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Rügen Plädoyer für ein verkanntes Instrument
Vorpommern Rügen Plädoyer für ein verkanntes Instrument
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00:01 09.05.2016

Die Blockflöte wird gern mal abschätzig als nicht zeitgemäßes Instrument für Montessori-und Waldorf-Schüler oder alternativ handgestrickte Erwachsene abqualifiziert. Was für eine Gedankenlosigkeit, wenn man Geschichte, Repertoire und gegenwärtigen Stellenwert des Instruments in Betracht zieht! Wer vorgestern dem Angebot des Putbus-Festivals folgte und im Theater Putbus die vier Damen des Boreas-Quartetts (Bremen) mit ihren Flöten im Dutzend erlebte, wird seine Sicht wesentlich erweitert haben. Ein Konzert im traditionellen Sinne war der Abend mit diesem ungewöhnlichen Ensemble allerdings nicht. Eher das, was man eine Performance nennt: ohne jede Pause, sozusagen durchinszeniert und ganz auf den Bühenhintergrund durchgängig füllende abstrakte, aber auch gegenständliche (Pflanzen) und sich in Form und Farbe ständig ändernde Lichtspieleffekte ausgerichtet. Wer Beziehungen zur Musik suchte, wurde am ehesten dort fündig, wo die Akteurinnen — weiß gekleidet, aber in Korrespondenz zur Lichtregie immer irgendwie farbig — Scherenschnitten gleich im „Bühnenbild“ agierten; ein überdies hübscher, dort sehr zur Musik passender Einfall. Diese reichte von Hildegard von Bingen über italienische, franko-flämische, deutsche und englische Alte Meister bis zur Moderne: dort brillant verspielt und hinreißend musikantisch beim Belgier Piet Swerts(Three Gadgets), unorthodox avantgardistisch und nichts für empfindliche Ohren bei Ali Isciler (Tesir, 2006), der Iranerin Farzia Fallah (Besorgnis der Sperlinge; 2013/14) und der Rumänin Ruscandra Popescu (au contraire...(2011/12). Dem Ensemble mit Jin-Ju Baek, Elisabeth Champollion, Julia Fritz und Luise Manske — inzwischen international geschätzt - ist für einen Abend zu danken, der hinsichtlich höchsten spieltechnischen wie künstlerischen Niveaus keine Wünsche offen ließ und dem Flöten-Ensemblespiel — der heftige Beifall zeigte es - sicher neue Freunde gewonnen haben dürfte.

Von Ekkehard Ochs

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