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Kopf-an-Kopf-Rennen von AfD und SPD

Bergen Kopf-an-Kopf-Rennen von AfD und SPD

CDU-Kandidaten holen auf Rügen die Direktmandate / Wahlbeteiligung deutlich höher als 2011

Bergen. Gleich der erste Zettel bei der Auszählung im Wahllokal zeigt der Wahlhelferin, wo die Reise an diesem Abend hingehen wird: „AfD“, sagt sie und ist nicht wenig überrascht. Der „Alternative für Deutschland“ trauen zahlreiche Rüganer zu, die Geschicke des Landes in die Hand zu nehmen. Sie lieferte sich gestern bei den Landtagswahlen in den beiden Rügener Wahlbezirken lange Zeit ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit der SPD. Ihre beiden Direktkandidaten Jens Kühnel und Bernhard Wildt platzierten sich dicht hinter den Platzhirschen von der CDU, Holger Kliewe und Burkhard Lenz, die zeitweise um ihre Direktmandate zittern mussten.

Jens Kühnel war wenige Minuten nach der ersten Hochrechnung im Freudentaumel. „Mit einem solchen Erfolg auf Anhieb hätte ich nicht gerechnet“, sagte er am Telefon. Er sei in den ersten Sekunden sprachlos gewesen. Den großen Erfolg seiner jungen Partei sieht er darin begründet, dass sie die Themen aufgegriffen habe, die die Menschen im Land bewegten.

Das glaubten bislang auch die Vertreter der so genannten etablierten Parteien. Burkhard Lenz (CDU) hatte seine Anhänger ins Lauterbacher Hafenhotel Viktoria geladen. Nach der ersten Prognose des Landesergebnisses wundert er sich zunächst einmal über den großen Abstand zur SPD. „Das Ergebnis hat mich schon ein wenig in Schrecken versetzt“, lässt er die Anwesenden wissen. Die Menschen hätten nur auf die bundespolitischen Themen reagiert. „Was wir in der zurückliegenden Legislaturperiode geschafft haben, spielte keine Rolle.“ Nach seiner Prognose werde es im Land bei einer rot-schwarzen Koalition bleiben. „Aber es wird schwieriger als in der letzten Legislatur“, prophezeit er.

„Ich bin nicht überrascht, aber dennoch enttäuscht“, sagte Andrea Köster. Die Ursachen für das schlechte Abschneiden ihrer Partei suchte die Kreistagspräsidentin nicht allein auf Bundesebene. Aber als kleinerer Koalitionspartner habe man sich eben nicht immer durchsetzen können. „Außerdem hatten unsere Minister mit der Flüchtlingsproblematik und der Gerichtsreform die umstrittensten Themen zu bearbeiten“, glaubt Köster. Vielen Menschen ginge es eigentlich gut und sie würden auf hohem Niveau klagen. „Bei vielen Menschen ist offenbar ein Anspruchsdenken eingekehrt, das sie immer unzufrieden sein lässt.“

Die Rüganer hätten die Partei abgestraft, aber nicht die Kandidaten, sagt Holger Kliewe. Er selbst, ein Rüganer mit hohem Bekanntheitsgrad, konnte sich mit seinem Direktmandat nur knapp vor dem nahezu unbekannten Jens Kühnel aus Stralsund durchsetzen. Der Erfolg der AfD sei nichts als Protest.

Rügens Bundestagsabgeordnete und frühere Landrätin Kerstin Kassner (Linke) findet den Erfolg der AfD auf der Insel „erschreckend“. Der Einzug des Kandidaten Wolfgang Weiß über Listenplatz zehn galt zwar als gesichert. Doch viele derer, die aus Unzufriedenheit sonst den Linken ihre Stimme geben, seien offenbar zur AfD gewechselt, sagt Weiß. Als typische Protestpartei habe man natürlich auch viele Wechselwähler. Vor allem aber würden sich die Menschen im östlichen Landesteil abgehängt fühlen, sagt der Hochschullehrer Weiß, der sich mit dem demografischen Wandel und der Entwicklung des ländlichen Raums befasst, angesichts der SPD-Siege in Mecklenburg und der AfD-Mehrheiten im Osten. „Wir sollten Vorpommern und nicht Hinter-Mecklenburg sein.“

Uwe Driest und Maik Trettin

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