheint sich ein Personalstreit zu entzünden. Dass es in dem Veranstaltungsgebäude am Bergener Markt, das auch die Bibliothek beherbergt, einen Mitarbeiternotstand zu geben scheint, offenbarte eine Mitteilung der Einrichtung auf Facebook am zurückliegenden Freitag, 8. Dezember. „Aufgrund von Personalentscheidungen, die ohne Rücksicht auf Pläne und Aufgaben in unserem Haus getroffen werden, müssen wir heute leider schließen“, heißt es da. „Um das Weihnachtswochenende vorzubereiten und wenigstens einen Teil der geplanten Angebote noch zu realisieren, brauchen wir den heutigen Tag im Hintergrund.“

Bürgermeisterin Anja Ratzke, Dienstherrin der MIZ-Mitarbeiter, ist sauer. „Die Leiterin des MIZ hat eigenständig ohne Genehmigung der Vorgesetzten die Räumlichkeiten geschlossen“, sagt sie auf Anfrage der OZ. „Diese Verfahrensweise muss nun verwaltungsintern ausgewertet werden. Es ist sehr bedauerlich, dass es so weit gekommen ist.“

Nach unbestätigten Informationen der OSTSEE-ZEITUNG sollen von den sieben Mitarbeitern der Kultureinrichtung derzeit vier krank oder im Urlaub sein. Für MIZ-Leiterin Juliana Steinberg offenbar Anlass, das Zentrum für einen Tag ungeplant dicht zu machen. Steinberg war wegen Außenterminen gestern für die OZ nicht erreichbar. Andere Mitarbeiter des Hauses wollten sich zu dem Sachverhalt nicht äußern.

Ratzke bestätigt, dass derzeit ein schwebendes Verfahren anhängig sei. Welche Konsequenzen der Leiterin darin drohen, wollte die Bürgermeisterin nicht öffentlich machen.

Auf Facebook wurde der Aushang des MIZ bereits von einigen Nutzern kommentiert. Torsten Zink, für die CDU in der Stadtvertretung, lobte die „klaren Worte“. Yogalehrerin Mandy Holzerland- Klawitter (als Mandy van Bergen) bedauert, dass das MIZ immer so „allein dastehen“ würde. „Selbst am gestrigen Tag, an dem das fünfte Jubiläum begangen wurde, hat es anscheinend niemanden interessiert“, schreibt sie weiter. „Das ist unglaublich traurig! Kulturell ist es für mich eines der wenigen Glanzlichter in unserer Stadt und ich wertschätze diesen Ort und vor allem dessen Mitarbeiter sehr.“

Am 8. und 9. Dezember 2012 war die Eröffnung des MIZ mit Tagen der offenen Tür gefeiert worden. Inzwischen hat sich die städtische Einrichtung als kultureller Anziehungspunkt in Bergen etabliert.

2,57 Millionen soll das Projekt einst gekostet haben, 60 Prozent des Geldes waren gefördert worden. Bereits Anfang März 2013 konnte die Zehntausendste Besucherin begrüßt werden, was die damalige Bürgermeisterin Andrea Köster (CDU) mit „Unsere Erwartungen sind übertroffen worden“ quittierte. 45000 Besucher wurden bereits im Januar 2014 gezählt. Mittlerweile soll sich diese Zahl als Jahresdurchschnitt eingepegelt haben.

Die Veranstaltungen – 200 sollen es im Jahr sein – machen einen wesentlichen Teil der Angebotspalette des MIZ aus. So stehen im Dezember noch mehrere Lesungen, Bastelkurse und ein Filmabend auf dem Plan. Der „Lesefrosch“, eine Lese- und Bastelreihe für Fünf- bis Achtjährige ist für einige Familien kaum noch wegzudenken.

Allerdings seien wegen der dünnen Personaldecke bereits erste Termine wieder abgesagt worden. Die heutige „Sternzauber“-Bastelei soll ausfallen, der Filmabend „Wilde Maus“ am Donnerstag soll ebenfalls nicht realisierbar sein.

Nach Informationen aus dem Rathaus sollen zwei Bastel-Veranstaltungen wegen zu geringer Anmeldezahlen abgesagt worden sein. Darüber hinaus kündigt Anja Ratzke an, wegen der prekären Situation im MIZ ihren Urlaub unterbrechen zu wollen. „Wir haben uns erkundigt, ob zur Sicherstellung der Veranstaltungen aus anderen Ämtern Unterstützung benötigt wird“, sagt die Bürgermeisterin. „Erst für kommenden Freitag wurde das Angebot angenommen.“

Jens-Uwe Berndt

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