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Rügen Plattdütsch in’ne School
Vorpommern Rügen Plattdütsch in’ne School
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00:01 07.10.2017

Jo, leew Lüd, good, dat hüt wedder dat Thema up´n Plon kümmt, denn süß is unse leewe Heimatsproak woll bald vergäten.

Rita Hoff,

ehemalige Lehrerin,

lebt heute in der

Gemeinde Ummanz

To marken kriech ick dat oll bi mine Läsungen, de ick alle vier Wochen up Ummanz hollen do. Unse Frün´n dor kön’n recht good bät siehr good Platt verstohn un ok räden. Mit dat Läsen hebben väle von enn Probleme. „Läs du uns dat man vör!“ heet dat denn – un ick do dat giern un hew ook minen Spoaß doran.

To miene Schoolmeistertied kreegen de Schölers in miene Klassen ook ümmer ’n bäten Plattdütsch för ehr Läben mit.

Lütte Texte un bäten Gesang. Ton Bispill „Lütt Matten, de Haas“ orrer vör de Grötteren „Ick hew mol ’n Hamborger Veermaster sehn“. Dorin wier jo ok so’n bäten Englisch, wat de Groten good gefollen het.

Vör miene Lütten wier dat Schönste: „Anne Eck steht ’n Jung’ mit ’n Tüddelband“ Passend to unse lütt Insel hew ick dat ’n bäten ümschräben so: „Anne Eck steht ’n Jung mit’n Tüddelband, in’ne anne Hand ’n Botterbrod mit Kees. Wenn he blot nich mit dat Been in’ne Tüddel kümmt; un dor licht he ok oll lang up de Nees. Un he rasselt mit’n Dassel an’n Bordsteen un he bitt sich ook noch mächtig up de Tung. As he upsteht, sächt he: Het nich weh doahn, das ’n Klacks för so’n Ummanzer Jung. Ja, ja, ja – klaun, klaun Äppel woll’n wir klaun, ruck zuck über’n Zaun. Ein Jeder aber kann das nicht, er muß von Ummanz sein!“

Un de Hamborger hebben jo dorvon nicks mitkrägen. Ook süß hürten se ees bäten Platt von mi:“Ach, du lütten Düsbüddel!“ Up Hochdütsch kann man sowat nich so nett seggen.

To de DDR-Tieden müßte jeder Liehrer ees in’t Joahr ’n Husbesök in de Fomilien moaken, dat man wüßte, wie de Schölers läben. Dat wier ook sinnvull, denn up’n Lan’n kunn man noch manchmol schlichte Verhältnisse antreffen, denn kümmerte sich de Sozialkommission un de Gemeindeschwester dorüm.

Un ick bün to den’n Besök immer mit Fohrrad unnerwägens wäst, dormit ick to föhlen kreech, weggen Weg miene Schölers jeden Dach tweemol to führen haden mit Rad – un bi „Winderdach morgens in’n Düstern“.

De Kinner kemen ook ut Lieschow; un unse School wir up de rügensche Sied rechte Hand kort för Ummanz – wo hüt de lütten Ferienhüser stoahn (ook „Schlumpf-hausen“ nennt).

Eene Begäbenheit is mi noch dull in’t Gedächtnis. As ick bi eene Fomilie wier, wo ick wüßte, dat de Öllern noch väl Platt räden deden un dat Mudding von mienen Schöler sogor Gedichte up Platt schrieben deh. Also ick bün dor to Öllernbesök un sitt mit Mudding mit ’ne Tass Kaffee in’ne Stuw. Dor geht de Dör up, mienen Schöler kickt ’rin un fröcht: „Will´n ji ook Kooken hebben?“

Bät dorhen wüßte ick nich, dat in de Fomilie tohus ook de Kinner platt räden deden. Dat het mi denn bannig freucht.

OZ

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