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Rügen Pflanzaktion gegen Alleen-Abholzung
Vorpommern Rügen Pflanzaktion gegen Alleen-Abholzung
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00:00 18.04.2013
Bei der Pflanzung von zwei jungen Linden in Schaprode halfen die Kinder des Kindergartens Wasserfloh kr�ftig mit.
Schaprode

Zwei junge Linden komplettieren wieder die Allee an der Kirche von Schaprode. Gestern wurden sie gepflanzt. Möglich gemacht hat die Pflanzaktion eine Spendensammlung des BUND. „Wir wollen ein Zeichen gegen die Abholzung von Alleebäumen setzen“, sagt Katharina Brückmann, Referentin für Alleenschutz des BUND. „Daher haben wir gesammelt.“ Etwa 700 Euro koste die fachgerechte Pflanzung der zwei Bäume, erzählt Wolfgang Lietz von der Baumschule Putbus, der die jungen Linden eingesetzt hat. „Die alten Bäume der Insel sind unglaubliche Schätze“, sagt Susan Schmorell, Vertreterin des Tourismusvereins Westrügen. „Die müssen unbedingt erhalten werden.“ Katharina Brückmann beobachtet die Entwicklung der Alleen auf Rügen mit Sorge. „Die Zahl der Alleebäume auf Rügen nimmt ab. In anderen Kreisen, Güstrow etwa, hat man sich durch vorausschauende Land- und Alleenplanung sogar einen Pflanzüberschuss erarbeitet, also mehr gepflanzt als gesetzlich notwendig wäre“, berichtet sie über die Fortschritte andernorts in MV. Einen Weg, Ausgleichspflanzungen für Alleebäume sinnvoll zu gestalten, sehen BUND und Straßenbauamt Stralsund im Ausstatten kommunaler Straßen mit Alleebäumen. „Etwa zwischen Klein Kubitz und Gingst“, nennt Brückmann ein Beispiel aus der Umgebung. „Dort wurde die Allee vervollständigt und sieht wieder richtig gut aus. Ein echtes Vorzeigeprojekt.“ Die Pflanzung der beiden Linden in Schaprode sei aber keine Ausgleichsmaßnahme, so Brückmann weiter, das sei eine reine Baumspende des BUND gewesen.

Fällungen sind nach Angaben des Leiters des Straßenbauamtes Stralsund, Ralf Sendrowski, aber auch in diesem Jahr unumgänglich. „Es handelt sich bei den Fällarbeiten, die noch bis Ende April auf der Insel stattfinden, ausschließlich um Verkehrssicherungsmaßnahmen.“ Die Bäume seien tot oder würden den Straßenverkehr gefährden und müssten aus Gründen der Sicherheit fallen. Bis April werden auf diesem Wege insgesamt 374 Bäume von Rügens Straßenrändern verschwinden, davon 81 auf Kreisstraßen. „Aber natürlich sind wir verpflichtet, Ausgleichspflanzungen vorzunehmen“, sagt Sendrowski. „Wir halten immer nach möglichen Pflanzstandorten Ausschau. Leider haben wir ein Pflanzdefizit.“

Sendrowski macht aber auch auf Schwierigkeiten bei den Baumneupflanzungen aufmerksam: „Wir müssen beispielsweise bestimmte Abstände zwischen den Bäumen einhalten — einfach einen neuen Baum anstelle des alten zu pflanzen, ist nicht so einfach, wie man sich das vorstellt.“ Außerdem seien viele der Alleen auf Rügen einfach alt und sterben langsam ab, bedauert er.

In Schaprode ist mit den beiden jungen Linden eine Allee verjüngt worden. Insbesondere die Kinder der Kindertagesstätte„Wasserfloh“ hatten bei der Pflanzung großen Spaß. Die zwischen zwei und sechs Jahre alten Naturfreunde halfen fleißig mit, das Erdreich anzudrücken und die beiden jungen Bäume mit dem ersten Gießwasser zu versorgen. Auch Schaprodes Bürgermeister Gau schaufelte kräftig mit. Die Gemeinde hat die Pflege der Bäumchen in den ersten Jahren übernommen, doch auch der Kindergarten „Wasserfloh“ hat seine Hilfe angeboten. „Wir wollen hier mit den Kindern öfter vorbeikommen und die Alleebäumchen gießen.“ Den Kindern aus der Kita Wasserfloh schien etwas anderes viel wichtiger zu sein. Beim Buddeln hatten sie jede Menge großer Larven gefunden. „Engerlinge!“, brüllten sie begeistert und wollten gleich heute wieder nach den neuen Bäumen sehen. Um das Schicksal der beiden Linden in Schaprode braucht man sich in der Zukunft keine Sorgen zu machen.

Baumfällungen 2013
374 Alleebäume werden bis Ende April auf der Insel Rügen gefällt. Die Fällungen erfolgen aus Gründen der Verkehrssicherung. 81 Bäume werden auf Kreisstraßen gefällt, 260 an Landesstraßen und 33 Alleebäume an Bundesstraßen.

Baumpflanzungen sind nicht günstig: Die Pflanzung einer Linde kostet beispielsweise etwa 350 Euro. Über einen Zeitraum von mehreren Jahren muss sich um das Wohlergehen des Baumes gesorgt werden.

Insbesondere regelmäßiges Gießen ist notwendig, damit der zukünftige Alleebaum gut anwächst.

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