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Block V: Vereine fordern Runden Tisch

Prora Block V: Vereine fordern Runden Tisch

Für die neue Bildungsstätte sollte wenigstens ein Teil der Immobilie in öffentlicher Hand bleiben

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Viel hat sich beim weiteren Umgang mit dem zum Verkauf stehenden Block V in Prora nicht getan.

Quelle: Robby Günther/archiv

Prora. Der geplante Verkauf von Block V in Prora bleibt umstritten. Doch eines ist er wohl nicht: ein Wahlkampfthema. Im Mai hatte der Kreistag Vorpommern-Rügen entschieden, dass sich der Kreis als Eigentümer von dem 300 Meter langen unsanierten Teil von Block V trennen will. Und Landrat Ralf Drescher (CDU) betonte, die Errichtung der seit Jahren geplanten Gedenk- und Bildungsstätte in Verhandlungen mit möglichen Investoren zur Bedingung machen zu wollen. Seitdem ist nicht viel passiert.

 

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Kreissprecher Olaf Manzke

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„Bei den Vorbereitungen zum Verkauf gibt es noch denselben Stand“, so Kreissprecher Olaf Manzke auf OZ-Nachfrage. Es gebe Kaufinteressenten. Aber: Das Land, dem die denkmalgeschützte Immobilie auch angeboten wurde, gehöre nicht dazu.

Im April hatten sich Kreis, Deutsches Jugendherbergswerk (DJH), Land und die beiden seit Jahren vor Ort aktiven Vereine „Dokumentationszentrum Prora“ und „Prora-Zentrum“ getroffen, um Möglichkeiten für die Etablierung eines Geschichtszentrums zu besprechen. „Seitdem herrscht Funkstille“, spricht Susanna Misgajski, Leiterin des Prora-Zentrums, von einer „zähen Angelegenheit“. Im Juli beschloss der Kreistag auf CDU- Antrag, einen zeitweilig beratenden Ausschuss einzusetzen, in dem fünf Kreistagsmitglieder und vier sachkundige Einwohner arbeiten (die OZ berichtete).

„Von dem Ausschuss haben wir aus der Zeitung erfahren und wurden bislang nicht weiter einbezogen“, erklärt Katja Lucke, Leiterin des Doku-Zentrums, die eine Mitarbeit für sinnvoll halten würde.

„Unser Vorschlag, einen Runden Tisch mit Bundes- und Landesvertretern als auch lokalen Kräften zu organisieren, wurde erst einmal weggeschoben.“ Die Vereine will man über alles informieren, jedoch nicht einbeziehen, erklärt Kreissprecher Olaf Manzke. „Als Verkäufer können sie nicht tätig sein und als Käufer sind sie bislang nicht in Erscheinung getreten.“ Der neue Ausschuss habe seine Arbeit noch nicht aufgenommen. Nach der Sommerpause müsse er sich konstituieren.

Lange war von der Politik gefordert worden, dass sich die beiden Vereine unter einem Dach zusammenfinden und Hand in Hand arbeiten. Diese haben inzwischen eine zweite gemeinsame Erklärung abgegeben, dass sie für eine gemeinsame Nutzung im Block V und die Einrichtung eines neuen Bildungs- und Dokuzentrums mit einer Bestandssicherheit bereit seien. In diesem soll die doppelte Geschichte von Prora in zwei Diktaturen aufgezeigt und umfangreiche Bildungsarbeit betrieben werden. Arbeitstitel: „Prora im 20. Jahrhundert.“ Um dies langfristig zu sichern, müssten Bund, Land und Landkreis sich darum bemühen, den Liegehallenbereich mit dazugehörigem Treppenausbau aus dem Verkauf herauszulösen und in öffentlicher Hand zu behalten. Denn es gibt Zweifel, wie der Kreis bei seinen Verhandlungen mit Investoren die Errichtung einer Bildungsstätte als Bedingung auf rechtlich sichere Füße stellen will. Sprecher Manzke: „Das wird dann mit dem Investor verhandelt.“

Für Susanna Misgajski sind das nur Lippenbekenntnisse. „Wir brauchen aber sichere Aussagen und keine Allgemeinplätze.“

Als Voraussetzung für einen Verkauf muss zudem der Erbbaurechtsvertrag mit dem DJH geändert werden. Dazu soll es derzeit Gespräche geben, so Manzke, der keine Aussage dazu machen kann, ob Geld aus dem Verkauf in die Bildungsstätte fließen wird. 2006 hatte der damalige Kreis Rügen einen der Blöcke für den Kaufpreis von einem symbolischen Euro plus der Auflage zur Erschließung erworben. Mit 16,4 Millionen Euro von Bund, Land, EU und Jugendherbergswerk entstand 2011 in einem Drittel des Gebäudes die Jugendherberge mit 400 Betten, die für 40 Jahre an das DJH verpachtet und Initialzündung für den Bauboom in Prora wurde. Schon damals war geplant, dass dort eine Bildungsstätte entstehen soll. Doch dazu fehlten bisher die Mittel von fünf Millionen Euro. Die Kreisverwaltung begründet den Verkauf nun mit dem schlechten Zustand des Blockes, aus dem das Prora- Zentrum vor einigen Monaten ausziehen musste.

Die anderen vier Blöcke der 4,5 Kilometer langen Anlage, die die Nazis als Massenquartier der Organisation „Kraft durch Freude“ für 20000 Arbeiter an der Prorer Wiek bauen wollten, aber nie vollendeten und die nach dem Krieg abgeschirmte NVA-Kaserne wurde, waren vom Bund an Privatinvestoren veräußert worden. Diese bauen vorrangig exklusive Ferien- und Eigentumswohnungen.

Neue Ausstellungen eröffnen heute

2 neue Ausstellungen sind ab heute in Prora zu sehen. Um 17 Uhr eröffnet das Dokumentationszentrum Prora (Block 3) die Ausstellung „Rechtsextremismus heute“. Öffnungszeiten: täglich 10 bis 18 Uhr, www.proradok.de

Das Prora-Zentrum (Zufahrtsgebäude zur Jugendherberge am Block V) eröffnet um 18 Uhr die Austellung „Gefangen im Krieg. Sowjetische Kriegsgefangene in MV 1941-1945 / Deutsche Kriegsgefangene in der Sowjetunion 1941-1956“.

Öffnungszeiten: Mai bis Oktober täglich 10 bis 18 Uhr, www.prora-zentrum.de

Gerit Herold

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