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Rügen Piloten fürchten Sagarder „Todeskurve“
Vorpommern Rügen Piloten fürchten Sagarder „Todeskurve“
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00:00 17.10.2016
Den Vogel, oder besser den Bock des Seifenkisten-Rennens schoss der Sagarder Hobby-Jäger Klaus Krüger (61) ab: Sein Vehikel wurde mit Fuchsfell und dem Schnecken-Gehörn eines Wildschafes getuned. Quelle: Fotos: Christian Rödel

Es war ein bisschen wie beim Formel-1-Zirkus, als es am Sonnabend um nichts Geringeres als den „Großen Preis von Sagard“ ging. Spannung pur und sogar „Boxenluder“ wurden beim zweiten Sagarder Seifenkisten-Rennen geboten – doch der Reihe nach! Bei noch halbwegs gutem Wetter eröffnete Sagards Bürgermeister Sandro Wenzel (Bündnis für Rügen) die Rennstrecke, auf der so manche Schikane zur wagemutigen Herausforderung für die großen und kleinen Fahrer wurde.

Seifenkisten-Rennen zog Tausende Besucher an / Wegen des Regens wurde die Strecke begradigt

Wer sich nicht um Spitzengeschwindigkeiten scherte, konnte zumindest kreative, witzige Vehikel, die allesamt in Eigenleistung zusammengeschraubt, geklebt und genagelt wurden, bestaunen. Das Design einiger Seifenkisten erinnerte stark an eine Zigarrenform, wie sie ja schon in den Anfängen des Autorennsports üblich war. Eine Zwitter-Konstruktion zwischen Anhänger, Schubkarre und Fahrrad stellte das Rennfahrzeug der beiden Sagarder Pilotinnen Juliane Schack (37) und ihrer Schwester Stefanie (31) dar. Vater Lothar Schack (52) hatte seinen beiden Töchtern ein grün gespritztes Fahrzeug innerhalb von sechs Wochen montiert, auf dem die beiden attraktiven Blondinen eine sehr gute Figur machten.

Eine lange Schlange bildete sich während des Wettkampfes an der Piste, auf der die Teilnehmer auf ihren Start warten mussten. Von den Teilnehmern des Rennens wurde eine gute Kondition abverlangt, denn die Teams mussten ihre bis zu 250 Kilogramm schweren Seifenkisten die „Abschuss-Rampe“ mit eigener Körperkraft ohne technische Hilfe hochschieben, von der es wenig später mit vollem Karacho abwärts ging. Das Rennen stand übrigens unter ständiger Polizei-Kontrolle: Polizeihauptkommissar Frank Meyer kontrollierte die Geschwindigkeit jedes Fahrzeuges mit seinem Lasergerät. „Die Höchstgeschwindigkeit betrug bisher 37 km/h“, so der Polizeibeamte, dessen Einsatzgebiet ansonsten die A 20 ist. Es war auffallend, dass wenige Rennpiloten einen Schutzhelm auf dem Kopf hatten. „Den Erwachsenen Teilnehmern haben wir es auf eigene Verantwortung frei gestellt, ihren Kopf zu schützen, aber die Kinder mussten einen Helm tragen“, sagte Frank Meyer auf OZ-Nachfrage. Als der Regen am späten Samstagnachmittag einsetzte, wurde es glatt und gefährlich auf der Rennpiste. Das bekam Gordon Michaelis zu spüren, der bei einer Geschwindigkeit von 31 km/h in der Kurve die Kontrolle über sein Fahrzeug verlor und von der Strecke abkam. Es flogen sogar Funken, als sich sein Hinterrad löste. Nach diesem Zwischenfall ließ Polizeihauptkommissar Meyer die nasse Rennstrecke „begradigen“, weil Kurvenfahrten bei diesen Bedingungen zu gefährlich wurden. Zu den Eingangs erwähnten „Boxenludern“ zählten die beiden Sassnitzerinnen Karoline Brauns (34) und ihre Freundin Nicole Kiesow (33).

„So wurden wir natürlich nur aus Spaß von unseren Freunden tituliert, weil wir unsere teilnehmenden Männer so stark angefeuert haben“, meinte Karoline Brauns lachend.

Seifenkistenrennen

Die Gewinner wurden durch KO-System aus den besten 16 der Quali-Rennen ausgefahren:

Kinderrennen

1. Platz Rennschnecke 1

2. Platz Rennschnecke 2

3. Platz FireGirls

4. Platz Dubnitz-Racer Erwachsene/Teams

1. Platz KK Racing aus Sassnitz

2. Platz FFW Sassnitz

3. Platz Klein Helgoland aus Sassnitz

4. Platz SAW 1 aus Sagard

Die Reihenfolge nach den Quali-Rennen war: KK Racing 30,3 s, Klein Helgoland 30,9 s, FFW Sassnitz 31,4 s und SAW 1 31,8 s

Christian Rödel

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