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Politik streitet sich um Bergens Schulen

Bergen Politik streitet sich um Bergens Schulen

Die einen wollen neuen Hort für die Rugard-Grundschule, die anderen ein Bedarfskonzept für den Schulstandort

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Zankapfel Grundschule „Am Rugard“: Hier soll voraussichtlich für 5 Millionen Euro ein neuer Hort entstehen. Fotos (4): Jens-Uwe Berndt

Bergen. Um die Entwicklung des Schulstandortes Bergen ist ein Streit entbrannt. Dreh- und Angelpunkt ist der geplante Hortneubau für die Grundschule „Am Rugard“.

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Die einen wollen neuen Hort für die Rugard-Grundschule, die anderen ein Bedarfskonzept für den Schulstandort

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Bürgermeisterin Anja Ratzke (parteilos) hält davon nichts, das Gros der Stadtvertretung setzt sich hingegen für dieses Vorhaben ein. Höhepunkt des Konflikts: Ratzke widersprach einem Beschluss aus der Februarsitzung der Stadtvertreter, in dem die Verwaltung beauftragt wurde, das Hort- Projekt sofort umzusetzen (die OZ berichtete). „Das Thema Schulstandort muss noch einmal in die Fachausschüsse“, sagt Anja Ratzke. „Es muss ermittelt werden, wo es welche Bedarfe gibt.“ Daraus soll ein Gesamtkonzept entstehen, das aufzeige, an welcher Schule am dringendsten finanzielle Mittel eingesetzt werden müssten. „Ich bin als Bürgermeisterin nicht nur für eine Schule zuständig, sondern für den gesamten Standort“, begründet Ratzke ihr Veto.

Der Widerspruch Ratzkes wurde auf der jüngsten Stadtvertretersitzung am 4. April mehrheitlich zurückgewiesen. Vor allem die CDU/FDP-Fraktion besteht auf den Hortneubau. So lehnte Sozialausschussvorsitzende Sandra Köster es strikt ab, finanzielle Mittel nach dem Gießkannenprinzip auf die Schulen zu verteilen. „Es sollte immer eine Sache abgeschlossen sein, bevor wir die nächste beginnen“, sagte sie während der Versammlung. Auch gab sie zu bedenken, dass bereits hohe Summen für Planungskosten ausgegeben worden seien.

Fraktionsvorsitzender Axel Thiede steht ebenfalls zum Hortneubau. Die Schülerzahlen würden die Notwendigkeit bereits bestätigen. Nicht umsonst rede man schon seit zwei Jahren von diesem Vorhaben.

Anja Ratzke argumentiert ebenfalls mit Zahlen, wenn es um ihre Ablehnung des mittlerweile auf 5 Millionen Euro veranschlagten Neubau-Projektes geht. Demnach sei die jetzige Platzkapazität im Hort der Rugard-Grundschule noch nicht einmal ausgelastet. „214 Plätze gibt es, 200 davon sind belegt“, sagt die Bürgermeisterin. „Hinzu kommt, dass die dritte Klasse vierzügig ist, was bedeutet, dass 2017 auf Schlag vier Klassen die Schule verlassen.“ Nicht der Hort der Rugard-Grundschule sei das Problem, sondern die Rugard-Regionalschule, wo ab 2016/17 insgesamt 16 Klassen beschult werden sollen, wenngleich nur 13 Räume zur Verfügung stehen. „Es sollte nicht unser Anspruch sein, unsere Kinder in Containern zu unterrichten“, sagt sie weiter.

Carmen Kannengießer, Grünes Bündnis Bergen (GBB) kann sich mit einem neuen Hort überhaupt nicht anfreunden. „Wir brauchen das Gesamtkonzept“, sagt die Stadtvertreterin. „Als das Thema Hortneubau auf die Tagesordnung kam, wurden wir davon geradezu überfallen. Diese Geschichte resultierte aus dem Wahlkampf der ehemaligen Bürgermeisterin.“ Der Hort sei nicht nötig und viel zu teuer. „Wir müssen zur Verfügung stehendes Geld besser verteilen.“

Oder Projekte auch preiswerter planen, findet die Bürgermeisterin. „Miltzow hat eine Regionalschule mit Grundschule für knapp 6 Millionen Euro projektiert, wir planen für 5 Millionen einen Hort“, sagt Ratzke. „Dafür gibt es keine Zuschüsse, der erste Förderantrag wurde auch schon abgelehnt.“

Axel Thiede meint, eine Lösung zu wissen und verweist auf das „aktuelle Inklusionspapier des Landes“. Darin ginge es um die engere Verzahnung von Inklusion und Hort, was wiederum Fördertöpfe eröffnen könnte.

Peter Wendekamm, Vorsitzender der Fraktion der Linken, ist sich derzeit unschlüssig. „Wir müssen uns nochmal die Schülerzahlen und die Investitionsbedarfe anschauen“, sagt er. „Am Ende wird es eine politische Entscheidung. Aber einen Grundsatzbeschluss für den Hort gibt es schon, und den kann man so ohne weiteres auch nicht mehr zurückdrehen.“

Seine Fraktionskollegin Ulrike Päplow sah das auf der jüngsten Stadtvertretersitzung anders. „Wir müssen die städtische Haushaltslage beachten“, sagte sie. „Wir sollten diesen Neubau noch einmal überdenken.“

Schülerzahlen

119 sind von den 120 in der Altstadtgrundschule zur Verfügung stehenden Hortplätzen belegt.

538 Kinder werden derzeit an den beiden Grundschulen Bergens unterrichtet. 559 sind es an den zwei Regionalschulen.

340 so genannte Fahrschüler besuchen die vier städtischen Schulen. Viele davon gehören nicht zum örtlichen Zuständigkeitsbereich der Bildungseinrichtungen.

5 Millionen Euro könnte der Hort der Rugard-Grundschule kosten.

Von Jens-Uwe Berndt

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