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Aderlass nicht zu Ende: Bergen soll weiter Verwaltung verlieren

Bergen/Ribnitz-Damgarten Aderlass nicht zu Ende: Bergen soll weiter Verwaltung verlieren

Langfristig sollen die Kreisbehörden in Stralsund zentralisiert werden / Schließlich könnte nur noch der Bürgerservice den Insulanern erhalten bleiben

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Nicht heute und nicht übermorgen: Aber auf längere Sicht gesehen, bleiben auf der Insel Rügen von der Kreisverwaltung Vorpommern-Rügen wohl nur noch dieser Briefkasten und der Bürgerservice in Bergen-Rotensee übrig.

Quelle: Chris-Marco Herold

Bergen/Ribnitz-Damgarten. Es ist zwar noch Zukunftsmusik aber die Kreisverwaltung auf Rügen wird wohl weiter ausgedünnt. Zwar soll die Bauabteilung in Bergen-Rotensee vorerst Bestand haben. Gleiches gelte für die Bereiche Jugend und Soziales, die es dort vor Ort noch gibt, sagt Olaf Manzke. Aber der Sprecher der Kreisverwaltung blickt in die Zukunft und lässt quasi eine Bombe platzen: „Langfristig ist in Vorpommern-Rügen schon eine Zentralisierung geplant. Der generelle Trend ist es, irgendwann auf lange Sicht alles, außer dem Bürgerservice, in Stralsund anzugliedern.“

 

OZ-Bild

Auf lange Sicht wird alles Stralsund angegliedert.“Olaf Manzke, Sprecher der Kreisverwaltung Vorpommern-Rügen

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Damit scheint festzustehen: Bergen hat mit der Kreisgebietsreform und dem Verlust der Rügener Kreisverwaltung schon arg gelitten. Und wird es weiter tun. Ein weiterer Kaufkraftverlust scheine unausweichlich, sagen Insider. Und blicken voraus: „Das Ladensterben wird sich nicht aufhalten lassen.“

Doch vorerst hat die Insel noch eine Gnadenfrist. Denn bevor die Amtsstuben an der Ruschvitzstraße in Rotensee geräumt werden könnten, seien erst bauliche Änderungen in Stralsund nötig. Aus jetziger Sicht habe das Landratsamt im Carl-Heydemann-Ring gar nicht die Kapazitäten die zusätzlichen Mitarbeiter aufzunehmen.

Was Rügen wohl noch bevorsteht, ist in Ribnitz-Damgarten bereits Realität. Seit der vergangenen Woche sitzen die verbliebenen Mitarbeiter der Bauordnung West aus Ribnitz in Grimmen. Für die Menschen in der Region zwischen Fischland-Darß-Zingst und Barth, die in der Baubranche tätig sind oder selbst bauen, haben sich damit die Fahrtwege erheblich verlängert.

Der Rückzug aus der Bernsteinstadt war zwar bekannt, kam aber dennoch plötzlich. Zwei Tage vor dem Umzug gab es eine einsilbige Mitteilung aus der Kreisverwaltung in Stralsund. Bis zum 7. Oktober seien die Mitarbeiter in Grimmen wegen des Umzugs „nur eingeschränkt verfügbar“.

Im Ribnitz-Damgartener Rathaus sorgt das Hauruck-Verfahren für Unmut. „Das war von unserer Seite so nicht geplant. Wir hatten mehrfach mit dem Landkreis darüber gesprochen, über den Umzug gemeinsam öffentlich zu informieren, damit die Menschen in der Region Bescheid wissen. Das wurde jetzt nicht berücksichtigt. Traurig, aus meiner Sicht“, sagt der Ribnitz- Damgartener Bauamtsleiter Heiko Körner enttäuscht. Er betont weiter, dass es nun „massive Einschnitte im Leistungsbereich der Bauwirtschaft“ geben werde und die Stadtverwaltung immer gegen einen Abzug des Kreisbauamtes argumentiert habe.

Gerade in Ribnitz-Damgarten und auf der Halbinsel werde sehr viel gebaut.

Der Landkreis erklärt den Schritt so: „Für die Zusammenarbeit in der Verwaltung ist es günstiger, alles in Grimmen in einem Haus zu haben. Denkmalbehörde, Umweltabteilung und so weiter“, sagt Olaf Manzke auf Anfrage. Aus seiner Sicht müssten vor allem Architekten und Bauingenieure nun den Fahrtweg nach Grimmen auf sich nehmen. Der „normale Bürger“ komme eher selten in der Bauaufsicht vorbei.

Ein Fakt, den der Ribnitzer Architekt Gunnar Stendel so nicht bestätigen kann. „Ich bin mindestens alle zwei Wochen da. In der Bauaufsicht war immer Betrieb, das wurde intensiv genutzt, auch Bauwillige und Bauherren wollen sich da informieren“, sagt Stendel. Er lobt die „hervorragende Zusammenarbeit“ der Mitarbeiter in Ribnitz.

Ähnlich äußert sich Heiko Körner über die Mitarbeiter des Kreisbauamtes. „Die Kooperation lief ausgezeichnet, in sechs Monaten waren Bauleitverfahren beendet. So schnell habe ich das noch nirgendwo erlebt“, betont er. Bauwilligen, denen keine Ansprechpartner vor Ort mehr zur Verfügung stehen, sei das schwer zu vermitteln, wenn es alles länger dauern würde. Die Beratung könne das städtische Bauamt nicht übernehmen.

Rügen noch auf Platz zwei

An den vier Standorten des Kreises Vorpommern-Rügen arbeiten derzeit nach aktuellem Stand:

Bergen: 191 Mitarbeiter Verwaltung plus Einrichtungen und 83 im Jobcenter

Ribnitz-Damgarten: 58 Mitarbeiter in Verwaltung und Einrichtungen + 63 Mitarbeiter im Eigenbetrieb Jobcenter

Grimmen: 171 Mitarbeiter in Verwaltung+Einrichtungen, 70 im Jobcenter

Stralsund: 480 Mitarbeiter in Verwaltung+Einrichtungen und 160 im Jobcenter

Im Bereich Verwaltung und Einrichtungen sind auch die Mitarbeiter der Musikschule, Volkshochschule sowie Schulsekretärinnen und Hausmeister der Schulen des Kreises eingerechnet.

Nicht berücksichtigt sind die Mitarbeiter der beiden weiteren Eigenbetriebe Abfallwirtschaft und Rettungsdienst.

Virginie Wolfram und Chris-Marco Herold

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