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Pfarrwitwenhaus schon im Festtagskleid

Groß Zicker Pfarrwitwenhaus schon im Festtagskleid

Die Sanierungsarbeiten sind abgeschlossen / Neue Ausstellungstafeln informieren über Geschichte des Gebäudes

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Das Pfarrwitwenhaus in Groß Zicker: Im ehemaligen Stall rechts wurde eine Toilette eingebaut.

Groß Zicker. Es gehört zu den bekanntesten und meist fotografierten Häusern auf Rügen. Und auch für Maler ist es ein beliebtes Motiv: das Pfarrwitwenhaus in Groß Zicker. Hier scheint die Zeit stehen geblieben. Seit 300 Jahren steht der „Zuckerhut“ kaum verändert in der Bodenstraße 35.

OZ-Bild

Die Sanierungsarbeiten sind abgeschlossen / Neue Ausstellungstafeln informieren über Geschichte des Gebäudes

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Das runde Jubiläum im Jahre 2019/2020 war auch Anlass für die Kirchengemeinde Mönchgut-Sellin als Eigentümerin des Gebäudes, in das denkmalgeschützte Haus – eines der ältesten Rügens – zu investieren. In Absprache mit der Landeskirche und der Denkmalpflege haben die Bauleute im letzten Halbjahr verschiedene Sanierungs- und Modernisierungsarbeiten ausgeführt. Deren Abschluss wurde nun mit einem Empfang mit zahlreichen Gästen gefeiert – bevor das Haus Winterschlaf hält.

Olav Metz, seit 1992 Pastor in Groß Zicker, erinnerte in diesem Rahmen auch an die größeren und kleineren Stolpersteine während der Bauphase, die in alten Gemäuern nicht ungewöhnlich sind. Für rund 43000 Euro wurde in den letzten Monaten die Elektrik komplett erneuert, ein neuer Empfangstresen eingebaut, verputzt, gemalert und gefliest. Zudem wurden Wasserleitungen verlegt, denn das Gebäude hat jetzt erstmals eine Toilette. In die Baukosten sollen über das Leader-Programm Fördermittel in Höhe von 27000 Euro fließen.

Neu gestaltet und mit den neuesten Erkenntnissen versehen sind auch die sechs Ausstellungstafeln, die Besucher über die wechselhafte Geschichte des Hauses informieren. Seit 1720 bot das Gebäude viele Jahren den Pfarrwitwen und später auch Mietern ein bescheidenes Heim. Kaum vorstellbar, wie sie in den kleinen Räumen mit den niedrigen Decken lebten. Die letzte Bewohnerin, Anna Glutsch, zog erst 1984 aus. Danach wurde saniert, Ferienwohnungen waren geplant.

Seit 1993 werden alljährlich von Himmelfahrt bis Ende Oktober Kunstausstellungen gezeigt. Die Öffnungszeiten sichern mehrere Frauen ehrenamtlich ab im Rahmen einer Vereinbarung mit dem Kreisdiakonischen Werk Stralsund. So können Gäste bis heute die alte Ständerbauweise eines niederdeutschen Hallenhauses bestaunen – und sich über Malerei und Keramik erfreuen.

Eine Mischung, die ankommt. „Wir haben rund 12000 Besucher im Jahr“, weiß Olav Metz. Und auch, dass das historische Haus längst verloren gegangen wäre, hätte nicht 1986 Frieder Jelen, damals Pfarrer in Middelhagen, für die dringend nötige Dachsanierung gekämpft. Ganz im Sinne von Ruth Bahls, der Begründerin der Mönchguter Museen, zu denen auch das Pfarrwitwenhaus gezählt wird.

Jahrzehntelang Wohnhaus

1718 verstarb der Pfarrer von Groß Zicker, Johannes Cadow. Nach der damals üblichen „Konservierung von Pfarrwitwen“ hätte ein lediger Pfarrer als Nachfolger eingesetzt werden müssen, der die Witwe des Vorgängers heiratet, um deren Versorgung zu sichern.

Im Zuge des Großen Nordischen Krieges war Rügen von Dänemark besetzt und König Friedrich IV. lehnte diese Praxis ab. Es wurde ein verheirateter Pfarrer eingesetzt und der Bau eines Wohnhauses für Pfarrwitwen angeordnet, die bis 1810 dort wohnten. Ab 1811 diente es als Schule und Lehrerwohnung, bis das Dorf 1830 eine Schule bekam. Seitdem war das Haus vermietet. Familie Radvan bewohnte es von 1851 bis 1984 über vier Generationen.

Gerit Herold

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