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Arbeitsbesuch auf Mönchgut: Die Kanzlerin badet in der Menge

Baabe/Göhren Arbeitsbesuch auf Mönchgut: Die Kanzlerin badet in der Menge

Angela Merkel hat gestern den Wasserwanderrastplatz in Baabe eröffnet / In Göhren sagte die Bundestagsabgeordnete der Gemeinde Hilfe für die Mönchguter Museen zu

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Genossen das Bad in der Menge am Bollwerk: Bundeskanzlerin Angela Merkel und Baabes Bürgermeister Hartwig Diwisch (r.). Fotos (3): Gerit Herold

Baabe/Göhren. Das Baaber Bollwerk läuft wie Bolle. Tourismusdirektorin Uta Donner zeigt den Daumen nach oben. Der vor zwei Jahren gebaute Wasserwanderrastplatz mit dem sanierten Bollwerk sei bei den Gästen sehr gefragt. Das zeigte sich auch gestern. Die Liegeplätze für die Skipper sind gut belegt, das Ausflugsschiff MS „Sundevit“ der Weißen Flotte, das täglich mehrmals zwischen Baabe und Lauterbach pendelt, ist gut gefüllt. Weiße Flotte-Geschäftsführer Knut Schäfer ist zufrieden und kündigt an, dass spätestens ab 2018 ein zweites Schiff zum Einsatz kommt.

OZ-Bild

Angela Merkel hat gestern den Wasserwanderrastplatz in Baabe eröffnet / In Göhren sagte die Bundestagsabgeordnete der Gemeinde Hilfe für die Mönchguter Museen zu

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Den Gästen, die Baabe auf dem Seeweg erreichen, steht einer der schönsten Naturhäfen in MV mit modernster Infrastruktur zur Verfügung – mit 25 Liegeplätzen für Segelboote, zwei für Fahrgastschiffe, einer Trailer-Anlage, einem Hafenmeisterbüro und einem Sanitärgebäude. Letzteres wurde in diesem Jahr „nachgerüstet“. Nun ist alles perfekt. Grund genug, gestern noch einmal eine offizielle Inbetriebnahme zu feiern mit hohem Besuch. Gestern kam Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) trotz angespannter innen- und außenpolitischer Lage und vollem Terminplan in ihren Wahlkreis. „Als Bundestagsabgeordnete“, wie sie betonte. In ihrem Schlepptau: ihre Kollegin aus dem Bundestag und ehemalige Rügener Landrätin Kerstin Kassner (Linke) sowie etliche Politiker aus dem Land und Kreis sowie Bürgermeister, Kurdirektoren und Touristiker der Region.

„Die Gästezahlen zeigen, dass sich Rügen großer Beliebtheit erfreut“, so Merkel in ihrem Grußwort. Es geschehe viel, wenn Menschen sich für etwas einsetzten. Fördermittel seien ein guter Motivator, aber es ginge nichts ohne eigene Anstrengung. „Aber auch nichts ohne Fördermittel“, fügte sie hinzu.

Der 1,5 Millionen Euro teure Wasserwanderrastplatz in Baabe wurde zu 90 Prozent vom Land gefördert, unterstrich Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) und lobte gleichzeitig den „tollen Aufschwung“, den Rügen in den letzten 25 Jahren genommen habe. Das Baaber Kleinod sei die „richtige Antwort“, dass die Interessen von Naturschutz, Tourismus und Einwohnern zusammenpassten. Dafür hatte Dieter Mathis schon seit den 90er Jahren gekämpft. Die Beharrlichkeit des früheren Bürgermeisters, der über 20 Jahre die Geschicke des Ortes leitete, sei in Schwerin legendär, so Glawe. Sein Nachfolger Hartwig Diwisch verwies auf das nächste Ziel am Bollwerk. „Wir wollen einen großen Parkplatz bauen, der B-Plan ist in Arbeit“, informierte der Baaber Bürgermeister.

Sein Kollege aus Göhren hatte da schon die Veranstaltung verlassen. Denn Wolfgang Pester erwartete die Bundeskanzlerin im Heimatmuseum, das gerade saniert, mit einem neuen Anbau versehen und zum Mönchguter Trachtenmuseum umgestaltet wird (die OZ berichtete). Das 630000 Euro teure Projekt wird zwar mit 350000 Euro gefördert, doch damit ist die Kuh noch lange nicht vom Eis. Um die inhaltliche und vor allem personelle Neuausrichtung zu stemmen, braucht das kleine Ostseebad weitere finanzielle Hilfe. Die Gemeinde als Eigentümer der vier Museumsstandorte in Göhren hatte sich im letzten Jahr deshalb an Politiker, Kulturschaffende und Touristiker des Landes gewandt. Die Bundeskanzlerin hatte als erste geantwortet und Unterstützung zugesagt. Nun sollte es dazu einen reinen Arbeitsbesuch gegeben.

„Der Gast hat nun auch das Bad in der Menge gewünscht“, so Pester. Und das genoss Angela Merkel gestern sichtlich. Sie schüttelte Hände, gab Autogramme, machte Selfies. Eine gut gelaunte Bundeskanzlerin zum Anfassen. Immer wieder gab es Applaus – ob am Bollwerk in Baabe oder auf dem Weg vom Heimatmuseum zum Rookhus in Göhren, wo sie durch das Fest in der Thiessower Straße dicht umringt geschoben wurde. Im Rookhus ließe sie sich umfangreich von Museumsleiterin Ellen Melzer und Petra Wolter, Vorsitzende des Museumsfördervereins, informieren, bevor sie zur Kaffee-und-Kuchen-Pause unter freiem Himmel wieder den Zaungästen zuwinkte.

„Ich habe mit ihr 15 Minuten allein reden können und viele Dinge angesprochen, zum Beispiel auch das Wohnungsproblem in Göhren“, so Pester, der hofft, dass sich für die angekündigte Hilfe bei der Finanzierung des künftigen Museumspersonals Türen öffnen.

Lange Geschichte

1888 wurde mit dem Bau des Baaber Bollwerks begonnen, 1893 wurde es eingeweiht. Damals brachte es auch die ersten Gäste in den Ort.

Schon in den 90er Jahren war eine Sanierung der maroden Anlage angeschoben worden, mit der 2013 begonnen wurde. Das alte Bauwerk wurde saniert, die Pier von 100 auf 75 Meter verkürzt und ein Bootsanlegesteg mit 25 Liegeplätzen für Segelboote sowie zwei Anleger für Fahrgastschiffe und eine Trailer-Anlage geschaffen. Im Sanitärgebäude finden die Segler Duschen, ein Behinderten-WC und einen Wickeltisch für Babys. Zudem gibt es jeweils drei Toiletten für Damen und Herren, zwei Pissoirs und zehn Waschbecken.

Gerit Herold

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