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Bündnis für Arbeit: Fachkräfte sichern

Binz Bündnis für Arbeit: Fachkräfte sichern

Unternehmerverband Vorpommern lud zu Wirtschaftsgesprächen und Maritimem Ball nach Binz

Binz. Der Hafenstandort Mukran habe sich zu einem Jobmotor in der Region entwickelt, eröffnete Thomas Langlotz von der Fährhafengesellschaft den rund 50 Teilnehmern der „Wirtschaftsgespräche zum Arbeitsmarkt“ in Binz. Durch die Ansiedlung zahlreicher Projekte und Unternehmen „sind hunderte von langfristigen, gut bezahlten Arbeitsplätzen geschaffen worden“, so Langlotz.

Zu den Gesprächen zum Thema „Arbeitsmarktpolitik und Fachkräftesicherung“ hatten neben der Fährhafen Sassnitz GmbH auch die IHK zu Rostock, Kreishandwerkerschaft und Unternehmerverband Vorpommern in das Arkona Strandhotel von Binz eingeladen.

Insgesamt seien in den Firmen und Projekten zur Rohrummantelung für die Erdgaspipeline nach Lubmin, Offshore-Windenergieanlagen und Fischerei heute mehr als 1200 Menschen beschäftigt und der Bedarf werde steigen. Langlotz prognostiziert einen Bedarf an neuen Mitarbeitern, der sich bei den temporären Projekten in der Größenordnung von 250 bis 750 im Jahr bewegen werde. Bei den Festanstellungen rechnet er mit einem Bedarf von 400 Mitarbeitern in den kommenden fünf Jahren. Daher plane der Hafenwirtschaftsverein eine eigene Standort-Messe für Auszubildende und die Arbeitsagentur stelle eigens einen Standortbeauftragten für den Hafen ab.

Insgesamt seien im Landkreis Vorpommern-Rügen derzeit 13483 Menschen arbeitslos (zwölf Prozent), so Jürgen Radloff von der Arbeitsagentur in Stralsund. Das Angebot an Ausbildungsstellen übersteigt dabei die Zahl der Bewerber. Ein Drittel der Stellen werde allerdings im Hotel- und Gaststättenbereich angeboten „und das ist bei den jungen Leuten kein Erstwunsch“, so Radloff: „Für diesen Wirtschaftsbereich eine ganz schwierige Situation.“Radloff rät, sich verstärkt darum zu bemühen, die Quote der Abbrecher von Schule (8%), Ausbildung (23%) und Studium zu senken. Auch rät er mehr Menschen einzustellen, die älter als 55 Jahre sind und die Teilzeitbeschäftigung gerade von Frauen zu verlängern. Eine besondere Herausforderung ist es laut Radloff, Flüchtlinge zu Fachkräften von morgen auszubilden: „Es ist ein dickes Brett, das wir bohren müssen, um Flüchtlinge zu motivieren, eine Ausbildung zu machen, statt schnelles Geld zu verdienen.“

Neben der Gewinnung von Arbeitskräften sei es genauso wichtig, Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass Mitarbeiter in Unternehmen bleiben, betonte Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU). „Hierzu zählen attraktive Arbeitsplätze mit fairen Löhnen.“ Für die regionalspezifische Arbeitsmarktförderung des Landes stehen in der EU-Förderperiode 2014 bis 2020 landesweit etwa 45 Millionen Euro aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) zur Verfügung. Von denen könnte dann auch Vorpommern profitieren.

Bei der Gewinnung von Fachkräften muss zudem künftig auch an die sogenannten „weichen“ Standortfaktoren gedacht werden, waren sich die Referenten einig. So sei die Versorgung mit Kindergärten zwar gut und das Angebot für Freizeit und Kultur akzeptabel, aber die Situation auf dem Wohnungsmarkt, der medizinischen Versorgung und im Nahverkehr ließen aber zu wünschen übrig. Thomas Langlotz: „Die Verkehrsträger müssten viel besser vernetzt werden.“ Was sie den Jugendlichen mitgeben könne, denen sie bei einer Jugendweihe begegne, fragte Christine Zillmer, Präsidentin des Wirtschaftsvereins Rügen. „Ermutigen Sie sie zu einem Besuch an der FH Stralsund“, riet Patrick Dahlemann, Staatssekretär für Vorpommern. „Da wird echte Innovation gelebt“.

Am Abend schloss sich dann der traditionelle „Maritime Wirtschaftsball“ an, zu dem 230 Gäste, darunter auch Verkehrsminister Christian Pegel (SPD) und Stefan Rudolph, Staatssekretär im Wirtschaftsministerium.

Uwe Driest

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