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Rügen Landesvater mahnt bei süßen Häppchen zum Dialog
Vorpommern Rügen Landesvater mahnt bei süßen Häppchen zum Dialog
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00:00 15.01.2015

Binz — Großer Bahnhof im Kurhaus Binz: Zum Neujahrsempfang hatte Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) in das erste Haus des Ostseebades geladen. Rund 300 Gäste waren dem Ruf gefolgt und plauschten bei Häppchen und diversen Spirituosen über die Rede des Landesoberhauptes. Sellering hatte darin zum Auftakt des Jubiläumsjahres 2015 die Aufbauleistungen der Menschen im Land gewürdigt und zur weiteren Stärkung von Wirtschaft und sozialem Zusammenhalt aufgerufen.

„Wir können stolz sein auf das, was wir in den vergangenen 25 Jahren erreicht haben“, sagte der Landesvater. MV habe an Wirtschaftskraft gewonnen. Die Arbeitslosigkeit befinde sich auf dem niedrigsten Stand seit der Deutschen Einheit, der Tourismus verzeichne Übernachtungsrekorde, so Sellering. Die Wichtigste sei nun, das Land wirtschaftlich weiter voranzubringen. „Dafür brauchen wir den Tourismus und die erneuerbaren Energien. Deshalb appelliere ich an die Vertreter beider Branchen, den Dialog zu suchen“, mahnte Sellering im Hinblick auf Interessenskonflikte beim Bau neuer Windparks vor der Küste des Landes.

„Wir sind nicht generell gegen erneuerbare Energien“, sagte Kai Gardeja, Geschäftsführer der Tourismuszentrale Rügen. „Es gibt ein großes Flächenpotenzial, aber nicht unbedingt dort, wo am günstigsten erschlossen werden kann“, sagte er im Hinblick auf die nur sechs Kilometer vom Königsstuhl entfernt geplanten Windräder. Die Tourismusbranche ringe darum, dass der Bau der Anlagen weiter ins Meer verlegt werde.

Unterstützung bekommt Gardeja von Rügens Dehoga-Chef Wilfried Rothkirch. „Klar wollen wir erneuerbare Energien, doch die Standorte müssen mit Bedacht gewählt werden.“ Von einem Windparkvor dem Königsstuhl halte er nichts. „Wir müssen eine Regelung finden, mit der die Wirtschaft und der Tourismus leben können. Das ist das Ziel für dieses Jahr“, betonte auch Landeswirtschaftsminister Harry Glawe (CDU).

Um im Wettbewerb mit anderen Regionen bestehen zu können, müsse das Lohnniveau im Land weiter steigen, hatte Sellering im Hinblick auf den Mindestlohn betont. Damit stieß er bei Wilhelm Hacker, Kreisvorsitzender des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge, auf offene Ohren. „Die Kluft zwischen Ost und West ist immer noch gewaltig aber der Mindestlohn ist ein Schritt in die richtige Richtung“, sagte dieser. Anderer Meinung ist Harald Schewe. „Wir leben in einer freien Marktwirtschaft, es kann nicht sein, dass von der Politik festgelegt wird, wie wir unsere Gehälter gestalten“, empörte sich der Hotelier. Als Arbeitgeber müsse man differenzierte Leistungen auch differenziert bezahlen, sagt Holger Kliewe. „Mit dem Mindestlohn bekommt jeder gleich viel, egal, ob er in seiner Arbeitszeit mehr oder weniger schafft.“

Für Jasmin Meyer, die sich im Kurhaus zur Konditorin ausbilden lässt und die Gäste mit süßen Leckereien versorgte, war anderes wichtig: „An so einem Tag ist man schon aufgeregt und hofft, dass alles klappt.“

• video unter www.ostsee-zeitung.de



Stefanie Büssing und Manuela Wilk

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