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Kreis hat schon 40 Stellen abgespeckt

Zwei Jahre nach der Gebietsreform: Wie fällt die Bilanz für Vorpommern-Rügen aus? Kreis hat schon 40 Stellen abgespeckt

Verwaltung muss dieses Jahr 1,4 Millionen Euro sparen. Wir haben Menschen im Kreis nach ihrem Fazit zur Reform gefragt und mit Landrat Ralf Drescher gesprochen.

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Wir brauchen Zuversicht. Wir müssen aber auch Geduld haben.“Ralf Drescher (57, CDU), Landrat

Stralsund. Vorpommern-Rügen hat heute Geburtstag. Am 4. September ist es zwei Jahre her, dass die Landkreise Rügen und Nordvorpommern mit der Hansestadt Stralsund zu einem Großkreis verschmolzen wurden: zu Vorpommern-Rügen. Als Kreis-Kürzel steht „VR“ inzwischen auf vielen Autokennzeichen. Vorzugsweise auf dem Festland.

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Wir haben schon einiges erreicht, jedoch liegt noch vieles vor uns, was wir gemeinsam lösen werden.“Alexander Badrow (39, CDU), Oberbürgermeister von Stralsund

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Ansonsten ist Vorpommern-Rügen noch immer beim Zusammenwachsen. Vielleicht ist das nach zwei Jahren auch normal. Denn die vom Gesetzgeber verordnete Kreisreform hat drei sehr unterschiedliche Territorien vereinigt: Die Touristenhochburg Rügen, in der die Arbeitslosenquote aktuell saisonbedingt mit 8,4 Prozent im einstelligen Bereich liegt. Die Hansestadt Stralsund, Weltkulturerbe. Und das dünn besiedelte und ländlich geprägte Nordvorpommern.

Landrat Ralf Drescher fasst die zwei Jahre so zusammen: Grundlegende Aufgaben erledigt. Eine Struktur aufgebaut. Das Fundament geschaffen. Der 57-Jährige ist insgesamt zufrieden mit der Entwicklung.

Auch, weil das Umstrukturieren der Verwaltung, wie er sagt, „eine Menge Holz war“. Neben der Kernverwaltung betraf das unter anderem auch Kreiseinrichtungen wie die Volkshochschulen und den Eigenbetrieb Abfallwirtschaft. In der Phase vor der Reform habe er geglaubt, dass manches schneller gehe, sagt Ralf Drescher. „Wir brauchen Zuversicht, müssen weiter fleißig sein. Aber auch Geduld haben“, fügt er hinzu.

Vieles bei der Reform hat mit Geld zu tun. Die Umstrukturierung hat Geld gekostet. Die Übernahme von Liegenschaften der Hansestadt Stralsund gab‘s auch nicht kostenlos. Und die aktuellen Auflagen der Landesregierung zum Kreishaushalt 2013 machen die Situation nicht besser. Rund 1,4 Millionen Euro soll der Kreis sparen, so die Forderung des Schweriner Innenministeriums.

Apropos Kreistag. Am vergangenen Montag gab‘s die 14. Sitzung nach der Reform. Bis dahin hatte das Gremium 244 Entscheidungen gefällt. Nicht nur, was die Struktur der Verwaltung angeht. Auch die Zukunft des Nahverkehrs ist ein Thema. In den nächsten Jahren folgen weitere Themen mit Tragweite. Die Schulentwicklungsplanung steht an. Standorte stehen auf dem Prüfstand. Als erstes geht‘s um die Beruflichen Schulen. Und um die kennen zu lernen, hat sich der Bildungsausschuss des Kreistages ins eigene Pflichtenheft geschrieben, alle Standorte zu besichtigen.

Bei aller Konzentration der Verwaltung in Stralsund wird es weiter Außenstandorte geben. In Bergen auf Rügen, in Ribnitz-Damgarten, in Grimmen. Mit Bürgerbüros als Anlaufstellen. Auch das ist Montag Thema im Kreistag.

Größtes Problem, schätzt der Landrat ein, ist die Haushaltskonsolidierung. Sprich die Entwicklung der Finanzen. Bei allem Willen zum Sparen sieht Ralf Drescher es als unerlässlich an, dass die Landesregierung, wenn sie Aufgaben an den Kreis übertrage, dann auch die entsprechenden Gelder bereitstelle.

Gespart wird beim Kreis in den nächsten Jahren am Personal. Durch Altersteilzeit und „normale Fluktuation“. 1400 Mitarbeiter gibt es beim Kreis, das Kommunale Jobcenter eingeschlossen. 40 Stellen sind bereits weggefallen, weitere 80 sollen in den nächsten Jahren eingespart werden.

Riesiges Territorium
3188 Quadratkilometer groß ist Vorpommern-Rügen und erstreckt sich vom Kap Arkona bis ins Trebeltal. Mehr als 223 000 Menschen leben im neuen Großkreis.

244 Entscheidungen hat der Kreistag in seinen ersten 13 Sitzungen gefasst. Getagt wird in Stralsund. Hinzu kamen 161 Sitzungen der verschiedenen Fachausschüsse des Kreistages.

 

Peter Schlag

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