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E-Mobilität und nachhaltiger Tourismus

E-Mobilität und nachhaltiger Tourismus

Rügens CDU-Landtagskandidaten über B 96, Alleen, Asylbewerber, Lieblingsecken und den Ruf der Partei

Rügen Die CDU hat mit Burkhard Lenz als Direktkandidat für den Wahlkreis 34 einen „alten Hasen“ im Rennen, ist der 57-Jährige doch schon seit 2006 Mitglied des Landtages von Mecklenburg-Vorpommern. Lenz will es noch einmal wissen. Den Wahlkreis 33 möchte für die Christdemokraten Holger Kliewe gewinnen. Der Landwirt ist als Bürgermeister von Ummanz kommunalpolitisch kein unbeschriebenes Blatt, Landespolitik wäre für ihn allerdings ein neues Terrain. Die OZ sprach mit den beiden Direktkandidaten über aktuelle Probleme der Insel.

Herr Lenz, warum stellen Sie sich erneut zur Wahl für den Landtag?

Burkhard Lenz: Ich möchte mein Netzwerk weitere fünf Jahre nutzen, um Projekte auf der Insel voranzubringen. Es macht Spaß zu sehen, wenn man unabhängig von der Gesetzgebung Probleme auf der Insel lösen kann.

Was treibt Sie in den Landtag, Herr Kliewe?

Holger Kliewe: Mir geht es um die weitere Entwicklung von Landwirtschaft, Handwerk, Fischerei und Tourismus. Auch muss man neue Wege für ein Verkehrskonzept gehen – Elektro-Mobilität ist mein Thema. Als Landtagsabgeordneter kann ich sicher vermittelnd und unterstützend wirken.

Wie stehen Sie zum Weiterbau der neuen B 96?

Lenz: Der Ausbau bis Bergen ist für mich ein Muss. Bei der Ortsumgehung muss noch einmal über den Verlauf nachgedacht werden. Nach den aktuellen Plänen wird viel zu viel landwirtschaftliche Nutzfläche in Mitleidenschaft gezogen. Das geht so nicht.

Kliewe: Die B 96n ist die Hauptverkehrsader, und ihr Bau hat bisher Naturressourcen gekostet. Das eine geht aber nicht ohne das andere. Allein, wenn ich an die Touristen und Pendler im Stau denke, weiß ich, dass der Weiterbau dringend notwendig ist. Auch um Bergen herum. Schon, weil die Bäderküste 50 Prozent der Touristenströme aufnimmt. Und die gehen nunmal auch durch Bergen.

Der Straßenausbau kostet Rügen einen Teil seiner Alleen. Aktuell sollen Bäume an der B 96 zwischen Strüssendorf und Ralswiek fallen.

Lenz: Im aktuellen Planfeststellungsverfahren für diesen Ausbau liegen keine Stellungnahmen von den Umweltverbänden vor. Jetzt, wo der Ausbau beginnen soll, wird Widerstand organisiert, der uns wieder viel Mittel und Zeit kosten könnte. Natürlich liebe auch ich Bäume. Ich mache ja selbst Naturführungen auf der Insel Vilm. Aber Bäume sind auch nur „Menschen“ und werden nicht 500 Jahre alt.

Kliewe: Ich bin für unsere Alleen, sonst hätten wir in der Gemeinde Ummanz nicht das Alleen-Projekt gestartet, in dem wir uns zum Beispiel für die nächsten zehn Jahre verpflichten, die Straßen, an denen Alleebäume stehen, im Winter ohne Salz zu streuen. Es ist schade um jeden Baum. Aber die B 96 ist unsere Hauptverkehrsader – mindestens bis Mukran. Das hat eine gewisse Priorität.

Wieviel Tourismus verträgt Rügen?

Lenz: Von den einfachen Hotelbauten haben wir genug. Leider kann ich da als Landtagsabgeordneter wenig bewirken, liegt es doch in kommunaler Hoheit, ob Gemeinden weitere Neubauten zulassen.

Da werde ich mich nicht einmischen. Vielmehr fordere ich dazu auf, dass Tourismusverband und Tourismuszentrale sich mit allen Gemeinden über eine nachhaltige Entwicklung verständigen.

