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Rügen Gleichberechtigung nur noch im Ehrenamt
Vorpommern Rügen Gleichberechtigung nur noch im Ehrenamt
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00:00 27.05.2016
Bürgermeister Frank Kracht (l.) übergibt der neuen Gleichstellungsbeauftragten Sabrina Przedpelski zusammen mit Norbert Thomas, Präsident der Stadtvertretung, die Ernennungsurkunde. Quelle: Udo Burwitz

Rügens Hafenstadt hat eine neue Gleichstellungsbeauftragte. Die Sassnitzerin Sabrina Przedpelski kümmert sich ab sofort um Fragen der Gleichberechtigung von Frau und auch Mann, der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Bürgermeister Frank Kracht übergab der 32-Jährigen in der Stadtvertretersitzung am Dienstag die Ernennungsurkunde. Der offizielle Akt markiert ein Novum: Sabrina Przedpelski ist die erste Gleichstellungsbeauftragte, die dieses Amt in Sassnitz im Ehrenamt ausüben wird. Bislang hatte die Hafenstadt eine hauptamtliche Gleichstellungsbeauftragte. Den Posten bekleidete Petra Lenz in der Stadtverwaltung.

„Das liegt an der Einwohnerzahl“, begründet Hauptamtsleiterin Gabriele Thiele den Wechsel vom Haupt- zum Ehrenamt. Sassnitz sei bei der Einwohnerzahl unter die 10000er Marke gerutscht. „Aktuell zählt die Stadt 9949 Einwohner.“ Deshalb, so Thiele, musste der hauptamtliche Posten aufgegeben und ein Gleichstellungsbeauftragter im Ehrenamt bestellt werden. Der Posten wurde ausgeschrieben. Es habe mehrere Bewerbungen gegeben. Die Stadtvertreter haben in nichtöffentlicher Sitzung ihre Wahl getroffen.

„Ich freue mich riesig“, kommentiert Sabrina Przedpelski die von den Volksvertretern getroffene Entscheidung. Vor zwei Jahren ist die gebürtige Demminerin, die Sozialversicherungsfachangestellte gelernt und ein Studium der Sozialpädagogik absolviert hat, in die Hafenstadt gezogen. „Ich möchte Teil dieser Stadt werden und mich einbringen“, begründet die 32-Jährige, die verheiratet und Mutter einer kleinen Tochter ist, ihre Bewerbung. In dem neuen Ehrenamt könne sie ihre täglich im Beruf gesammelten Erfahrungen gleich mit einbringen. „Zum Beispiel, wenn es um Fragen der Integration geht.“

Sabrina Przedpelski arbeitet bei einem freien Träger der Kinder- und Jugendhilfe in einer Wohngruppe für verhaltensgestörte Kinder in Stralsund.

Die Kommunalverfassung

9949 Einwohner zählt Sassnitz aktuell. Damit erfüllt die Stadt nicht mehr die Voraussetzungen für einen hauptamtlich tätigen Gleichstellungsbeauftragten. Das ist im Paragrafen 41 der Kommunalverfassung von MV geregelt. Danach ist die Förderung der tatsächlichen Gleichstellung von Frauen und Männern eine Aufgabe der Gemeinden. Dafür bestellen hauptamtlich verwaltete Kommunen Gleichstellungsbeauftragte, die in Gemeinden mit mehr als 10000 Einwohnern hauptamtlich tätig sind. Andere Gemeinden können Gleichstellungsbeauftragte bestellen, die ehrenamtlich tätig sein können. Von dieser Kann-Bestimmung haben die Sassnitzer Stadtvertreter Gebrauch gemacht.

Udo Burwitz

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