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Plädoyers im Selliner Randale-Fall gehört

Stralsund/Sellin Plädoyers im Selliner Randale-Fall gehört

Die Verteidiger kritisieren die Länge des Verfahrens von zwölf Verhandlungstagen. Die Staatsanwaltschaft beantragt Bewährungsstrafen.

Stralsund. Gestern fand am Stralsunder Landgericht der elfte Verhandlungstag im Selliner Randale-Prozesses statt. Elf junge Männer aus Rügen und Vorpommern sind angeklagt, am 21. Mai 2011 in Sellin schweren Landfriedensbruch und gefährliche Körperverletzung begangen zu haben. Eine Geburtstagsfeier am Fuße der Selliner Seebrücke war völlig aus dem Ruder gelaufen. Große Mengen Alkohol seien geflossen, auch von Betäubungsmitteln war im Prozess die Rede. Ein Jugendlicher wurde im Laufe des Abends verletzt. Die herbeigeeilte Polizei wurde mit Flaschen und Steinen beworfen, es kam zu Pöbeleien der übelsten Art. Auch vier Autos wurden bei der nächtlichen Randale beschädigt. Der Sachschaden beläuft sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft auf etwa 11 000 Euro.

Gestern wurde die Beweisaufnahme geschlossen und die Staatsanwaltschaft sowie die Verteidiger verkündeten ihre Plädoyers. Für drei der Angeklagten beantragte die Staatsanwaltschaft Freispruch. „In dubio pro reo“ („Im Zweifel für den Angeklagten“), so die Staatsanwaltschaft. Für die anderen jungen Männer forderte sie Bewährungsstrafen von sechs bis zehn Monaten und Geldstrafen. Zwei der Angeklagten sollen nach dem Willen der Staatsanwaltschaft eine Verwarnung bzw. einen Schuldspruch erhalten.

Für lediglich einen der Männer beantragte sie, das Erwachsenenstrafrecht anzuwenden, für die anderen sei aufgrund von Reifeverzögerungen und des jugendlichen Verhaltens das Jugendstrafrecht anzuwenden.

Die Verteidiger kritisierten die geforderten Geldstrafen von bis zu 1000 Euro. Die Länge des Verfahrens würde den Angeklagten schon hohe Prozesskosten bereiten, so Rechtsanwalt Neumeister aus Greifswald: „Bei zwölf Prozesstagen kommt insgesamt eine fünfstellige Summe zusammen.“ Es waren an den einzelnen Prozesstagen insgesamt 35 Zeugen gehört worden, ein Außentermin in Sellin sollte weitere Klarheit in das Geschehen bringen.

Einige der Angeklagten zeigten sich reuig und sprachen im Rückblick von einer „dummen Aktion“, andere zeigten kaum Interesse am Verlauf des Prozesses.

Der zwölfte und letzte Prozesstag mit der Urteilsverkündung findet am 6. Mai am Stralsunder Landgericht statt.

Anne Ziebarth

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