Kliewe: Einige Bereiche sind ausgereizt. In Binz und Mönchgut sind die Grenzen erreicht. Im Westen der Insel gibt es noch Kapazitäten, vor allem infrastrukturell. Denn wollen wir im Land und speziell auf Rügen die Zeit für den Tourismus ausdehnen, müssen Angebote her. Man sieht es ja: Haben wir Regentage, fliehen die Urlauber aufs Festland. Qualität geht vor Quantität.

Die Diskussion über den Zuzug von Asylbewerbern reißt nicht ab. Wie stellen Sie sich das Miteinander auf Rügen vor?

Lenz: Unser Bundesland hat klare Prämissen: Die politisch Verfolgten werden aufgenommen, müssen sich aber integrieren, nach den Grundgesetzen leben. Es darf auf gar keinen Fall eine Bevorzugung gegenüber der deutschen Bevölkerung geben. Wie sich der Zustrom entwickelt, ist Bundes- und Europapolitik. Wir können aber über Bundesratsinitiativen die Zuständigen auffordern, Regelungen zu treffen.

Kliewe: Die, die herkommen und einen entsprechenden Status erhalten, sollten wir so schnell wie möglich in Arbeit bringen. Logisch, dass sie sich an die deutschen Grundwerte zu halten haben.

Ich sehe da für Rügen aber kaum Probleme, da der Ausländeranteil zwei bis drei Prozent wohl kaum überschreiten wird.

Herr Lenz, in Bergen gibt es seit der Abwahl ihrer Parteifreundin, Frau Köster, einen Dauerclinch zwischen CDU/FDP-Fraktion und der neuen Bürgermeisterin, Anja Ratzke. Wie bewerten Sie das?

Lenz: Solche Dinge sind immer abhängig von den handelnden Personen. Und wir sind alle nur Menschen. Allerdings sind wir in Putbus anders mit der Niederlage bei der Bürgermeisterwahl umgegangen, als man das in Bergen getan hat.

Der Putbuser CDU-Kandidatin, Julia Präkel, fehlten nur wenige Stimmen. Auch wegen eines Reputationsverlustes der Christdemokraten auf der Insel, heißt es. Wie wollen Sie im Hinblick auf die Landtagswahlen den Ruf der CDU aufpeppen?

Lenz: Ich will ehrliche Politik machen, für jeden zum Gespräch stehen. Nur so kann ich die Leute von mir und der CDU überzeugen. Es ist schlimm, dass durch einzelne Personen eine ganze Partei in Verruf gerät.

Kliewe: Auf Rügen treffen sich reihum regelmäßig die CDU-Senioren. Und ich höre immer wieder, wie toll das ist. So etwas sollte man regelmäßig gemeinde- und ortsübergreifend tun. In solchen Runden können Probleme besprochen werden. Das ist kein Abkoppeln vom Kreisverband, aber Rügen ist in vieler Hinsicht ein eigenes Ding.

Haben Sie Lieblingsecken auf der Insel?

Lenz: Da gibt es mehrere, so zum Beispiel der weite Blick übers Mönchgut hinter der Kirche in Göhren. Da ich ein großer Freund von Wäldern bin, schätze ich die Goor in meiner Heimatstadt Putbus. Aber auch der Rugard in Bergen ist ein lohnendes Erholungsziel.

Kliewe: Die eigene Heimat vor der Haustür, Ummanz oben am Deich. Dann die Naturschönheiten auf Mönchgut. Und zum Baden geht es an die Schaabe.

Herr Lenz, Ihnen wird von einigen Rüganern vorgeworfen, als Landtagsabgeordneter zu wenig präsent gewesen zu sein.

Lenz: Das verstehe ich nicht. Allein, wenn man meinen Terminkalender sieht ... Aber vielleicht habe ich nicht genug die Werbetrommel gerührt, denn ich mache nicht jedes Mal aus einer Mücke einen Elefanten. Und dass ich in fünf Jahren bei 32 Sitzungen im Landtag gefehlt habe, hatte seinen Grund: Ich war zwei Jahre lang schwer krank. Ich habe aber alles gut überstanden und bin fit für eine dritte Runde.

Sollten Sie gewählt werden, Herr Kliewe – was würden Sie sofort anpacken wollen?

Kliewe: Den Erhalt des Tierparks Sassnitz. Der liegt mir als Landwirt, der selbst Tiere hält, sehr am Herzen. Es wäre schade, müsste er schrumpfen. Ich würde alles tun, um Fördermittel zu vermitteln.

Jens-Uwe Berndt

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